
Autor: Horst Schulte | abgelegt in Gesellschaft, Wirtschaft | am 22-02-2008
Ob offene Worte der Unternehmensleitung wohl den Schmerz über den Verlust des Arbeitsplatzes mildern könnten?
- Unternehmen sollten immer mit offenen Karten spielen und deutlich und klar sagen, worum es bei der Entlassung geht und was den Mitarbeitern droht.
- Sie sollten durch Zahlen belegen, warum die Entlassungen notwendig sind.
- Sie müssen mit einer klaren Vision und überzeugenden Strategien deutlich machen, wie das Unternehmen in Zukunft erfolgreich sein will.
- Sie sollten den Betroffenen helfen, möglichst schnell wieder einen Job zu bekommen – durch Bewerbertrainings, Weiterbildungskurse und Jobvermittlungen.
- Alle, die dableiben, brauchen eine intensive Betreuung. Sie dürfen nicht das Gefühl haben, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis auch sie dran sind und gehen müssen. Sie sollten die Wertschätzung, die sie weiterhin haben, auch deutlich spüren.
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Autor: Horst Schulte | abgelegt in Wirtschaft | am 17-02-2008
oder: Immer sind die Politiker schuld
Was, wenn Leute wie Zumwinkel mit illegalen Mitteln (Einschaltung des BND) vom Staat gejagt und zur Rechenschaft gezogen werden? Oder wenn verantwortliche Politiker einen multinationalen Konzern als Subventionsheuschrecke titulieren? Oder wenn wiederum der Staat mit „seinen“ Geldern (also unseren Steuern) Banken davor bewahrt, Pleite zu gehen, weil ein Zusammenbruch der Banken für das ganze Land weitreichende bzw. überhaupt nicht absehbare Folgen haben würde? Den gesamten Artikel lesen »

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Wirtschaft | am 16-02-2008
Was sich unsere Ermittlungsbehörden da gegen Steuersünder herausnehmen ist staatliche Willkür pur. So liest sich jedenfalls der gleichnamige Artikel (s. Beitragstitel) im Handelsblatt, in dem Gastautor Ferdinand Rüchardt darüber klagt, wie rigoros deutsche Steuerfahnder und Ermittler gegen vermeintliche Steuersünder vorgehen. Ein paar mich ehrlich gesagt wenig beeindruckende Beispiele folgen in dem mehrseitigen Artikel des Vorstandsmitglieds der Steuerberatungsgesellschaft Ecovis AG.
Ich finde diesen Beitrag empörender als die Arbeit der Steuerfahndung und der ermittelnden Beamten. Ist das ein Ausdruck des typisch deutschen Neidgefühls oder liegt es doch nur daran, dass ich mich als Sozi quasi nur königlich über solche Ereignisse zu freuen habe? Ich erfülle gern jedes Klischee, wenn man solchen Leuten am Ende nur ihr „Handwerk“ legt.
Den Titel habe ich sehr bewusst mit Frage- und Ausrufezeichen versehen. Wenn man Hartz IV – Empfänger ist, eine Frau und ein Kind hat, kriegt man lt. BildBlog monatlich 1.347,30 Euro (vom Staat). Es wird kritisiert, dass B*ld einen Tag zuvor in einem typischen Stimmungsmache-Artikel behauptet hatte, dass der Hartz IV – Empfänger sogar einen Euro mehr erhält als der „normale“ Arbeitnehmer.
Wenn ich die Geschichte also richtig verstanden habe, so besteht der Anlass für den BildBlog-Beitrag in der Tatsache, dass die Hartz IV-Familie in Wahrheit ca. 150 Euro weniger kriegt als B*ld tags zuvor behauptet hatte.
Ich mag Stimmungsmache, mit der B*ld die Auflage puscht, überhaupt nicht, aber ich finde, dass an diesem Beispiel klar wird, dass wir uns über einen anderen Tatbestand Gedanken machen müssen. Den gesamten Artikel lesen »

