Werbeblogger machen sich Gedanken darüber, weshalb Blogs in Firmen für die Kundenkommunikation keine Rolle spielen.
Die beiden zentralen Aussagen lauten:
1. Die Unternehmen verstehen Blogs nicht.
2. Die Kunden verstehen Blogs nicht.
Viel bleibt ja dann nicht übrig. Im Detail kann ich diese Aussagen allerdings teilweise (den 1. Teil) durchaus nachvollziehen. Wer in mehr oder weniger festen Zeitabständen irgendwelche allgemeinen und die Öffentlichkeit wenig interessierenden Inhalte veröffentlicht, verpasst vermutlich Chancen, die in Blogs liegen können. Obwohl ich mich für diesen Bereich interessiere, habe ich bisher kaum interessante Projekte gefunden.
Mein Versuch, in meiner Firma (als Pilot) ein internes Abteilungsblog zu starten, scheiterte kläglich. Am Vorstand und vor allem auch an der Haltung der IT. Dort war man der Auffassung, dass Intranet und Website schlicht ausreichen.
Hinzu kommt selbstverständlich dieser Punkt, auf den Werbeblogger zurecht hinweisen:
Es muss unternehmensintern eine Person geben, die den Hut auf hat. Eine Person die das Projekt antreibt. Sich gegen interne Widerstände durchsetzt. Mitarbeiter schult. Jemand der verargumentiert, warum neben der „normalen Arbeit“ jetzt auch noch gebloggt werden soll.
Kein Zuckerschlecken. Hieran dürfte auch das Fixingblog zu Grunde gegangen sein.
Mit der Aussage des 2. Punkte bin ich nicht einverstanden. Ich glaube weniger, dass Blogs nicht verstanden werden. Zumindest ist diese Aussage zu allgemein. Vielmehr könnte ich mir vorstellen, dass es eher eine Überforderung der Leserinnen und Leser gibt. Das Internet hat eine zusätzliche Dimension eröffnet, die vermutlich kaum ein Mensch in der vorhandenen Fülle überhaupt noch “verarbeiten” kann. Insofern braucht es in der Tat Medienkompetenz. Nur - was ist das eigentlich und wie kann man sie erlangen? Allein der Umgang mit diesem Medien wird dafür kaum ausreichen. Das sehe ich an mir. Ich gehe mit diesem Medium ziemlich selbstverständlich um und fühle mich dennoch von ihm manchmal überfordert.
Trotzdem habe ich manchmal das Gefühl, dass Blogs nicht verstanden werden. Überschätzen wir die Medienkompetenz unserer Zielgruppe? Überfordern wir sie vielleicht sogar? Die meisten Menschen sind mit Werbung im herkömmlichen Sinne aufgewachsen. Das Unternehmen kommuniziert. Ich höre zu. Und plötzlich soll ich da mitreden? Auf einmal ist meine Meinung gefragt? Das gab es ja noch nie. Hinzu kommt natürlich die (berechtigte?) Sorge, persönliche Daten im Netz zu hinterlassen. Wer weiß damit alles angestellt wird.
please wait...
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