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Wirtschaft

Studie: Arbeitsplätze in der deutschen Autoindustrie bedroht

23.03.2008 um 16:37 Uhr [0]

Die Netzeitung berichtet über einen Kahlschlag in der Autoindustrie. Viele Online-Medien berichten über einen möglichen Arbeitsplatzabbau von bis zu 20.000 Stellen in Deutschland in den nächsten Jahren.

Die Meldungen beziehen sich auf eine Studie des Prof. Ferdinand Dudenhöffer. Im Inland müssen Kapazitäten von 370.000 Fahrzeugen abgebaut werden. Die Reduzierungen werden nach dieser Studie bis 2013 vorgenommen werden. Im Prinzip heißt das, dass eine ganze Fabrik dicht macht. Zum einen erwartet Dudenhöffer einen Rückgang des Automobilabsatzes in Deutschland nach 2009, zum anderen sei der Export lokal gefertigter Fahrzeuge in die USA und Russland durch den hohen Eurokurs und hoher Einfuhrzölle in Russland erschwert.

Leider war den Informationen, soweit ich das sagen kann, nicht zu entnehmen, in welchem Umfang die mangelhafte Binnennachfrage in Deutschland (sprich weiter sinkendes Lohnniveau mit seinen negativen Auswirkungen) zu dieser Prognose beigetragen hat. Einige Aussagen finde ich inkonsistent. Dudenhöffer spricht einerseits davon, dass der deutsche Automarkt keine ausreichende Nachfrage (nach 2009) mehr zeige und spricht davon, dass die Fertigungen u.a. in die USA verlegt würden. Für die USA prognostiziert der gleiche Mann dann allerdings ebenfalls eine Krise, die er als Folge der dortigen Immobilienkrise vorhersieht. Er argumentiert dabei mit dem Absatzrückgang von Autos von ca. 5,3 % in den Monaten Januar und Februar 2008 in den USA gegenüber dem Vorjahr.

Derzeit verkauften deutsche Hersteller in den USA im Jahr 903.000 Autos, produzierten dort aber nur 670 000 Stück. Bis 2013 werde dieser Netto-Export-Effekt von heute 233.000 Fahrzeugen auf 100.000 sinken, erwartet Dudenhöffer. (TAZ)

Ganz besonders interessant fand ich den Hinweis darauf, dass US-Autobanken künftig mit Problemen zu rechnen hätten. Die Amerikaner leasen zu einem großen Teil ihre Autos. Nach Ablauf der Fristen kommen große Mengen von “spritfressenden” Autos an die Banken zurück und können nur mit großen Verlusten weiterverkauft werden. Trifft dieses Szenarium zu, so werden also auch in diesem Bereich umfangreiche Wertberichtigungen erforderlich. In einem solchen Markt Kapazitäten auszubauen scheint unter diesen Voraussetzungen für meine Begriffe auch nicht sonderlich klug zu sein.

Manager-Magazin: Tausende Jobs bedroht

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Gesellschaft

Wir versaufen unserer Oma ihr klein Häuschen

04.03.2008 um 12:59 Uhr [1]

Nicht nur, dass der “Aufschwung” nur bei denen ankommt, auf die der Rest neidisch sein soll, nun erfahren wir, dass der Mittelstand in Deutschland wegschrumpft. Was wohl keine so große Überraschung darstellt, wenn man sich die anhaltend miese Entwicklung in unserem Land so ansieht. Die- oder derjenige, der heute noch einen “normal” bezahlten Job sein Eigen nennen kann, befindet sich vielleicht (noch) jenseits der Mittelstandsgrenze. Wie viele aber sind inzwischen über diese Grenze hinaus gerutscht? Auch bei den Unternehmen, die immer gern als das Rückgrat unserer Wirtschaft bezeichnet werden. Der Mittelstand hat doch von den DAX-Unternehmen längst Lehre angenommen und drückt die Löhne und Gehälter ebenfalls auf Teufel komm raus.

Da hilft kein Schönreden. Noch ein paar Arbeitsplätze mehr ins Ausland, noch ein bisschen mehr Druck auf Löhne und Gehälter und ihr könnte eure schönen Mercedes, BWM und Audi selbst spazieren fahren. Ihr Knallköppe!

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Gesellschaft, Wirtschaft

Ein ganz neuer Grund für Massenentlassungen

24.02.2008 um 17:38 Uhr [2]

Im Saarland hat die Erde gebebt. 4.0 auf der Richterskala. Das ist nicht von Pappe und entsprechend groß ist die Sorge in der betroffenen Region des Saarlandes. Fast die gesamte Belegschaft des Bergwerk Saar der RAG Deutsche Steinkohle (3.600 Bergleute) wurde freigestellt. Ob Kurzarbeit angemeldet werden muss, wird in den nächsten Tagen entschieden.