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Gesellschaft, Wirtschaft | am 15-02-2008
Mit ähnlichen Worten hat die Bundesregierung (Merkel und Steinbrück) Zumwinkels Rücktrittsangebot angenommen, das er aufgrund der gegen ihn eingeleiteten Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung gegeben hatte.
via

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Gesellschaft, Wirtschaft | am 14-02-2008
Moralische Kategorien haben in der Betrachtung und Bewertung wirtschaftlicher Entscheidungen nach der Meinung mancher nichts zu suchen. Zuletzt habe ich das einige Male während der Diskussion um die Nokia – Entscheidung in Bochum gehört. Mir fällt es schwer, diesem Gedanken zu folgen. Schließlich sind von diesen Entscheidungen sehr viele Menschen existenziell betroffen.
Einige haben Herrn Klaus Zumwinkel auf ein Podest gestellt, weil er sich für den Mindestlohn im Postgewerbe stark gemacht hat. Dass es ihm dabei wohl weniger um seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern im Wesentlichen darum ging, sich die Konkurrenz von der Pelle zu halten, habe viele erst relativ spät anerkannt. Den gesamten Artikel lesen »

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Wirtschaft | am 04-02-2008
Man kennt das seit Jahrzehnten. Wir sind ja sooo gestresst. Wer nicht gestresst ist, der ist wohl auch nicht wichtig. Die Schätzung, dass der Faktor Stress die Unternehmen rund 20 Mrd. Euro kostet, wurde im Jahre 2002 durchgeführt. Damals gab es noch 15 Mitgliedsstaaten.
Nach einer neuen Studie soll jeder fünfte Arbeitnehmer unter Stress leiden. So wichtige Leute gibt es also!? Wenn es doch so einfach wäre. Viele Menschen werden durch die Anforderungen, die die heutige Arbeitswelt an sie stellt, krank. Möglicherweise nur, weil einige Faktoren entfallen sind, die vielleicht früher gar nicht als so besonders wichtig empfunden wurden – sie waren irgendwie selbstverständlich. Sie waren ganz einfach vorhanden, während sie im Zeitalter des Turbokapitalismus wohl abhanden gekommen sind. Den gesamten Artikel lesen »
Der Noka – Betriebsrat hat sich auf europäischer Ebene in Brüssel getroffen und die deutsche Betriebsratschefin vom Bochumer Werk, Frau Achenberg, hat die Sitzung enttäuscht verlassen. Hatte sie wirklich mit mehr gerechnet? Die finnischen Vertreter warben gar um Verständnis für die Entscheidung des Vorstandes. Es ehrt Frau Achenbach, dass sie sich mit aller Kraft gegen die Entscheidung stemmt. Aber sie wird auch längst wissen, dass diese Mühe am Ende erfolglos bleiben wird.
Rütters ist im Moment in den USA. Ich höre, dass er dort in seinen Ansprachen mehrfach vom Nokia-Gau geredet hat. Offenbar scheint ihn diese Erfahrung wesentlich mehr zu beschäftigen, als die hiesigen Meinungsmacher das für möglich gehalten hätten. Gibt es womöglich doch noch Politiker, die sich nicht nur für ihre eigenen Belange interessieren oder sich für ihre Wiederwahl engagieren? Jedenfalls scheint es im Fall Rütters durchaus so zu sein. Dafür wird er in Deutschland belächelt, gehänselt. Einen solchen Mann kann man nicht für voll nehmen. Der versucht doch tatsächlich die Amerikaner, die Perfektionisten in Sachen Kapitalismus, dazu zu bewegen, die soziale Marktwirtschaft einzuführen oder zumindest einmal darüber nachzudenken, ob man dem grassierenden Turbokapitalismus nicht auch aus reinen Vernunftgründen etwas entgegen setzen müsste. Wie naiv ist das denn?
Ich überlege, ob ich Rüttgers bei den nächsten Wahlen nicht meine Stimme geben sollte. Der Mann war mir schon immer sympathisch. Auch wenn er in der falschen Partei ist und manchmal vielleicht eine nicht so deutliche Aussprache hat.

