Ungebetene Ratschläge

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Politik | am 01-06-2008

In seinem Beitrag: „Wenn Sozis Liberalen Ratschläge geben“ setzt sich Rayson ausführlich mit dem Versuch einer Standort – Bestimmung auseinander, die Professor Dr. Franz Walter in der FAZ gestern, zeitlich passend zum Bundesparteitag der Liberalen in München, vorgenommen hatte.

Ein ungebetener Ratschlag eines Politikwissenschaftlers, der Mitglied der SPD ist. Entsprechend gehts dort zur Sache. Da zieh ich mich lieber ins ruhige Querblog zurück und schreibe hier, was ich darüber denke.

Ich mache es mir ganz einfach: Mir passt die FDP immer noch nicht. Nicht allein wegen  Westerwelle oder Brüderle oder dem Generalsekretär Dirk Niebel, der immer einen flotten Spruch für den politischen Gegner hat, über den ich nicht mal dann lachen kann, wenn es mal nicht um die Sozis, sondern um die Christdemokraten geht. Solche Politiker kann ich schwer ertragen, wie auch, wie ich zu meinem Kummer leider zugeben muss, das Spitzenpersonal meiner eigenen Partei, der SPD.

Meine Wahrnehmung der FDP hat sich seit dem Ende der sozial-liberalen Koalition im Jahre 1982, wie ich ehrlich zugeben muss, nicht geändert. Mir ist nicht klar, ob meine Ablehnung mehr von den handelnden Personen geprägt ist oder, wie mir manchmal vorgehalten wird, doch ideologisch.

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Macht das Geblogge denn auch noch Spaß?

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Internet | am 30-05-2008

By the year 2000 …  Moving Target

Meiner Frau eigentlich nicht so doll. Aber sie toleriert, dass es mich vor Jahren erwischt hat. Das war schon lange bevor ich damit anfing zu bloggen. Schon 1998 hatte ich eine Website, die einigermaßen erfolgreich im Web platziert war. Die gibt’s auch heute noch. Sieht anders aus. Klar. Das Auge surft mit. Aber ich erinnere mich noch daran, wie spektakulär es einige meiner damaligen Kollegen fanden, als ich sie ihnen eher beiläufig mal gezeigt habe.

Die Website (besser Blog) „Moving-Target.de“ ist ja mal eine ganz „alte“. Hört sich vielleicht etwas despektierlich an, so wie ich es schreibe. Es ist allerdings bewundernd und höchst anerkennend gemeint. Den Blog (Website) gibt es schon seit 1996.

Da waren viele der Leute, die heute so webseitig unterwegs sind, noch gar nicht so richtig, äh sagen wir, präsent – oder?

Ich finde es jedenfalls toll, dass es auch in Deutschland Blogs mit einer solchen Tradition gibt.

Schon seit ich selbst blogge, also seit Sommer 2004 besuche ich Carola (Melodie) in lockeren Zeitabständen und finde dort immer interessante Beiträge.

Viele Blogs werden es wohl nicht zu einer solchen Historie bringen. Ist ja auch egal. Hauptsache, es macht Spaß. Es macht doch Spaß?

Man liest ja in letzter Zeit hier und da von einem Rückgang des Interesses. Allerdings kommen doch auf der anderen Seite immer noch viele neue Blogs dazu. Leider verschwinden allerdings viele davon bald auch wieder. Das ist sehr schade. Vielleicht nehmen sich die Bloggerinnen und Blogger einfach nicht genügend Zeit, um von diesem Bazillus erfasst zu werden. Man sollte sich ein Beispiel an Melodie nehmen.

Kölner Stadt-Anzeiger mit Relaunch

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Gesellschaft | am 30-05-2008

Meine liebste Seite ist nicht erreichbar. Hoffentlich Bestimmt lohnt sich das Warten.

Heute gab es in der Printausgabe einen ganz tollen Beitrag zum „Skandalurteil“ gegen den 18jährigen Erdinc S. aus Köln. Geschrieben hat ihn Joachim Frank. Der Titel seines Beitrages lautet: „Das Gefühl einer Gerechtigkeitslücke – Der Prozess gegen Erdinc S. wirkt wie ein Sprengsatz gegen den sozialen Frieden“.