Das sieht nicht gut aus für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens. Schon vor Jahresfrist war dort von Massenentlassungen die Rede. Nun gab es ein Erdbeben, bei dem eine Reihe Gebäude beschädigt wurden. Ein Junge stürzte von einer Leiter und zwei Menschen mussten nach Angaben der Polizei wegen psychischer Probleme behandelt werden. In der Region gibt es Proteste wegen der Gefahren, die mit der Steinkohleförderung verbunden sind. Es war nicht das erste Beben. Bis Sonntag Mittag gingen 250 Schadensmeldungen ein.

Der Westen: Ursachen für große Erdbebenstärke nicht genau geklärt

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Gesellschaft, Wirtschaft

Worte, nichts als Worte

22.02.2008 um 19:31 Uhr [0]

Ob offene Worte der Unternehmensleitung wohl den Schmerz über den Verlust des Arbeitsplatzes mildern könnten?

  • Unternehmen sollten immer mit offenen Karten spielen und deutlich und klar sagen, worum es bei der Entlassung geht und was den Mitarbeitern droht.
  • Sie sollten durch Zahlen belegen, warum die Entlassungen notwendig sind.
  • Sie müssen mit einer klaren Vision und überzeugenden Strategien deutlich machen, wie das Unternehmen in Zukunft erfolgreich sein will.
  • Sie sollten den Betroffenen helfen, möglichst schnell wieder einen Job zu bekommen – durch Bewerbertrainings, Weiterbildungskurse und Jobvermittlungen.
  • Alle, die dableiben, brauchen eine intensive Betreuung. Sie dürfen nicht das Gefühl haben, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis auch sie dran sind und gehen müssen. Sie sollten die Wertschätzung, die sie weiterhin haben, auch deutlich spüren.

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Wirtschaft

Stress kostet Europa geschätzte 20 Mrd. Euro

04.02.2008 um 21:18 Uhr [0]

Man kennt das seit Jahrzehnten. Wir sind ja sooo gestresst. Wer nicht gestresst ist, der ist wohl auch nicht wichtig. Die Schätzung, dass der Faktor Stress die Unternehmen rund 20 Mrd. Euro kostet, wurde im Jahre 2002 durchgeführt. Damals gab es noch 15 Mitgliedsstaaten.

Nach einer neuen Studie soll jeder fünfte Arbeitnehmer unter Stress leiden. So wichtige Leute gibt es also!? Wenn es doch so einfach wäre. Viele Menschen werden durch die Anforderungen, die die heutige Arbeitswelt an sie stellt, krank. Möglicherweise nur, weil einige Faktoren entfallen sind, die vielleicht früher gar nicht als so besonders wichtig empfunden wurden — sie waren irgendwie selbstverständlich. Sie waren ganz einfach vorhanden, während sie im Zeitalter des Turbokapitalismus wohl abhanden gekommen sind. » mehr lesen

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Wirtschaft

Nokia Handy-Weitwurf-Wettbewerb

31.01.2008 um 15:39 Uhr [1]

Nähere Infos zu diesem Wettbewerb gibt es hier.

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Gesellschaft, Medien, Politik, Wirtschaft

Der gute Finne und die doofen deutschen Politiker

27.01.2008 um 17:32 Uhr [0]

Ich finde es seltsam, dass die FAZ die Handlungsweise des Nokia Vorstandes als umsichtige und strategische Entscheidung eines multinationalen Konzerns lobt und gleichzeitig deutsche Politiker zu Populisten abstempelt, weil sie dieses Management kritisieren. So gesehen tun doch beide ihren Job. Dort der Unternehmensvorstand (der Mensch Olli-Pekka Kallasvuo), in dem er schwere und weitreichende Entscheidungen trifft –ich habe beim Lesen hin und wieder geschlurzt, so gerührt war ich– und hier die deutschen Politiker, die sich auftragsgemäß bemühen, Schaden vom deutschen Volk (hier speziell der Nokia-Arbeitnehmer) abzuwenden.

Bloß sind letztere, weil es sich das ja immer so gut macht, einmal mehr die Blöden. Sie haben versäumt, die Subventionsbedingungen klug und sinnvoll auszuhandeln. Sie haben nicht kontrolliert und am Ende einmal mehr das Vertrauen ihrer Wähler verspielt. Diese Blödmänner. So leicht lässt es sich in Deutschland gegen demokratisch gewählte Leute Stimmung machen.

