Die Politik kuscht vor den Verlegern

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Internet, Medien | am 12-06-2008

Was die Ministerpräsidenten der deutschen Bundesländer da beschlossen haben bedeutet was? Die Internet – Angebote von ARD und ZDF werden beschnitten.

Beschnitten, weil sie den kapitalistischen Interessen der großen europäischen und deutschen Verlagsgesellschaft zuwider laufen. Das Interesse der Nutzer jedenfalls hatten sie bei ihrer Entscheidung, die nach ZDF-Intendant in Europa als einzigartiges Konstrukt dasteht, nicht im Auge.

McKinsey attestiert schwindenen Mittelstand in Deutschland

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Gesellschaft, Wirtschaft | am 04-05-2008

McKinsey belegt nun ebenfalls mit einer Studie, dass der deutsche Mittelstand in den letzten knapp 2 Jahrzehnten erheblich geschrumpft ist. Das hatten wir ja schon. Anfang des Jahres beschrieb das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), dass dies der Fall wäre.

McKinsey begründet die Entwicklung, die bis zum Jahr 2020 dazu führen könnte, dass 50 % der Bevölkerung ein Einkommen unterhalb des Durchschnittsniveau haben würde, damit, dass das Wirtschaftswachstum nicht ausreichend sei. Nun könnte man mal darüber nachdenken, ob es nicht eine Korrelation zwischen den Einkommen der Arbeitnehmer auf der einen und den teilweise drastisch gestiegenen Gewinnen vieler Unternehmen auf der anderen Seite gibt.

Warum sollte Wachstum dafür sorgen, dass die Einkommen der Menschen wieder steigen und diese deshalb nicht aus der Mittelschicht in die Unterschicht abrutschen? Wenn also die Unternehmen aufgrund der Situation am Arbeitsmarkt dafür sorgen können, dass ihre Arbeitnehmer auf kleiner Flamme weichgekocht und auf diese Weise (Druck auf Löhne und Gehälter) Gewinne maximiert werden können?

Die Begründung für die immer schlechteren Löhne wird auch künftig unisono lauten: Jobs gibt es nur, wenn eine entsprechende Produktivität sicherzustellen ist. Ohne Jobs mit anständigen Löhnen und Gehältern gibt es andererseits aber auch weiterhin einen schwindenden Mittelstand. Dieser dürfte dann wiederum in den kommenden Jahren auch im Lager der Konsumenten schmerzlich vermisst werden – diesmal von den Unternehmen. Irgendwie blöd. Beispielsweise für die Hersteller von Mittelklasseautos, bei denen die deutsche Automobilindustrie bereits heute Absatzprobleme auf dem Binnenmarkt beklagt. Der Export wird’s schon richten. Aber da wiederum müssen sich die Arbeitnehmer natürlich anstrengen. Sie stehen gerade dann in einem globalen Wettbewerb. Und der drückt bekanntlich (bei uns in Deutschland jedenfalls) auf die Löhne- und Gehälter. Einen Wettbewerb um die besten Köpfe kann sich die deutsche Wirtschaft natürlich nicht leisten. Deshalb wandern so viele Topleute aus und suchen sich im Ausland besser bezahlte Jobs. Erkennt irgendjemand einen logischen Bruch?

Stadtplaner vs. Manager

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Politik, Wirtschaft | am 19-04-2008

Es war einmal eine Kleinstadt. In Deutschland, in NRW. Dort waren in Folge der Globalisierung aufgrund schlechten Managements gleich einige Firmen pleitegegangen. Nun gab es schöne große Gewerbeflächen. Nur Interessen dafür – die gab es nicht. Noch nicht.

Ein gutes Jahrzehnt vorher hatte man einen schönen großen Platz mitten in dieser Kleinstadt umgepflügt und einen Verbrauchermarkt errichtet. Es gab ein Bürgerbegehren gegen dieses Vorhaben. Ohne Erfolg. Der so genannte Internatsplatz wurde bebaut und einige Zeit später öffnete besagter Verbrauchermarkt die Kassen. Leider klingelten sie nicht so, wie sich der Betreiber das erhofft hatte. Vielleicht lags ja daran, dass schon eine ganze Reihe von Geschäften in dieser Kleinstadt ansässig waren und sich erfolgreich gegen die neue Konkurrenz behaupteten. Der Verbrauchermarkt jedenfalls hielt eine Reihe von Jahren durch. Eine Umfirmierung innerhalb des zugehörigen Konzerns. Aber auch die Namensänderung brachte nicht die ersehnten Umsätze.

Inzwischen hatten die Stadtväter die frei gewordenen Gewerbeflächen saniert und fanden einen Interessenten. Blöderweise war es wieder ein Verbrauchermarkt. Ein grösserer als der, der damals auf besagtem Internatsplatz angesiedelt wurde. Das würde einen harten Konkurrenzkampf geben.