Hier ein kleiner Auszug:

Der soziale Frieden beruht auf einer zentralen Abmachung: Die Bürger verzichten darauf, erlittenes Unrecht selbst zu ahnden. An ihrer Stelle soll der Staat die Täter zur Rechenschaft ziehen. Die Übertragung des Gewaltmonopols an den Staat ist aber nur plausible, solange die Bürger dessen Handeln im Großen und Ganzen für gerecht halten. Darum wirkt der Ausgang des Prozesses gegen den Kölner Erdinc S. wie ein Sprengsatz gegen die Fundament unseres Zusammenlebens.

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Abhöraffäre Telekom: Schäuble trifft Telekomanbieter

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Politik | am 30-05-2008

telephone

Heute morgen lese ich, dass Schäuble sich mit Vertretern deutscher Telekomanbieter treffen will. Und zwar im Zusammenhang mit dem Abhörskandal bei der Telekom. Er will bestimmt die Grenzen ausloten. Da kann er bestimmt noch was lernen – unser Bundesinnenminister.

Scheinbar hat die Telekom ja über Jahre auch modernste Technologie eingesetzt, um beispielsweise Bewegungsprofile der überwachten Personen zu erstellen. Das ist natürlich für Herrn Schäuble auch sehr interessant.

Wir sind vielleicht schlechte Verlierer!

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Pop | am 25-05-2008

So schlecht kann dieser Auftritt auch nicht gewesen sein. Ich habe die letzten 4-5 Songs angesehen und war allgemein entsetzt über dass, was man dem Zuschauer da zugemutet hat. Ok. Es ist der GrandPrix. Nicht mein Ding. Also halte ich mich zurück. Aber irgendwie typisch deutsch ist es, angesichts der schlechten Platzierung gleich wieder von Desaster und desatrösem Auftritt zu schreiben.

Etwas mehr Toleranz würde uns gut tun. Hoffentlich werden die Hoffnungen jetzt bloß nicht auch noch von Jogis Jungs enttäuscht. Der Song, den ich gestern Abend in der After-Show-Partie zum GrandPrix mitbekommen hatte, war jedenfalls schon mal echt scheiße. nicht so toll. Kein Vergleich jedenfalls mit der Nummer aus dem vorletzten Jahr von Sportfreunde-Stiller. Fand ich jedenfalls.

Bloggen bis zur <del>Abmahnung</del> Pleite

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Kritisch | am 20-05-2008

Das wäre manchem im Deutschland von heute vielleicht sogar ganz recht. Danach wäre nämlich sichergestellt, dass die- oder derjenige sich nicht mehr in Dinge „einmischt“, die sie oder ihn nun doch überhaupt rein gar nichts angehen.

Diesen Artikel mit dem schönen und verheißungsvollen Titel: „Bloggen bis zur Abmahnung“ sollte man lesen. Wenn wir seinen Inhalt ganz ernst nehmen, sollten wir auch gleich mit dem Bloggen Schluss machen. Diejenigen, die es ohnehin schon mal erwischt hat, wissen was es heißt und vor allem, dass man nirgends Hilfe kriegt, wenn man sie braucht. Rechtsschutz Fehlanzeige. Aber die Anwälte, die haben natürlich Spaß. Und wer macht unsere Gesetze? Welche Berufsgruppe ist in den Parlamenten spitzenmäßig vertreten? Richtig!

Quelle: Medienlese

1,50 € an der Tankstelle – Rosstäuscher sind wohl am Werk

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Gesellschaft, Wirtschaft | am 10-05-2008

Dieser Artikel beschreibt nüchtern und sachlich Fakten. Fakten, die schwer zu widerlegen sind. Vermutlich wird der Autor für den auch für den angeblich schwindenden Mittelstand gute Argumente finden. Ähnlich wie diejenigen, die den Klimawandel für eine ausgemachte Hysterie der Medien halten.

Irgendwie leben manche in einer Parallelwelt. Ich weiß nur nicht, ob ich oder die.

verbraucherpreisindex

Ist Deutschland der weltweit entwickeltste Rechtsstaat?