Das kotzt mich manchmal noch mehr an, als die Einlassungen mancher ach so abgeklärter wirtschaftsliberaler Journalisten, die uns im Prinzip in solchen oder ähnlichen Situationen gern vermitteln, dass ja ohnehin alles völlig unvermeidlich sei. Globalisierung eben. Und den Mindestlohn gäbe es deshalb sowieso schon mal nicht.

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Gesellschaft, Wirtschaft

“PIN” ist insolvent: Wisst ihr noch, wer das war?

27.01.2008 um 12:12 Uhr [5]

pin_mutter_pleite.jpg

Diese kleine Meldung las ich heute in der Zeitung. Wir müssen wohl davon ausgehen, dass die Nokia-Nachrichten bald auf dieses “Normalmaß” zusammengeschrumpft sein werden. Dafür sprechen alle Erfahrungen.

Wie wir auch lesen konnten, steht in den Nokia - Leitsätzen etwas, was wir aus vielen anderen Unternehmensleitbildern ebenfalls gut kennen: «Der Mensch steht im Mittelpunkt» Das hört sich gut an, stimmt aber so eigentlich nur selten. Man sollte diesen Satz ergänzen: “… und damit jedem im Weg“. Das würde vermutlich besser passen. » mehr lesen

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Wirtschaft

Wirksame Maßnahmen gegen Nokia!?

26.01.2008 um 20:19 Uhr [0]

Hier zum Beispiel. [via]

oder aus aktuellem Anlass:

und hier noch der intellektuelle Gegenentwurf von Rayson.

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Politik, Wirtschaft

“Kauft nicht bei Finnen!”

26.01.2008 um 17:52 Uhr [0]

Kann man die momentane Stimmung in Deutschland besser zusammenfassen? Schmidt und Pocher haben einmal mehr provoziert, und bestimmt stecken sie die Kritik auch in diesem Fall weg. Für meine Begriffe passt diese Reminiszenz doch wie die Faust aufs Auge?

Heute lesen wir, dass Nokia womöglich gegen Subventionsauflagen verstoßen haben könnte. Die einen nehmen das als Beleg dafür, dass das Thema Subventionen endlich auf den Prüfstand gehöre (wie seit Jahrzehnten eigentlich) und die anderen verschärfen ihre Kritik am Unternehmen. Mich wundert es, dass die vermeintlichen Verstöße gegen die Auflagen erst jetzt auffallen. Schließlich geht es doch um richtig viel Geld (90 Mio. Euro). Gibt es keine Kontrollen, damit solche Auflagen auch wirklich eingehalten werden? Offenbar doch nicht. » mehr lesen

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Wirtschaft

Basiswissen für Manager: Kündigen, Auskotzen lassen, Verständnis zeigen, in Deckung bleiben

26.01.2008 um 16:33 Uhr [0]

Mitarbeiterführung anno 2008:

Führungskräfte lernen im Grundseminar, wie ein Mitteilungsgespräch funktioniert: Entscheidung mitteilen, Betroffene den Frust aussprechen lassen, Verständnis äußern, aber an der Entscheidung festhalten.

aus dem letzten Newsletter Business-Wissen

Jetzt verstehe ich eigentlich auch, weshalb “die Manager” immer als Erstes darauf kommen, Mitarbeiter zu entlassen, wenn’s mal eng wird. Offenbar wird ihnen das also sozusagen mit der Muttermilch eingegeben.

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Gesellschaft, Medien, Musik

Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt

26.01.2008 um 15:23 Uhr [1]

Bei Mario fand ich ein YouTube Video, in dem Reinhard Mey seinen Titel “Sei wachsam” vorträgt. Auch ich verehre Reinhard Mey seit meiner Jugend. Viele seiner Lieder, auch die von Hannes Wader und Konstantin Wecker höre ich bis heute oft und gern. Diesen Text (”Sei wachsam“) kannte ich aber noch nicht, und er spricht mich eigentlich auch nicht an. Er repräsentiert für mich schließlich auch nur das, was wir der Politik gern als “Populismus” vorhalten. Mey spricht aus, was alle denken. Immer sind die anderen schuld. Wir sind die Opfer. Die Haltung wird es nicht bringen. Da muss schon mehr passieren. Wer konsumiert denn die Produkte, die uns z.B. solchen Verdruss bringen? Schließlich verfügen wir über ein Wahlrecht. Nicht nur bei politischen Entscheidungen. » mehr lesen

