Van Gogh, Wilders und Fortuyn: Die Provokateure und ihre Zuarbeiter
Billy Wilder statt Geert Wilders!
Da schwingt Broder mal wieder die ganz große Keule. Er fühlt sich lesbar wohl mit seinen begründeten Vorbehalten gegen europäische Institutionen und Politiker — zudem gegen alle Linken und, das ist nicht zu übersehen, gegen sehr viele seiner deutschen Landsleute.
Er deklariert die Schwäche insbesondere der europäischen Demokratien in der notwendigen Auseinandersetzung mit dem Islam. Er zielt nicht auf die radikalen Elemente in dieser Religion, er nimmt, politisch unkorrekt, wie man seiner Meinung in diesen Fragen einfach zu sein hat, den Islam aufs Korn. Für ihn existiert kein Unterschied zwischen Islam und Islamismus! Wenn ich ebenfalls politisch unkorrekt wäre, was ich aber nicht bin, würde ich Herrn Broder unterstellen, er vertrete diese krasse Haltung vor allem deshalb, weil er als Jude ein ganz generelles Problem mit dem Islam hätte. Und eben das können Deutsche natürlich überhaupt nicht nachvollziehen. Genau dies versucht sich Broder auf perfide Art und Weise bei seiner publizistischen Arbeit zunutze zu machen. Und es gelingt ihm ein ums andere Mal.
Den oben verlinkten Artikel selbst finde ich einerseits informativ, weil ich einige Details bisher nicht kannte, andererseits wird deutlich, wie verhängnisvoll Pressearbeit auch sein kann. In zeitlicher Nähe zum Tag der Meinungsfreiheit eine gewagte Aussage - ich weiß.
Ich unterstelle, dass es van Gogh, Wilders und Fortuyn nicht nur darum geht, unsere Gesellschaft, zuvorderst natürlich die Niederländische, über das wahre Gesicht des Islam “aufzuklären”. Genau dieses wäre auch gar nicht notwendig gewesen. Dass es einen Konflikt zwischen Moslems und Christen gibt, haben die Menschen längst begriffen und zwar bevor diese Agitatoren ihre “Arbeit” überhaupt aufgenommen hatten. Allerdings setzten die Täter mit ihren Morden ein Fanal. Ich glaube, dass die drei Holländer, die als Populisten bezeichnet werden, die bestehenden Probleme für ihre Zwecke missbrauch(t)en. Sie verfolgen keine hehren politischen Absichten - schließlich sind es ja Populisten.
Wenn Broder, nicht seit gestern, den europäischen Demokraten im Prinzip feige Kapitulation vor dem Islam vorhält, ist das in meinen Augen eine ziemlich billige Haltung. Die von Broder und seinen Jüngern kritisierten Politiker und Institutionen haben zuvorderst die Pflicht, Schaden von ihren Volk abzuwenden. Die Mechanismen in diesem Konflikt sind hinreichend bekannt. Was passieren würde, wenn wir, angestachelt durch die Presse, losmarschieren und mit lautem Hurra einen so überflüssigen Film, wie den, den Wilders erst noch drehen will, in unsere Kinos holen, scheinen viele zu wissen - dank der freundlichen Vordenker der Scharfmacherfraktion. Die meinen es gerade deshalb trotzdem tun zu müssen. Als streitbare Demokraten können wir unsere gesellschaftlichen Überzeugungen aber vielleicht auch ganz anders vertreten. Interaktiv in offenen Dialogen. Die Foren dazu gibt es schon. Man sollte ihnen auch die Gelegenheit geben, sich zu entwickeln. Aber das scheint Broder und Konsorten alles nicht weit genug zu gehen. Deshalb agitieren sie - gegen, nicht für Menschen.
Ich bin überzeugt, dass sehr viele Menschen (Christen und Moslems) die Konflikte sehr klar sehen und begriffen haben, welche Gefahren von diesen ausgehen. Sie wollen diese nicht, davon bin ich ebenso fest überzeugt. Sie wollen ihr Leben leben und sind nicht erpicht auf die Brandschriften so genannter Publizisten, die nach meiner Überzeugung nicht weniger Schlimmes im Schilde führen als diejenigen, vor deren Menschenverachtung sie selbst ständig warnen.
In Deutschland leben ca. 3,4 Mio. Muslime. Das ist eine gesellschaftliche Realität. Wenn man manchen Kommentare liest, könnte man glauben, dass wir diese Menschen am besten nach Hause schicken sollten.
Jedenfalls, den Film von Geert Wilders braucht kein Mensch.