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Kritisch, Politik | am 04-05-2008

Vielleicht gibt es in Deutschland proportional die meisten Rechtsanwälte. Vielleicht sitzen in unseren Parlamenten im Verhältnis zu anderen Ländern die meisten Juristen. Mir scheint das allerdings nicht unbedingt dafür zu sprechen, dass dieser Staat ein besonders entwickeltes Rechtssystem hätte. Außerdem ist man dabei, die Bürgerrechte (alles im Dienste der Terrorismusbekämpfung) mehr und mehr zu reduzieren. Und wir schauen seelenruhig zu. Im Prinzip regt sich für meine Begriffe jedenfalls kaum Widerstand. Zum Glück haben wir das Bundesverfassungsgericht, das bisher in manchen Fällen unsere Politiker gezügelt hat. Die sehen das alles natürlich ein wenig anders:

Wir leben in Deutschland im entwickeltsten Rechtsstaat weltweit

(Dieter Wiefelspütz, Innenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, zu Sicherheitsgesetzen)

Vielleicht war das ja so. Denn nur wer sich auf einem hohen Niveau befindet, ist auch in der Lage, die Sache in der vorgesehenen Form zurück zu entwickeln.

Es könnte allerdings auch sein, dass Herr Wiefelspütz die Steuergesetzgebung meinte. Da sind wir, wie wir alle wissen, natürlich weltweit führend. Mehr Steuergesetze gibt es in keinem Land der Erde. Wenn ich das richtig im Kopf habe, kommen, weltweit gesehen, 80% der „Steuerliteratur“ aus Deutschland. Spricht diese Tatsache vielleicht für einen hohen Standard, Herr Wiefelspütz? Man könnte fälschlicherweise den Schluss daraus ziehen, dass unser Steuersystem funktioniert. Tut es ja zum Teil. Allerdings leider für die Seite der Privilegierten, weniger für die Gemeinschaft. Aber vielleicht geht es in Wahrheit ja auch darum.

McKinsey attestiert schwindenen Mittelstand in Deutschland

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Gesellschaft, Wirtschaft | am 04-05-2008

McKinsey belegt nun ebenfalls mit einer Studie, dass der deutsche Mittelstand in den letzten knapp 2 Jahrzehnten erheblich geschrumpft ist. Das hatten wir ja schon. Anfang des Jahres beschrieb das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), dass dies der Fall wäre.

McKinsey begründet die Entwicklung, die bis zum Jahr 2020 dazu führen könnte, dass 50 % der Bevölkerung ein Einkommen unterhalb des Durchschnittsniveau haben würde, damit, dass das Wirtschaftswachstum nicht ausreichend sei. Nun könnte man mal darüber nachdenken, ob es nicht eine Korrelation zwischen den Einkommen der Arbeitnehmer auf der einen und den teilweise drastisch gestiegenen Gewinnen vieler Unternehmen auf der anderen Seite gibt.

Warum sollte Wachstum dafür sorgen, dass die Einkommen der Menschen wieder steigen und diese deshalb nicht aus der Mittelschicht in die Unterschicht abrutschen? Wenn also die Unternehmen aufgrund der Situation am Arbeitsmarkt dafür sorgen können, dass ihre Arbeitnehmer auf kleiner Flamme weichgekocht und auf diese Weise (Druck auf Löhne und Gehälter) Gewinne maximiert werden können?

Die Begründung für die immer schlechteren Löhne wird auch künftig unisono lauten: Jobs gibt es nur, wenn eine entsprechende Produktivität sicherzustellen ist. Ohne Jobs mit anständigen Löhnen und Gehältern gibt es andererseits aber auch weiterhin einen schwindenden Mittelstand. Dieser dürfte dann wiederum in den kommenden Jahren auch im Lager der Konsumenten schmerzlich vermisst werden – diesmal von den Unternehmen. Irgendwie blöd. Beispielsweise für die Hersteller von Mittelklasseautos, bei denen die deutsche Automobilindustrie bereits heute Absatzprobleme auf dem Binnenmarkt beklagt. Der Export wird’s schon richten. Aber da wiederum müssen sich die Arbeitnehmer natürlich anstrengen. Sie stehen gerade dann in einem globalen Wettbewerb. Und der drückt bekanntlich (bei uns in Deutschland jedenfalls) auf die Löhne- und Gehälter. Einen Wettbewerb um die besten Köpfe kann sich die deutsche Wirtschaft natürlich nicht leisten. Deshalb wandern so viele Topleute aus und suchen sich im Ausland besser bezahlte Jobs. Erkennt irgendjemand einen logischen Bruch?

