Gegenöffentlichkeit oder Mob?

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Medien | am 12-05-2008

ZEIT online (bzw. Stefan Niggemeier) umreißt erneut das Spektrum der bundesdeutschen Blogsphäre und -logisch- eines meiner liebsten Blogs rückt auch in den Mittelpunkt dieses Beitrages.

Eines der drastischsten Beispiele dafür ist die islamfeindliche Seite Politically Incorrect (PI), die es geschafft hat, mit einer üblen Mischung aus Ressentiments, Unwahrheiten und tatsächlich besorgniserregenden Nachrichten über im Namen des Islams begangene Untaten zu einem der größten deutschen Blogs zu werden. Beunruhigend ist die Wirkung von PI in zweierlei Richtungen: Die Halbwahrheiten verbreiten sich von hier in vermeintlich seriöse Medien. Und andererseits eskaliert die Diskussion in den Kommentaren von PI in atemberaubender Weise. Angespornt von den mit Schimpfwörtern durchsetzten Meldungen, entwickelt sich unter den Autoren ein Wettbewerb um die drastischste Meinungsäußerung, der gelegentlich in Mordfantasien mündet.

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Weniger ist mehr – auch beim Bloggen?

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Unsortiert | am 23-04-2008

Dass ich seit der Einstellung meines Blogs Finger.Zeig.net erheblich weniger schreibe, hat weniger damit zu tun, dass mir die Lust zum Bloggen vergangen wäre, sondern es hat sich wohl so ergeben. Beruflich bin ich ordentlich angespannt und ihm Hotel habe ich keinen Internet-Anschluss. Das ist bestimmt der entscheidende Punkt. Hätte ich diesen Anschluss, würde gebloggt, dass die Heide wackelt. Weiterlesen »

Wordpress 2.5 Sicherheitslücke: War das nicht ein April-Scherz?

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Wordpress | am 20-04-2008

Da haben sich einige köstlich amüsiert. Ich hab’s, mal wieder, nicht gerafft. Nun scheint es aber doch ernst zu sein.

Die Süddeutsche Zeitung hat ein Problem mit uns

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Medien | am 19-04-2008

Die erneute Beschäftigung der Süddeutschen Zeitung mit der deutschen Blogszene spricht doch eigentlich eher für als gegen uns. Der Artikel ist lang und -Entschuldigung- ziemlich belanglos. Unter dem SZ-Niveau.

In meinen Augen trifft die Beurteilung ganz einfach nicht zu. Wir sind ganz einfach anders, als es dort beschrieben wird. Dass sich deutsche Blogger von amerikanischen, englischen oder anderen unterscheiden, muss ja wohl nicht unbedingt ein Nachteil sein. Warum sollten wir uns so etwas einreden lassen?

Was mich persönlich etwas an der deutschen Blogszene stört, ist der unübersehbare Hang zur Selbstreferenzialität. Wir drehen uns zu stark um uns selbst. Das erweckt einen falschen Eindruck. Und ja, scheinbar sind Blogtechnik und Dinge, die eigentlich mit dem, was Bloggen ausmachen sollte, wichtiger, als Misstände anzuprangern. Obwohl – ich persönlich tue das ja am laufenden Band. Natürlich nicht zur Freude aller. Und es gibt genügend Blogs (sehr gute – möchte ich hinzufügen), die sich ebenfalls mit Politik und gesellschaftlichen Fragen kritisch auseinandersetzen. Dort ist man ganz anderer Meinung als ich – in politischer Hinsicht jedenfalls. Natürlich steht es weder der Süddeutschen Zeitung noch mir zu, über die Qualität einer deutschen Blogsphäre Urteile abzugeben. Aber lasst sie mal.

Ich blogge aus Spaß an der Freude und so oberflächliche Berichte machen mich ehrlich gesagt weder nachdenklich, noch ärgerlich.

Deutsche Blogger: Ganz schön unreif

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Medien, Politik | am 12-04-2008

Der Grad der Politisierung dokumentiert insofern die Professionalisierung, als Themen außerhalb des ganz privaten Wahrnehmungsbereichs ein weitaus größeres Publikum ansprechen sollen und auf Wirkung außerhalb der Privatsphäre angelegt sind. [Netzeitung, 11.04.2008]

Mich persönlich stört da schon eher die wirklich unübersehbar übertriebene Selbstreferenzialität unseres Nerdclubs (alias Blogszene)

Bekanntlich neigen wir Deutsche ja dazu, die Dinge zu ernst zu nehmen. Hoffentlich trifft das nicht auch auf diesen Schmarren zu.

