Setzen Staatsanwaltschaften Untersuchungs- als Beugehaft ein?

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Gesellschaft, Medien | am 23-03-2008

Nicht erst, nachdem Klaus Zumwinkel von der Staatsanwaltschaft sozusagen coram publico in die Mangel genommen wurde, wurden Vorwürfe von Rechtsanwälten laut, manche Staatsanwaltschaften gingen teilweise mit rigorosen Methoden, insbesondere prominente Mandanten vor. Dabei wurde sogar unterstellt, dass dieses Vorgehen ganz bewusst durch die Staatsanwaltschaften gewählt würde, um die Betroffenen auf diese Art leichter zu einem „Deal“ zu bewegen.

Inwieweit die Vorgehensweise der Staatsanwaltschaft juristisch wie moralisch kritisch bewertet werden muss, vermag ich natürlich nicht zu beurteilen. Mein Mitleid hält sich in Grenzen. Wenn sich die Mandanten nämlich -und davon ist in einer Umfrage zu diesem Thema ausdrücklich die Rede- die besten Strafverteidiger dieses Landes leisten können, dann werden sie, mithilfe dieser Elite unter den Anwälten ganz gewiss Mittel und Wege finden, sich aus der Bredouille herauszumanövrieren. Da bin ich ziemlich sicher. Dies wiederum spricht entweder dafür, dass ich doch ein Produkt dieser Neidgesellschaft bin oder, was vielleicht auch nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann, ich habe da meine einschlägigen Erfahrungen machen dürfen.

Deutschlands führende Verteidiger für Wirtschaftsstrafrecht werfen den Staatsanwälten rigorose Ermittlungsmethoden vor. Das ergab eine repräsentative Umfrage der Beratungsgesellschaft Wilmes Kommunikation unten den 70 besten Strafverteidigern aus 34 Kanzleien, die der juristische Fachverlag JUVE ermittelt hat. An der Befragung haben 21 Anwälte (dies entspricht einer Quote von 30 Prozent) aus 20 Kanzleien (dies entspricht einer Quote von 59 Prozent) teilgenommen. (Wilmes Kommunikation)

Hier das gesamte Ergebnis der Umfrage der Firma Wilmes Kommunikation als PDF.

12000 Verdächtige aber…

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Gesellschaft, Medien | am 29-12-2007

Man weiß, dass Klappern zum Handwerk gehört. Die ermittelnde Staatsanwaltschaft hatte das im Griff, ihren eigentlichen Job hat sie allerdings weniger gut erledigt.

Wir lasen es mit Gruseln und Befremden. 12.000 Leute werden bundesweit mit Kinderpornos in Verbindung gebracht. Allein in NRW sollen es 3000 sein. Zuerst dachte ich, meine Güte, was für ein Sumpf. Inzwischen relativiert sich die Sache aufgrund neuer Pressemeldungen ständig. Heute lesen wir, das der Verdacht für viele keine strafrechtlichen Konsequenzen haben wird. Vermutlich wird das aber nicht einmal deshalb so sein, weil diese Leute unschuldig sind, sondern vor allem, weil die ermittelnde Staatsanwaltschaft gute PR aber ihren eigentlich Job schlecht gemacht hat. Presseberichten zufolge soll die Aktion "Himmel" eine Menge Geld verschlungen haben. In der freien Wirtschaft würde nun jemandem der Stuhl vor die Tür gesetzt werden. Wie läuft so etwas bei Behörden? Ach ja: "Setzen, weitermachen".

[Quelle]

Dialog


Bin ich also nicht der Einzige, der die Sendung fÃ...
meint Boris on 2008-08-27 20:27:53

Hallo Jochen, ist ja witzig. Horrem kenne ich ganz...
meint Horst Schulte on 2008-08-27 19:04:00

@StoiBär: Genau, ich empfand den SpOn - Artikel a...
meint Horst Schulte on 2008-08-27 18:59:13

Hey Nachbar (in der realen Welt), schönes Blog ha...
meint Karrierebibel on 2008-08-27 18:13:10

Es ist daher meiner meinung nach i...
meint Gilbert on 2008-08-27 17:33:38

Zitat Gilbert ...
meint dajak on 2008-08-27 16:56:12

Habe die Sendung nicht gesehen, werde ich aber nac...
meint StoiBär on 2008-08-27 15:54:25

@Mario: der Reihe nach a) Sinn der nationalen T...
meint Gilbert on 2008-08-27 15:32:14



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