Höhere Steuern für Spitzenverdiener

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Gesellschaft | am 27-04-2008

Ich denke, das wäre eine vertretbare Headline. Es ist normal, dass Leute, die viel verdienen, auch viel Steuern bezahlen. Dass dies durch verschiedene Umstände in der Realität nun einmal anders ist, überrascht uns nicht wirklich. Schon lange nicht mehr. Wir haben nicht erst seit Liechtenstein und Klaus Zumwinkel geahnt, dass Leute, die viel Geld haben, auch eine gewisse Energie entwickeln, wenn es darum geht, möglichst viel Steuern am Fiskus vorbeizuschleusen. Auch wurde fairerweise ab und an die Frage gestellt, wie wir es denn im Alltag so halten. Ist es nicht die Regel, dass wir, allem Anschein zum Trotz, Gesetzesübertretungen begehen, die einen gewaltigen volkswirtschaftlichen Schaden anrichten? Ich denke natürlich insbesondere an die Schwarzarbeit, von der millionenfach profitiert wird. Scheinbar ist auch dies ein Kavaliersdelikt. Den gesamten Artikel lesen »

Otto Schilys Einkommensquellen

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Gesellschaft | am 23-04-2008

Kohl hat nie erzählt, woher die Spendengelder kamen. Schily will seine Einkünfte nicht offen legen. Dafür bekam er heute vom Bundestagspräsidium die Quittung. 22.000 Euro kostet ihn die Weigerung, seine Nebeneinkünfte offen zu legen.

Direkt haben beide Dinge nichts miteinander zu tun. Andererseits aber doch. Beide stellen sich über das Gesetz und gesellschaftliche Regeln. Beide fühlen sich einer Elite zugehörig. Sicher nicht nur ich habe das Gefühl, dass „Eliten“, um mal wieder radikal zu pauschalisieren, es nicht nötig haben, sich an die üblichen Spielregeln zu halten.

SpOn: Bundestagspräsidium verdonnert Schily zu 22.000 Euro Ordnungsgeld

Schön, wenn man einer Meinung ist

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Medien | am 20-04-2008

Der Tagesspiegel-Kommentar zur letzten Maybrit-Illner-Sendung am letzten Donnerstag im ZDF trifft es noch nicht ganz. Matthias Kalle nennt seinen Artikel „Im Kinderladen der 68-er“, im Kindergarten der 68-er wäre richtiger gewesen.

Gegenseitig warfen sich die Diskutanten vor, die Meinung des anderen nicht zu akzeptieren und immer Recht haben zu wollen. Wie es in solchen Fällen immer so ist: Die Diskussion wurde lautet und lauter. Phasenweise konnte man dem ohnehin reichlich uninteressanten Diskurs kaum folgen.

Das Thema ist vor allem für diejenigen von besonderem Reiz, die in diesen Jahren die Basis für alles Schlechte sehen, worüber wir heute so klagen. Egal, ob es Geburtenrückgänge sind, das schlechte Bildungsniveau unserer Jugend oder die Taten der RAF. Über so etwas werden heute 60minütige Diskussionen geführt. Und, was schlimmer ist, ich sehe mir den Scheiß auch noch an.

Stadtplaner vs. Manager

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Politik, Wirtschaft | am 19-04-2008

Es war einmal eine Kleinstadt. In Deutschland, in NRW. Dort waren in Folge der Globalisierung aufgrund schlechten Managements gleich einige Firmen pleitegegangen. Nun gab es schöne große Gewerbeflächen. Nur Interessen dafür – die gab es nicht. Noch nicht.

Ein gutes Jahrzehnt vorher hatte man einen schönen großen Platz mitten in dieser Kleinstadt umgepflügt und einen Verbrauchermarkt errichtet. Es gab ein Bürgerbegehren gegen dieses Vorhaben. Ohne Erfolg. Der so genannte Internatsplatz wurde bebaut und einige Zeit später öffnete besagter Verbrauchermarkt die Kassen. Leider klingelten sie nicht so, wie sich der Betreiber das erhofft hatte. Vielleicht lags ja daran, dass schon eine ganze Reihe von Geschäften in dieser Kleinstadt ansässig waren und sich erfolgreich gegen die neue Konkurrenz behaupteten. Der Verbrauchermarkt jedenfalls hielt eine Reihe von Jahren durch. Eine Umfirmierung innerhalb des zugehörigen Konzerns. Aber auch die Namensänderung brachte nicht die ersehnten Umsätze.

