Der wunderbare junge Mann aus Nazareth

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Kritisch | am 07-06-2008

Der Artikel von Franz Alt, den ich eben gelesen habe, steht auch in einem gewissen Kontrast zu dem, was ich vorhin im SpOn-Artikel zum Thema Entwicklungshilfe kritisiert hatte.

An der Spitze der reichen Staaten stehen meist Christen. Wie wäre es, wenn Papst und Bischöfe den sich christlich nennenden Politikern mit Exkommunikation drohen, wenn sie nicht endlich die Hungerprobleme lösen anstatt aufzurüsten wie in den Zeiten des Kalten Krieges?

Der wunderbare junge Mann aus Nazareth wäre wahrscheinlich radikal genug, solche Forderungen heute zu stellen. Und denen, die sagen, dieser Kampf sei im Angesicht realer politischer Verhältnisse sowieso aussichtslos, würde er wohl entgegenhalten: Ihr habt den Kampf für die Armen ja noch gar nicht wirklich begonnen.

Alt geht davon aus, dass die Hilfe von außen, namentlich von den reichen westlichen (und überwiegend christlichen) Ländern, kommen sollte. 20 Mrd. Euro im Jahr wären notwendig, um den Hunger auf der Welt zu stoppen. Das ist verdammt viel Geld. Andererseits muss man sehen, dass diese Aufwendungen auf die Welt verteilt würden und es ganz bestimmt andere und sehr teure „Projekte“ gibt, die unverständlicher Weise mit weitaus mehr Engagement verfolgt werden. Aber so sind wir Christenmenschen eben.

Wir denken lieber darüber nach, wie wir unseren Etat kürzen können, weil unsere Form von Entwicklungshilfe ja eigentlich keinen richtig weiterbringt oder satt macht.

via: Readers Edition – Der Hunger-Skandal

Was hat Hartz IV mit den Hungernden in Afrika gemeinsam?

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Gesellschaft | am 07-06-2008

Diejenigen, die gegen die heute praktizierte Entwicklungshilfe für Afrika sind und dies seit Jahren damit begründen, dass deren Strukturen planwirtschaftlichen Gesetzmäßigkeiten folgen (und die schon deshalb abzulehnen wären). Der Gedanke ist also ideologisch begründet und, was für eine böswillige Unterstellung meinerseits, eher weniger an den Bedürfnissen der Menschen in Afrika orientiert!

Der SpOn – Artikel „Wie Entwicklungshelfer den Tod nach Afrika bringen“ wird von denen positiv aufgenommen, die wohl auch in Hartz IV ähnliche Wirkungsweisen erkennen  – ohne freilich, dass dieser Zusammenhang direkt angesprochen würde.

Nimm den Menschen die Eigenverantwortung und sie werden sich auf Gedeih und Verderb den milden Gaben der anderen ausliefern, so das Credo derjenigen, die die Entwicklungshilfe in der bestehenden Form wohl am liebsten ganz einstellen möchten – ebenso, wie die die Größenordnungen des bundesdeutschen Sozialtransfers erklärtermaßen einebnen wollen. Weiterlesen »

Einfach unglaublich: Deutsche Entwicklungshilfe an China (auch in 2008?)

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Politik | am 30-04-2008

März 2006

Dagegen verteidigte Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) die Entwicklungshilfe. Die Zahlungen nützten unter anderem den Arbeitsplätzen in Deutschland. Allein 2003 hatte die Bundesrepublik China nach Angaben des Entwicklungshilfeministeriums 70 Millionen Euro Fördermittel zugesagt.

Entwicklungshilfe für China „Da müssen wir ran“ – n-tv.de

oder

Juli 2007

Auch sein Amtskollege von der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Bosbach (CDU), sagte, die Bundesregierung müsse prüfen, ob weiter Entwicklungshilfe gezahlt werden müsse. Dem Bericht nach erhält China dieses Jahr 67,5 Millionen Euro vom Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Wirtschaftsboom: Politiker fordern Entwicklungshilfe-Stopp für China – Wirtschaft – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten

April 2008

Vergessener Skandal: Deutsche Entwicklungshilfe für China?

Millionengelder für Wirtschaftsmacht China – Staatsverschuldung und Kinderarmut in Deutschland

Vergessener Skandal: Deutsche Entwicklungshilfe für China?

Der Betrag, der auch in diesem Jahr zur Debatte steht, beträgt 67,5 Millionen Euro.

Es wird berichtet, dass die eingesetzten Mittel überwiegend als Darlehen mit marktnahen Konditionen gewährt und von China zurückgezahlt würden.

Hätte man nicht spätestens nach den chinesischen Übergriffen in Tibet genau an dieser Stelle mal einen Anfang machen können und den Chinesen über die rigorose Streichung dieser Mittel unsere Position klarmachen können? Vermutlich war das Geld bereits ausgezahlt. Schließlich sind wir Deutsche und wir nehmen es mit der Ordnung eben ziemlich genau. Die Etats standen offenbar. Was doch 2006 und 2007 den lieben Genossen hinübergereicht wurde, kann doch nicht von jetzt auf gleich einfach gestrichen werden.

Dialog

Ping-/Trackbacks:



Schwarze SchwäneSchweizer Alpen, Jungfrau, MönchSchweizer Alpen, Jungfrau, MönchAusblick auf die Schweizer AlpenAusblick auf die Schweizer AlpenThuner KircheSchloss ThunAusblick auf die Schweizer AlpenAusblick auf die Schweizer AlpenSchiff auf dem Thunersee