Als also die Entscheidung für den zweiten Verbrauchermarkt getroffen wurde, begannen die anderen ihre Koffer zu packen. Das Management entschied, dass sich das alles so nicht lohne und kündigte (trotz langer Kündigungszeit) den Vertrag. Einige Monate später wurde das Gebäude abgeschlossen. Für Jahre. Die Entscheidung hinsichtlich der weiteren Nutzung des Gebäudes machte der Stadt große Probleme. Gerade in diesen Wochen feiern die Stadtoberen. Sie haben es nach Jahren geschafft, das Gebäude einer, wie sie finden, sinnvollen Nutzung zuzuführen. Die Bürger sollen auch etwas davon haben. Man mag es kaum glauben.

Angesichts dieses Desasters stellen sich bei der Lektüre dieses Beitrages von Dr. Oliver Marc Hartwich Fragen. Im Beispielfall hatten Stadtplaner entschieden, Firmen städtischen Grund zur Verfügung gestellt. Ohne Rücksicht auf die bereits zu diesem Zeitpunkt angespannte Wettbewerbssituation. Das war nicht klug. Meine kleine Geschichte gibt da einen Hinweis. Die Unternehmen allerdings haben ihrerseits ebenfalls wenig klug gehandelt. Sie hätten untersuchen und beurteilen müssen, ob ihr Engagement in dieser Region unter diesen Umständen sinnvoll wäre. Vielleicht haben sie es getan und kamen zu falschen Schlüssen. Ich weiß es nicht.

Eines wird allerdings deutlich: In beiden Fällen wurden Entscheidungen gefällt, die am Ende nicht als Erfolg gewertet werden konnten. Weder für die Stadt, noch für die betreffenden Unternehmen und, was entscheidend ist, auch nicht für die Bürger. Abgesehen davon, gab es in der Stadt über Jahre eine ziemlich angespannte Wettbewerbssituation. Viele Geschäfte wurden in dieser Zeit geschlossen. Inzwischen hat sich die Sache ein wenig stabilisiert. Das hat weit mehr als 10 Jahre gedauert.

Es gibt also keinen Königsweg. Es ist nicht gut, wenn irgendwelche Stadtplaner solche Maßnahmen entscheiden. Sie greifen in kritischer Weise in den Markt ein, der solche Dinge besser selbst regeln sollte. Für die Bewohner der Stadt, wie in meinem Beispiel, kann das negativ wirken. Aber ebenso verhält es sich dann, wenn Unternehmen sich in einer wirtschaftlich nicht gerade attraktiven Region einen brutalen Wettbewerb bieten.

Konkurrenz der Medien

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Gesellschaft, Medien | am 12-01-2008

O Gott, ich danke dir, daß ich nicht bin wie die übrigen der Menschen, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner.

Bibel

Irgendwie erinnert mich das an diesen Bibelspruch. Ich habe mir die Aufzeichnung der Diskussion angehört, komplett. Zu neuen Erkenntnissen bin ich nicht gekommen.

Ich bin froh, dass im Internet bisher noch nicht alles geregelt ist. Das fördert die Vielfalt, die dieses Medium ausmacht – jedenfalls in meinen Augen. Aber ich verstehe andererseits die Leute bei den „klassischen Medien“, die sich durch den sich längst entwickelnden Wettbewerb „bedroht“ fühlen. Das lässt sich an der immer wieder mal deutlich werdenden ablehnenden Grundhaltung, die von reichlich viel elitärem Gehabe begleitet ist, gut ablesen.

Wahr ist jedenfalls, dass viele, die da mitdiskutieren (vor allem außerhalb des Forums) von dem, was eigentlich abgeht, kaum Ahnung haben. Das macht die Sache nicht leichter.

Dialog


Bin ich also nicht der Einzige, der die Sendung fÃ...
meint Boris on 2008-08-27 20:27:53

Hallo Jochen, ist ja witzig. Horrem kenne ich ganz...
meint Horst Schulte on 2008-08-27 19:04:00

@StoiBär: Genau, ich empfand den SpOn - Artikel a...
meint Horst Schulte on 2008-08-27 18:59:13

Hey Nachbar (in der realen Welt), schönes Blog ha...
meint Karrierebibel on 2008-08-27 18:13:10

Es ist daher meiner meinung nach i...
meint Gilbert on 2008-08-27 17:33:38

Zitat Gilbert ...
meint dajak on 2008-08-27 16:56:12

Habe die Sendung nicht gesehen, werde ich aber nac...
meint StoiBär on 2008-08-27 15:54:25

@Mario: der Reihe nach a) Sinn der nationalen T...
meint Gilbert on 2008-08-27 15:32:14



Schwarze SchwäneSchweizer Alpen, Jungfrau, MönchSchweizer Alpen, Jungfrau, MönchAusblick auf die Schweizer AlpenAusblick auf die Schweizer AlpenThuner KircheSchloss ThunAusblick auf die Schweizer AlpenAusblick auf die Schweizer AlpenSchiff auf dem Thunersee