Inzwischen hatten die Stadtväter die frei gewordenen Gewerbeflächen saniert und fanden einen Interessenten. Blöderweise war es wieder ein Verbrauchermarkt. Ein grösserer als der, der damals auf besagtem Internatsplatz angesiedelt wurde. Das würde einen harten Konkurrenzkampf geben.

Als also die Entscheidung für den zweiten Verbrauchermarkt getroffen wurde, begannen die anderen ihre Koffer zu packen. Das Management entschied, dass sich das alles so nicht lohne und kündigte (trotz langer Kündigungszeit) den Vertrag. Einige Monate später wurde das Gebäude abgeschlossen. Für Jahre. Die Entscheidung hinsichtlich der weiteren Nutzung des Gebäudes machte der Stadt große Probleme. Gerade in diesen Wochen feiern die Stadtoberen. Sie haben es nach Jahren geschafft, das Gebäude einer, wie sie finden, sinnvollen Nutzung zuzuführen. Die Bürger sollen auch etwas davon haben. Man mag es kaum glauben.

Angesichts dieses Desasters stellen sich bei der Lektüre dieses Beitrages von Dr. Oliver Marc Hartwich Fragen. Im Beispielfall hatten Stadtplaner entschieden, Firmen städtischen Grund zur Verfügung gestellt. Ohne Rücksicht auf die bereits zu diesem Zeitpunkt angespannte Wettbewerbssituation. Das war nicht klug. Meine kleine Geschichte gibt da einen Hinweis. Die Unternehmen allerdings haben ihrerseits ebenfalls wenig klug gehandelt. Sie hätten untersuchen und beurteilen müssen, ob ihr Engagement in dieser Region unter diesen Umständen sinnvoll wäre. Vielleicht haben sie es getan und kamen zu falschen Schlüssen. Ich weiß es nicht.

Eines wird allerdings deutlich: In beiden Fällen wurden Entscheidungen gefällt, die am Ende nicht als Erfolg gewertet werden konnten. Weder für die Stadt, noch für die betreffenden Unternehmen und, was entscheidend ist, auch nicht für die Bürger. Abgesehen davon, gab es in der Stadt über Jahre eine ziemlich angespannte Wettbewerbssituation. Viele Geschäfte wurden in dieser Zeit geschlossen. Inzwischen hat sich die Sache ein wenig stabilisiert. Das hat weit mehr als 10 Jahre gedauert.

Es gibt also keinen Königsweg. Es ist nicht gut, wenn irgendwelche Stadtplaner solche Maßnahmen entscheiden. Sie greifen in kritischer Weise in den Markt ein, der solche Dinge besser selbst regeln sollte. Für die Bewohner der Stadt, wie in meinem Beispiel, kann das negativ wirken. Aber ebenso verhält es sich dann, wenn Unternehmen sich in einer wirtschaftlich nicht gerade attraktiven Region einen brutalen Wettbewerb bieten.

Klare Worte: Die Alternative zu Niedriglohn-Jobs ist Arbeitslosigkeit

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Gesellschaft | am 18-04-2008

Das ist nichts Neues. Und diese Feststellung gilt. Aber sie ist ein Totschlagsargument! 6 Mio. Berufstätige, so ein Pressebericht, arbeiten in Deutschland für wenig Geld. Nur – was ist wenig Geld?

Als Niedriglohn gilt ein Verdienst von weniger als zwei Dritteln des mittleren Stundenlohns. Die Schwelle lag danach 2006 in Westdeutschland bei 9,61 Euro und bei 6,81 Euro im Osten.

Der 5. Arbeitnehmer ist dieser Kategorie hinzuzurechnen. Damit liegt Deutschland international weit vorn. In Amerika ist es jeder 4. Arbeitnehmer, England liegt leicht über unserem Wert. Wir sind also auf dem besten Wege zu einem Niedriglohnland. Seit 1995 stieg der Anteil der Niedriglöhner um 43 Prozent. Den gesamten Artikel lesen »

Warnung von steigenden Lebensmittelpreisen und möglichen Hungersnöten

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Politik, Wirtschaft | am 13-04-2008

