Gesellschaft
Wenn man aktuelle Berichte über den Besuch des Dalai Lama liest, kommt es einem schon so vor, als würde der Unterhaltungswert des Mannes langsam nachlassen. Und in unserer Zeit ist das wohl das Schrecklichste, was einem passieren kann.
Die Sache des Dalai Lama jedoch lebt von der öffentlichen Wirkung seiner persönlichen Auftritte. Vielleicht ist es im Moment noch so, dass seine Veranstaltungen gut besucht sind und dank des Rahmenprogramms sogar über eine gewisse Attraktivität verfügen. Diese zieht dann auch Menschen an, die mit Politik eigentlich wenig am Hut haben.
Gerade in Deutschland verfügt der Dalai Lama scheinbar über eine große Fangemeinde. Der verlinkte Artikel von Welt-Online beschreibt für meinen Geschmack ein wenig süffisant seinen gestrigen Auftritt in Bochum. » mehr lesen
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Gesellschaft
Hat der Dalai Lama im Vorfeld der Olympischen Spiele eine Kampagne initiiert? Eine Kampagne, die nun vielleicht zwangsläufig zu dem führt, was er doch immer so ausdrücklich ablehnt — zu gewalttätigen Demonstrationen mit vielen Toten?
Sicher hat er provoziert. Und trotzdem verlangt er Gewaltlosigkeit und rät andererseits davon ab, die Spiele zu boykottieren. Gleichzeitig aber nutzt er die Öffentlichkeit durch den günstigen Zeitpunkt. Autonomie für Tibet. Die Chinesen begreifen seine Kampagne jedenfalls als Provokation.
Nun geht es nicht um die Frage, wer recht hat. Sollten wir Partei für den Daila Lama ergreifen und damit etwa die Wiedereinführung eines feudalistischen Systems in Tibet, das bis zu seiner Flucht bestanden hat, unterstützen? Das vielleicht nicht, aber die Menschen in Tibet, die von der chinesischen Regierung mit Gewalt in die Schranken verwiesen werden, ganz sicher. Ich unterstütze einen Olympia Boykott! Meine Frau nicht! Sie findet, dass am Ende doch nur das chinesische Volk darunter leiden würde und natürlich die Sportler, die sich auf dieses Event jahrelang vorbereitet hätten.
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