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Gesellschaft, Politik, Wirtschaft

Wunderbar — so ein Aufschwung

20.01.2008 um 00:25 Uhr [2]

Steuern, Abgaben und die steigenden Preise belasten die Einkommen der deutschen Arbeitnehmer. Heute verdienen sie sogar weniger als 1991. In der gleichen Zeit sind die Belastungen durch Sozialversicherungen und den Fiskus um 22 Prozent gestiegen. (RP-Online)

Da ist es doch wirklich komisch, dass die Leute ständig wiederholen, der Aufschwung sei nicht bei ihnen angekommen. Dafür hält im Moment der Eindruck bei vielen erneut Einzug, dass die eigene Existenz womöglich auf tönernen Füßen steht. Keine guten Aussichten für die Binnenkonjunktur, die immer noch nicht in die Gänge gekommen ist. Darüber sollte sich allerdings unter diesen Voraussetzungen auch niemand wundern.

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Gesellschaft, Politik, Wirtschaft

Staatliche Subventionen für den Strukturwandel?

19.01.2008 um 10:37 Uhr [0]

Es ist schon was dran, was Frau Weingärtner (TAZ) zu unserer Doppelmoral in Sachen Subventionen für die Wirtschaft geschrieben hat. Wir setzen einfach zuviel voraus. Unter der Prämisse, dass unsere Politikerinnen und Politiker immer nur das tun, was dem deutschen Volk nutzt oder zumindest nicht schadet, ist diese Erwartungshaltung ja auch quasi verordnet.

Es kämen ein paar grundsätzliche Fragen in Betracht. Z.B. ob es denn so toll ist, Mitglied einer EU zu sein, den Euro eingeführt zu haben und vielleicht weitere Dinge, die zwar öffentlich kontrovers diskutiert werden aber, mit all ihren Aspekten in der medialen Meinungsbildung jedoch in noch so vielen Zweiminuten-Beiträgen einfach nicht hinlänglich beleuchtet werden. Wir bilden uns zu oft unsere Meinung aufgrund von Stimmungsbildern. Wir schauen nicht genau hin, wägen nicht hinreichend ab. » mehr lesen

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Gesellschaft, Wirtschaft

Subventionen für die Wirtschaft

17.01.2008 um 13:17 Uhr [3]

Subventionen für den Strukturwandel im Ruhrgebiet werden wohl viele Menschen in Deutschland richtig gefunden haben. Deshalb ist es auch verständlich, weshalb nicht nur Ministerpräsident Rüttgers Nokia nun massiv kritisiert, weil kurz nach Ablauf der vereinbarten Schutzfristen die Arbeitsplätze nach Rumänien verlagert werden. Allein das Land NRW war im Falle Nokia mit ca. 60 Mio. Euro dabei. Der Bund soll weitere ca. 20 Mio. Euro beigesteuert haben. Aus heutiger Sicht war das wohl ein ganz schlechtes Geschäft.

Und genau dieses, also ein Geschäft, ist diese Vereinbarung wohl auch nie gewesen. Das Unternehmen hat die Gelder abgegrast. Da finde ich es schon zulässig, wenn man Nokia deshalb als “Subventionsheuschrecke” bezeichnet. Wenn man dazu noch hört, dass bereits im Jahr 2002 Verhandlungen mit der Gemeinde in Rumänien über die dort zu schaffende Infrastruktur geführt worden sind, kommt ein böser Verdacht auf. Nokia belegt gemeinsam mit den Zulieferfirmen etwa 50 % des danach neu geschaffenen Industrieparks. Wenn man dann noch hört, dass die EU zwar keine direkten Gelder an das Unternehmen gezahlt hätte, sich aber sehr wohl an den Infrastrukturkosten beteiligt hätte, wird das Bild ziemlich rund. » mehr lesen

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Gesellschaft, Wirtschaft

Vagabundierender Kapitalismus is back

16.01.2008 um 20:45 Uhr [0]