Kann es eigentlich einen schlimmeren Beweis dafür geben, was Kapitalismus ist bzw. welche Folgen er haben kann und wie menschenverachtend die gern so hochgelobten Gesetze des Marktes wirken können? In der ARD heißt es: IWF-Chef warnt vor steigenden Lebensmittelpreisen. Das ZDF meint sogar: „Hunderttausende werden an Hunger sterben“ Oder sind es vielleicht „Segnungen“ der Globalisierung, die uns gern als Konterpart zur besorgten Haltung sehr vieler Menschen, nicht nur in Deutschland, entgegen gebracht werden. Da die Forcierung von Biokraftstoffen unerwünschte Nebeneffekte im Hinblick auf genutzte Agrarflächen hat, findet man nun, dass man mit diesem Kurs auf dem Holzweg sei und dreht die Entwicklung mit ausdrücklicher Zustimmung mancher Umweltschützer wieder zurück. Den gesamten Artikel lesen »

Deutsche Blogger: Ganz schön unreif

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Medien, Politik | am 12-04-2008

Der Grad der Politisierung dokumentiert insofern die Professionalisierung, als Themen außerhalb des ganz privaten Wahrnehmungsbereichs ein weitaus größeres Publikum ansprechen sollen und auf Wirkung außerhalb der Privatsphäre angelegt sind. [Netzeitung, 11.04.2008]

Mich persönlich stört da schon eher die wirklich unübersehbar übertriebene Selbstreferenzialität unseres Nerdclubs (alias Blogszene)

Bekanntlich neigen wir Deutsche ja dazu, die Dinge zu ernst zu nehmen. Hoffentlich trifft das nicht auch auf diesen Schmarren zu.

Überprüft wurde durch eine differenzierte Stichwortanalyse, bei der z.B. die Häufigkeit von Begriffen wie «Irak», «George Bush», «Angela Merkel» oder «Terror» und «Saddam Hussein». Das Ergebnis ist prägnant: Keines der zahlreichen abgeprüften politischen Themen findet in mehr als einem halben Prozent der deutschsprachigen Blog-Einträge Verwendung, bei den US-amerikanischen in mehr als zehnmal soviel.

Schade, dass man das nicht so ohne weiteres nachprüfen kann. Jedenfalls ist mein persönlicher Eindruck diesbezüglich ein ganz anderer. Und ich spreche durchaus von deutschen bzw. deutschsprachigen Blogs.

BBC-Untersuchung: Wer kennt uns wohl am besten?

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Gesellschaft, Medien | am 05-04-2008

Das Ergebnis der BBC-Umfrage hat uns wohl überrascht. Bestimmt nicht nur uns. Dabei ist die WM doch nun schon zwei Jahr her. Da kann man mal sehen, wie positive Überraschungen eine ganz schöne Halbwertszeit erzielen können.

Nun kann ich mir eine Frage nicht verkneifen, die vielleicht längst gestellt worden ist: Wer kennt uns (Deutsche) eigentlich besser als diejenigen, die zusammen mit uns in diesem Land leben? Dass wir dort, also von den Türken, die noch in der Türkei leben, die schlechtesten Noten (47% beurteilen „uns“ negativ) kriegen, sagt also auch etwas aus. Vielleicht haben sich die Türken in der Türkei aber auch nur von der blöden Berichterstattung der dortigen Massenmedien negativ beeinflussen lassen? Alles wird gut.

Die verdichtete Wirklichkeit des Henryk M. Broder

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Gesellschaft, Medien | am 05-04-2008

Scheinbar gern bezieht er sich auf Leute, die auf gesellschaftliche Normen pfeifen. Leute, die so sind, wie er sich selbst wohl gern sieht. Ihr Handeln benutzt er für seine Zwecke und interpretiert es in seinem Sinne. Damit provoziert er bewusst und gern viele derjenigen, die er als die Lippenableser des Mainstreamjournalismus entlarvt zu haben glaubt.

Meistens sind das die Gutmenschen, manchmal auch die politisch Korrekten, aber am allerliebsten ist es ihm natürlich, wenn es Linke sind, auf die per se diese Eigenschaften ohnehin immer zutreffen. Dann läuft er sogleich zur Höchstform auf und hält uns einen riesigen, wenn auch ziemlich beschlagenen Spiegel vors Gesicht.