Überprüft wurde durch eine differenzierte Stichwortanalyse, bei der z.B. die Häufigkeit von Begriffen wie «Irak», «George Bush», «Angela Merkel» oder «Terror» und «Saddam Hussein». Das Ergebnis ist prägnant: Keines der zahlreichen abgeprüften politischen Themen findet in mehr als einem halben Prozent der deutschsprachigen Blog-Einträge Verwendung, bei den US-amerikanischen in mehr als zehnmal soviel.

Schade, dass man das nicht so ohne weiteres nachprüfen kann. Jedenfalls ist mein persönlicher Eindruck diesbezüglich ein ganz anderer. Und ich spreche durchaus von deutschen bzw. deutschsprachigen Blogs.

Blogs und das liebe Geld

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Medien | am 06-04-2008

Kann man von Blogs leben? Ja, verdammt, seit jeher, noch als die Blogosphäre klitzeklein war, dazu brauche ich weder Google noch Banner. Wer nur auf den Kanal Werbung starrt, weiß gar nicht wirklich zu schätzen, welch eigentliches Juwel im Blogtresor unbeachtet lagert. Man selbst ist es, das Blog ist lediglich für den richtigen Schliff da. Alles was man tun muss, kann man im Vorbeigehen erledigen, man muss sich nicht verbiegen. Sollte das, womit man sich auf dem Blog engagiert, fundiert und regelmäßig auseinandersetzt, kompatibel zur Kommerzwelt sein, befindet man sich auf einmal in der Antwortwelt “ja, ich kann von Blogs leben”. Die Werbewelt ist in meinen Augen nur das fünfte Rad am Wagen bei der Gesamtthematik “Blogs+Geld”. Für einige mag Werbung mehr sein, doch für die meisten liegt die eigentliche Antwort greifbar nahe, die Wenigsten erkennen das. Robert Basic, 4.4.08

(Hervorhebungen von mir)

Was den Bloggern zu denken geben sollte

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Allgemein | am 21-03-2008

Bestimmt hat das schon mal einer geschrieben. Aber mir fällt auch auf, dass sich die Blogsphäre doch im Wesentlichen um sich selbst dreht. Ich meine das daran zu merken, dass, meistens dann, wenn ich nicht über politische, wirtschaftliche oder gesellschaftliche Themen sondern über eher „technische Dinge“ (Themes, PHP, CSS o.ä.) schreibe, viel eher eine Reaktion in Form von Kommentaren erfolgt. Das betrübt mich etwas. Außerdem ist das wohl eher kein gutes Zeichen für die Entwicklung des Bloggens insgesamt.

Brunnenvergifter der deutschsprachigen Netzöffentlichkeit

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Medien | am 16-03-2008

Es ist wohl in erster Linie ein Problem der so genannten A-Blogger. Leute, die kleine Blogs führen, kennen das Problem natürlich auch, allerdings weniger aus eigener Erfahrung im eigenen Blog. Soweit, so schlecht.

Zum einen gibt es Kommentare in Blogs, deren Autoren die im Artikel der Süddeutschen Zeitung beschriebenen ausfälligen Kommentare geradezu herausfordern – in meinen Augen sind sie sogar absolut erwünscht. Das Ganze hat in meinen Augen den Vorteil, dass man als Leser ziemlich flott erkennt, um was es dort geht. Viele wissen vermutlich, an welche Blogs ich da gerade denke.

Natürlich kann man auch schnell ungewollt zum Ziel etwas merkwürdiger Zeitgenossen werden und sich dem Tun letztlich etwas hilflos ausgeliefert sehen. Damit wird es dann für den kleinen Blogger schon unangenehmer. Im Artikel der SZ sind auch diese Fälle ausdrücklich erwähnt.

Es wäre schade, wenn man die Kommentarfunktion wirklich abstellen müsste, nur weil ein paar Leute sich einfach nicht an die einfachsten Regeln halten wollen. Auf den Austausch mit den Leserinnen und Lesern können insbesondere kleine Blogs wohl eher noch schlechter verzichten als die großen.

Dialog

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