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Gesellschaft, Wirtschaft | am 27-01-2008

Diese kleine Meldung las ich heute in der Zeitung. Wir müssen wohl davon ausgehen, dass die Nokia-Nachrichten bald auf dieses „Normalmaß“ zusammengeschrumpft sein werden. Dafür sprechen alle Erfahrungen.
Wie wir auch lesen konnten, steht in den Nokia – Leitsätzen etwas, was wir aus vielen anderen Unternehmensleitbildern ebenfalls gut kennen: «Der Mensch steht im Mittelpunkt» Das hört sich gut an, stimmt aber so eigentlich nur selten. Man sollte diesen Satz ergänzen: „… und damit jedem im Weg“. Das würde vermutlich besser passen. Den gesamten Artikel lesen »

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Wirtschaft | am 26-01-2008
Mitarbeiterführung anno 2008:
Führungskräfte lernen im Grundseminar, wie ein Mitteilungsgespräch funktioniert: Entscheidung mitteilen, Betroffene den Frust aussprechen lassen, Verständnis äußern, aber an der Entscheidung festhalten.
aus dem letzten Newsletter Business-Wissen
Jetzt verstehe ich eigentlich auch, weshalb „die Manager“ immer als Erstes darauf kommen, Mitarbeiter zu entlassen, wenn’s mal eng wird. Offenbar wird ihnen das also sozusagen mit der Muttermilch eingegeben.

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Gesellschaft, Wirtschaft | am 24-01-2008
Das ist erst einmal festzustellen. Nokia kannte das heute veröffentlichte Ergebnis des Konzern natürlich längst, als die Entlassung der deutschen Mitarbeiter vor wenigen Wochen verkündet wurde. Die Aktie geht durch die Decke (ok, ist etwas übertrieben). 40 % Marktanteil, 34 % Umsatzsteigerung und der Reingewinn (um den geht es wohl in diesem Spiel) steigt um 44% (7,2 Milliarden Euro).
Der Standort Deutschland ist zu teuer. Aber wir wissen, dass auch dort profitabel gearbeitet wurde. Darauf haben wir (als Betroffene) den Fokus zu richten. Keiner sollte an dieser Stelle das Argument „fressen“, der deutsche Standort sei gegenüber anderen Standorten an diesem Traumergebnis nicht beteiligt. Denn diese Aussage wird, wenn sie nicht längst in dieser Form irgendwann und irgendwo getroffen sein sollte, von diesen Bonzen kommen. Soviel ist natürlich sicher. Auch deutsche Dax-Unternehmen erzählen uns ja gern, dass die Gewinne nicht in Deutschland, sondern irgendwo im Ausland gemacht werden. Willkür herrscht in den Zentralen internationaler Konzerne. Davon bin ich überzeugt! Den gesamten Artikel lesen »
Steuern, Abgaben und die steigenden Preise belasten die Einkommen der deutschen Arbeitnehmer. Heute verdienen sie sogar weniger als 1991. In der gleichen Zeit sind die Belastungen durch Sozialversicherungen und den Fiskus um 22 Prozent gestiegen. (RP-Online)
Da ist es doch wirklich komisch, dass die Leute ständig wiederholen, der Aufschwung sei nicht bei ihnen angekommen. Dafür hält im Moment der Eindruck bei vielen erneut Einzug, dass die eigene Existenz womöglich auf tönernen Füßen steht. Keine guten Aussichten für die Binnenkonjunktur, die immer noch nicht in die Gänge gekommen ist. Darüber sollte sich allerdings unter diesen Voraussetzungen auch niemand wundern.