Er unterstellt nicht etwa nur denen, die er so gerade frontal angreift, sie seien einfach zu doof, das gerade aktuelle Thema zu erfassen oder sich rational hierauf einzustellen. Er demonstriert in einer schon fast schmerzhaften Art, was er von seiner Leserschaft hält. Er erzeugt nicht selten bei mir das Gefühl, ihm im Grunde dafür dankbar sein zu müssen, dass er sich überhaupt dazu herablässt, uns in seinen Artikeln die ganze Tragweite unserer Ignoranz und Dummheit klar zu machen.

Geert Wilder ist also kein Rechtspopulist. Dafür ist er ein lupenreiner Liberaler. Geschenkt!

Was er (Wilders) jedenfalls tut, ist in meinen Augen nicht der Akt eines Mannes, der sich mutig gegen einen menschenverachtenden und verabscheuenswerten Islamismus richtet. Wilders will Popularität – und das offenbar um jeden Preis. Seiner Jünger kann er dabei sicher sein. Broder gehört scheinbar dazu. Und genau das glaube ich nicht! Er kocht seine ganz persönliche und auch nicht ganz klare Brühe.

Politiker, auch Journalisten, behaupten gerne, dass man die Klugheit der Bevölkerung nicht unterschätzen solle. In Wahrheit aber glauben die meisten, wir seien einfach zu blöd, manche Zusammenhänge zu erkennen. Broder ist in dieser Beziehung auch keine keine Ausnahme. Im Gegenteil: Er meint sogar, er müsse uns seine Wahrheit als die einzige, die allein gültige verkaufen und nervt uns mit seinen teilweise wenigstens unterhaltsam geschriebenen, doch immer auch provozierenden Artikeln. Dieser (s. Link) ist dafür ein schlechtes gutes Beispiel.

Offenbar hält Broder doch, wie ich schon sagte, die Mehrheit seiner Mitbürgerinnen und Mitbürger für blöde, einfältige Spießer, die sich ein X für ein U vormachen lassen. Aber die Leute machen sich durchaus ein differenziertes Bild und sie haben Wilders als jemanden entlarvt, dem offenbar nichts wichtiger ist, als seine eigene Popularität. Wenn nicht alle, so doch die meisten der „Botschaften und Informationen“, die in Fitna zu sehen sind, waren längst bekannt. Schon deshalb muss man sich fragen, weshalb Wilders „Aktion“ so viel Beachtung zugekommen ist.

Grundsätzlich finde ich es gut, wenn man durch Provokation zu anderen und evtl. neuen Denkansätzen kommt. Aber darum ging es weder Wilders noch Broder. Beide wollten auf ihre eigene, unsägliche Art und Weise provozieren. Die Motive dafür waren so unterschiedlich nicht. Und genau das wird uns in solchen Fragen bestimmt nicht weiterhelfen.

Die Islamisierung kommt voran

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Gesellschaft | am 05-04-2008

Die Hassfrequenz wird an verschiedenen Stellen der Blogsphäre dramatisch angestiegen sein.

Die Zahl der Muslime in Deutschland ist einem Zeitungsbericht zufolge im vergangenen Jahr auf rund 3,5 Mio. gestiegen. Die Zahl erhöhte sich von 2006 auf 2007 damit um 200.000, wie der Berliner „Tagesspiegel“ unter Berufung auf das Islam-Archiv-Deutschland berichtete. (Kölner Stadt-Anzeiger von heute)

Oh Gott, dann wäre die Islamisierung ja spätestens in 400 Jahren abgeschlossen. Oder rechnet man da nicht mit einfachen Mehrheiten? Außerdem habe ich die Dynamik dieses Prozesses nicht einkalkuliert. Es ist also alles noch viel schlimmer.

Dialog

    Franz-Josef Hellseher (2)
    Horst Schulte: Ja, es gab Strauß-Fans. Ich kann das auch heute noch nicht verstehen. :( 10. 10. 2008 · 21:21


    eule70: Ich habe die Sendung nicht gesehen. Da war wohl ein Strauß-Fan am Werk ? :) Die soll’s ja geben… 9. 10. 2008 · 23:37


    Wer kein Land mehr sieht kauft scheinbar Land (6)
    Gilbert: Da stimme ich dir zu, wobei man es sich aber offensichtlich gerade bei der Ökologie immer noch leisten kann, jede Menge handwerkliche Fehler zu begehen, ohne... 9. 10. 2008 · 08:51


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