Von falschen Zeugen und anderen Rentnern

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Gesellschaft, Politik | am 05-04-2008

Rentnern am Flughafen aufzulauern und sie nach Rückkehr aus dem Süden oder gar von einer Weltreise nach ihrer Meinung zu letzten Rentenerhöhung zu befragen, hat schon etwas Infames – nicht wahr?

Und doch sind auch deren Aussagen bezeichnend für eine Debatte, die uns jetzt schon über Wochen beschäftigt. Irgendwie scheinen unsere Maßstäbe etwas verrutscht zu sein. Wenn in einer Fernsehsendung („Hart aber fair“) eine Rentnerin auftritt, die sich darüber beklagt, nur ungefähr 600 Euro Rente im Monat zu erhalten, sind wir zunächst mehrheitlich auf ihrer Seite. Wird dann allerdings klar, dass sie sich mitten in ihrem Berufsleben selbständig gemacht hat und nach 27 Jahren keine weiteren Einzahlungen mehr in die Rentenkassen vorgenommen hat, kann ich nur feststellen: Sie ist keine geeignete Zeugin in dieser Diskussion. Sie hätte wissen müssen, welche Auswirkungen ihre Entscheidung im Rentenalter haben wird.

Viele werden überzeugt davon sein oder aus dem persönlichen Bereich sogar wissen, dass es eine hohe Anzahl von Rentnerinnen und Rentner gibt, die mit wirklich wenig Rente auskommen müssen. Wir kennen allein in unserem Verwandten- und Bekanntenkreis eine ganze Reihe von Ruheständlern, die nicht auf Rosen gebetet sind. Meine Mutter und meine Schwiegermutter beispielsweise. Beide haben über die Debatte, die beschlossene letzte Rentenerhöhung ausgelöst hat, gelacht.

Diese Diskussion ist wieder ein Beispiel dafür, wie groß die Distanz zwischen der Bevölkerung und den manchen Politikern ist. Der Berliner Finanzsenator, Thilo Sarrazin, sähe vielleicht eine weitere Gelegenheit, vorzurechnen, welch enorme Verbesserung der Lebensqualität durch das zusätzliche Prozent erzielt werde. Gut, das war bösartig und außerdem auf die falsche „Zielgruppe“ bezogen.

Eine Unzufriedenheit mit der Rentenhöhe wird vielleicht weniger durch die persönliche finanzielle Situation ausgelöst, als vielmehr durch das Gefühl, man würde ungerecht behandelt oder die ohnehin nicht üppige Altersversorgung könnte generell in Frage gestellt werden. Hinzu kommt, dass die jüngere Generation sich zwar unterschiedlich stark aber ganz bestimmt benachteiligt fühlt. Das löst zusätzliche Diskussionen auf unterschiedlichen Ebenen aus, die das Gefühl der Unsicherheit bei vielen Menschen nur noch vergrößern.

Eigentlich lohnt es sich ja nicht

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Gesellschaft | am 10-01-2008

Die Renten sind so niedrig –
heute hab ich im Park gesehen,
wie ein Jugendlicher der Oma
enttäuscht die Handtasche zurückgab.

Harald Schmidt (Sprüchekalender vom 10.01.2007)

Dialog


Bin ich also nicht der Einzige, der die Sendung fÃ...
meint Boris on 2008-08-27 20:27:53

Hallo Jochen, ist ja witzig. Horrem kenne ich ganz...
meint Horst Schulte on 2008-08-27 19:04:00

@StoiBär: Genau, ich empfand den SpOn - Artikel a...
meint Horst Schulte on 2008-08-27 18:59:13

Hey Nachbar (in der realen Welt), schönes Blog ha...
meint Karrierebibel on 2008-08-27 18:13:10

Es ist daher meiner meinung nach i...
meint Gilbert on 2008-08-27 17:33:38

Zitat Gilbert ...
meint dajak on 2008-08-27 16:56:12

Habe die Sendung nicht gesehen, werde ich aber nac...
meint StoiBär on 2008-08-27 15:54:25

@Mario: der Reihe nach a) Sinn der nationalen T...
meint Gilbert on 2008-08-27 15:32:14



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