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Wirtschaft | am 19-01-2008
… wenn in Rumänien eine Deutsche Firma für 40 Millionen das Werk eines finnischen Mobilfunkherstellers baut und deshalb der Kioskbesitzer neben dem Nokia-Werk in Bochum Pleite macht, weil niemand mehr seine Brötchen braucht.
[geklaut bei Dirk Obertz]

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Gesellschaft, Wirtschaft | am 19-01-2008
Das lese ich gern. Nokias Image befindet sich im freien Fall. Der BrandIndex-Score von Nokia fiel von plus 23 auf minus 22 Indexpunkte. Mal sehen, ob so etwas anhält und welche wirtschaftlichen Auswirkungen das für Nokia noch haben wird.
[Quelle]
Vor ein paar Jahren gab es im Bundestag eine Debatte und danach eine Abstimmung (ohne Fraktionszwang waren dabei die Abgeordneten nur ihrem Gewissen verpflichtet) zur Gentechnik. Diese Debatte ging in die Geschichte als eine der Sternstunden unseres Parlaments ein. Vergangenheit. Heute, im Zeitalter der grassierenden Globalisierung gibt es viele, die wissen, dass wir durch unsere restriktive Einstellung ins Hintertreffen geraten. Keine Frage, dass das so ist – jedenfalls in wirtschaftlicher Hinsicht.
Ständig wurde seit 2001 über die Haltung gestritten und die Entscheidung in Frage gestellt. Insbesondere tut sich die FDP mit ihrer Haltung in dieser Frage hervor. Sie stellt ganz offenbar wirtschaftliche Kategorien in den Vordergrund und stellt offenbar ethische Bedenken zurück. Ich behauptet mal, dass dieses Verhalten kaum überraschen wird. Den gesamten Artikel lesen »

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Gesellschaft, Wirtschaft | am 16-01-2008
Nun wird es Mehdorn übel genommen, dass er das tut, was Manager in der „freien Wirtschaft“ mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit nicht anders machen würden. Der Mann hat doch schließlich dort gelernt und wendet das Gelernte angesichts der unverfrorenen Gewerkschaftspolitik nun an. Dass er ein unbequemer, dafür aber sehr gradliniger Mann ist, das weiß man nicht erst seit seinen Fehden mit Herrn Schell. 200 Mio. € soll nach seiner Rechnung der noch nicht unterschriebene Tarifabschluss das Unternehmen kosten. Das ist mal eine Aussage. Nun macht die Bahn ja auch ein paar Euro Umsatz und sie soll ja sogar (dank Mehdorn) profitabel sein. Komisch, dass man ihm nun übel nimmt, dass er das auch für die Zukunft sicherstellen möchte. Einerseits habe ich Spaß an dieser Tarifauseinandersetzung gehabt, andererseits wundert es mich aber nicht, dass Mehdorn nun offenbar „zurückschlagen“ will. Dass die Gewerkschaften außer sich sind ist normal, und dass die Verbraucher über die gleichfalls angekündigten Preiserhöhungen verärgert sind, ebenfalls. Aber dieser Tiefensee. Hat der wirklich geglaubt, dass er den Krieg zwischen den beiden Streithähnen einfach so (über seinen Filo-Krisen-Plan, der auf eine DINA 5-Seite passte) beilegen zu können? Politiker eben… Den gesamten Artikel lesen »

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Gesellschaft, Wirtschaft | am 04-01-2008
Freuen wir uns halt ein bisschen. Übersehen wir ruhig auch weiterhin, dass zunehmend mehr Leute sich immer weniger leisten können. Die mangelhafte Nachfrage auf dem deutschen Automobilmarkt im letzten Jahr war ja „nur“ der Mehrwertsteuererhöhung geschuldet. Mal sehen, ob man bei gleichbleibender Lage wieder eine vergleichbar einleuchtende Erklärung findet oder ob man vielleicht zu neuen Erkenntnissen gelangt. Henry Ford hatte diese schon vor langer Zeit, als er für seine Nachwelt den Satz „Autos kaufen keine Autos“ festschrieb.