
Autor: Horst Schulte | abgelegt in Gesellschaft, Wirtschaft | am 04-05-2008
McKinsey belegt nun ebenfalls mit einer Studie, dass der deutsche Mittelstand in den letzten knapp 2 Jahrzehnten erheblich geschrumpft ist. Das hatten wir ja schon. Anfang des Jahres beschrieb das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), dass dies der Fall wäre.
McKinsey begründet die Entwicklung, die bis zum Jahr 2020 dazu führen könnte, dass 50 % der Bevölkerung ein Einkommen unterhalb des Durchschnittsniveau haben würde, damit, dass das Wirtschaftswachstum nicht ausreichend sei. Nun könnte man mal darüber nachdenken, ob es nicht eine Korrelation zwischen den Einkommen der Arbeitnehmer auf der einen und den teilweise drastisch gestiegenen Gewinnen vieler Unternehmen auf der anderen Seite gibt.
Warum sollte Wachstum dafür sorgen, dass die Einkommen der Menschen wieder steigen und diese deshalb nicht aus der Mittelschicht in die Unterschicht abrutschen? Wenn also die Unternehmen aufgrund der Situation am Arbeitsmarkt dafür sorgen können, dass ihre Arbeitnehmer auf kleiner Flamme weichgekocht und auf diese Weise (Druck auf Löhne und Gehälter) Gewinne maximiert werden können?
Die Begründung für die immer schlechteren Löhne wird auch künftig unisono lauten: Jobs gibt es nur, wenn eine entsprechende Produktivität sicherzustellen ist. Ohne Jobs mit anständigen Löhnen und Gehältern gibt es andererseits aber auch weiterhin einen schwindenden Mittelstand. Dieser dürfte dann wiederum in den kommenden Jahren auch im Lager der Konsumenten schmerzlich vermisst werden – diesmal von den Unternehmen. Irgendwie blöd. Beispielsweise für die Hersteller von Mittelklasseautos, bei denen die deutsche Automobilindustrie bereits heute Absatzprobleme auf dem Binnenmarkt beklagt. Der Export wird’s schon richten. Aber da wiederum müssen sich die Arbeitnehmer natürlich anstrengen. Sie stehen gerade dann in einem globalen Wettbewerb. Und der drückt bekanntlich (bei uns in Deutschland jedenfalls) auf die Löhne- und Gehälter. Einen Wettbewerb um die besten Köpfe kann sich die deutsche Wirtschaft natürlich nicht leisten. Deshalb wandern so viele Topleute aus und suchen sich im Ausland besser bezahlte Jobs. Erkennt irgendjemand einen logischen Bruch?

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Wirtschaft | am 23-03-2008
Die Netzeitung berichtet über einen Kahlschlag in der Autoindustrie. Viele Online-Medien berichten über einen möglichen Arbeitsplatzabbau von bis zu 20.000 Stellen in Deutschland in den nächsten Jahren.
Die Meldungen beziehen sich auf eine Studie des Prof. Ferdinand Dudenhöffer. Im Inland müssen Kapazitäten von 370.000 Fahrzeugen abgebaut werden. Die Reduzierungen werden nach dieser Studie bis 2013 vorgenommen werden. Im Prinzip heißt das, dass eine ganze Fabrik dicht macht. Zum einen erwartet Dudenhöffer einen Rückgang des Automobilabsatzes in Deutschland nach 2009, zum anderen sei der Export lokal gefertigter Fahrzeuge in die USA und Russland durch den hohen Eurokurs und hoher Einfuhrzölle in Russland erschwert.
Leider war den Informationen, soweit ich das sagen kann, nicht zu entnehmen, in welchem Umfang die mangelhafte Binnennachfrage in Deutschland (sprich weiter sinkendes Lohnniveau mit seinen negativen Auswirkungen) zu dieser Prognose beigetragen hat. Einige Aussagen finde ich inkonsistent. Dudenhöffer spricht einerseits davon, dass der deutsche Automarkt keine ausreichende Nachfrage (nach 2009) mehr zeige und spricht davon, dass die Fertigungen u.a. in die USA verlegt würden. Für die USA prognostiziert der gleiche Mann dann allerdings ebenfalls eine Krise, die er als Folge der dortigen Immobilienkrise vorhersieht. Er argumentiert dabei mit dem Absatzrückgang von Autos von ca. 5,3 % in den Monaten Januar und Februar 2008 in den USA gegenüber dem Vorjahr.
Derzeit verkauften deutsche Hersteller in den USA im Jahr 903.000 Autos, produzierten dort aber nur 670 000 Stück. Bis 2013 werde dieser Netto-Export-Effekt von heute 233.000 Fahrzeugen auf 100.000 sinken, erwartet Dudenhöffer. (TAZ)
Ganz besonders interessant fand ich den Hinweis darauf, dass US-Autobanken künftig mit Problemen zu rechnen hätten. Die Amerikaner leasen zu einem großen Teil ihre Autos. Nach Ablauf der Fristen kommen große Mengen von „spritfressenden“ Autos an die Banken zurück und können nur mit großen Verlusten weiterverkauft werden. Trifft dieses Szenarium zu, so werden also auch in diesem Bereich umfangreiche Wertberichtigungen erforderlich. In einem solchen Markt Kapazitäten auszubauen scheint unter diesen Voraussetzungen für meine Begriffe auch nicht sonderlich klug zu sein.
Manager-Magazin: Tausende Jobs bedroht

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Unsortiert | am 19-01-2008
In der Kategorie bis 60 000 km haben der Mazda 2 bei den Kleinwagen und den Skoda Oktavia in der Kompaktklasse die Nase vorn. (Motorzeitung)
Ist das jetzt schon selektive Wahrnehmung? Gerade habe ich mit meinem Auto die 30.000km-Marke (seit März 2007) überschritten. Demnach darf ich mich doch einigermaßen in Sicherheit wiegen – oder?
Und so sieht er aus (allerdings ist er schwarz):
Skoda Octavia RS

Autor: Horst Schulte | abgelegt in Wirtschaft | am 07-01-2008
Würde man eine solche Aussage auf den deutschen Automarkt basieren, so hätten wir einen „feinen“ Beitrag für die Diskussion um die Mindestlöhne. Ferdinand Dudenhöffer stellte ein Szenarium für das Jahr 2015 vor. Er prognostiziert: «Der Markt für Billigautos wird in den nächsten dreizehn Jahren das am schnellsten wachsende Marktsegment im Weltautomobilgeschäft.»
Am 10. Januar stellt der indische Konzern Tata ein 2500-Dollar-Auto vor. Detroit hat das eigene Portfolio bereits ebenfalls um Billigautos erweitert. Dudenhöffer glaubt, dass 2015 bereits 30% aller Neuwagen in den Schwellenländer Billigautos sein werden. Und natürlich wird dort für dieses Segment besonders geplant (s. Indien). Den gesamten Artikel lesen »