Nun wird es Mehdorn übel genommen, dass er das tut, was Manager in der “freien Wirtschaft” mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit nicht anders machen würden. Der Mann hat doch schließlich dort gelernt und wendet das Gelernte angesichts der unverfrorenen Gewerkschaftspolitik nun an. Dass er ein unbequemer, dafür aber sehr gradliniger Mann ist, das weiß man nicht erst seit seinen Fehden mit Herrn Schell. 200 Mio. € soll nach seiner Rechnung der noch nicht unterschriebene Tarifabschluss das Unternehmen kosten. Das ist mal eine Aussage. Nun macht die Bahn ja auch ein paar Euro Umsatz und sie soll ja sogar (dank Mehdorn) profitabel sein. Komisch, dass man ihm nun übel nimmt, dass er das auch für die Zukunft sicherstellen möchte. Einerseits habe ich Spaß an dieser Tarifauseinandersetzung gehabt, andererseits wundert es mich aber nicht, dass Mehdorn nun offenbar “zurückschlagen” will. Dass die Gewerkschaften außer sich sind ist normal, und dass die Verbraucher über die gleichfalls angekündigten Preiserhöhungen verärgert sind, ebenfalls. Aber dieser Tiefensee. Hat der wirklich geglaubt, dass er den Krieg zwischen den beiden Streithähnen einfach so (über seinen Filo-Krisen-Plan, der auf eine DINA 5-Seite passte) beilegen zu können? Politiker eben… » mehr lesen

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Gesellschaft, Politik, Wirtschaft

Wir sollten uns nicht vormachen, dass Glück sich als Sozialleistung organisieren lässt.

30.12.2007 um 17:18 Uhr [0]

Ist das nicht ein wahrhaft kluger Satz? Der Bundespräsident hat ihn in einem Interview mit der FAZ gesagt. Für mich beweist das einmal mehr, wie wenig Politiker doch von dem begriffen haben, was ihre Bürgerinnen und Bürger wirklich beschäftigt. Er schreibt der deutschen Bevölkerung einerseits ein hohes Maß an Klugheit zu und auf der anderen Seite kommt er mit Sätzen wie denen heraus, die ich als Titel für diesen Beitrag gewählt habe. Das passt nicht zusammen, Herr Bundespräsident.

«Mehr Sorgen bereitet mir die zunehmende Verunsicherung der Mittelschicht.» Ich denke, mit diesem Satz trifft er den Kern dessen, was viele Menschen in unserem Land sehr beschäftigt — mich auf jeden Fall. Ich stelle nicht die Marktwirtschaft in Frage, wohl aber ihre Ausprägungen, die mehr und mehr in Richtung eines wahrhaftig ungezügelten Kapitalismus gehen.

Da sagt Horst Köhler etwas in meinen Augen ganz Wichtiges:

Ungleichheit gehört zur Freiheit, zur menschlichen Natur und zu jeder offenen Gesellschaft. Sie ist eine dynamische Kraft. Die Frage ist: Wie viel Ungleichheit stärkt die schöpferischen Kräfte, und ab wann gefährdet Ungleichheit den Zusammenhalt zu Lasten aller? Meine Meinung ist: Die Gesellschaft wird nicht durch Nivellierung der Einkommen, sondern durch Chancengerechtigkeit zusammengehalten.

Ist es aber nicht zunehmend so, dass wir von einer Chancengleichheit in unserer Gesellschaft eigentlich nicht mehr reden können? Köhler spricht im Interview von ungleichen Bildungsvoraussetzungen. Das ist ein wichtiger Punkt. Aber wie verhält es sich mit unseren aktuellen Arbeitsverhältnissen? Wollen Menschen unsichere Jobs? Wollen Menschen Arbeit, die immer weniger wertgeschätzt wird und bei der sie dem Gefühl ausgeliefert sind, in ihrer Position beliebig austauschbar zu sein? Solche Faktoren fallen zusammen mit den Diskussionen um die Nettolohnentwicklung und von mir aus auch mit der um die Manager-Gehälter. Aber das gehört nicht zum Kern der Sache. Der Kern der Sache ist vielmehr das, was heute, aus Gründen, die ich nicht verstehen kann, kaum mehr benannt wird: Menschen brauchen Anerkennung. Nur ein Teil hiervon spiegelt sich in irgendwelchen Stundenlöhnen oder Gehältern wider. Der andere Teil ist der sehr viel Bedeutendere. Vielleicht ist das naiv und vielleicht teilen auch viele meine Meinung ganz und gar nicht. Die Tatsache, dass es Löhne gibt, von denen Menschen sich und ihre Familien kaum mehr unterhalten können, ist schon schlimm. Dass sie aber zum Sozialamt müssen, um mit dessen Hilfe “aufzustocken”, das ist entwürdigend und das ist am Ende vielleicht schlimmer, als mit dem Bewusstsein zu leben, für die eigene Arbeit einen zu kleinen Lohn zu erhalten.

Nimmt man auf solche Befindlichkeiten keine Rücksicht, so glaube ich, dass eine Gesellschaft wirklich Schaden nimmt.

[via]

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Kritisch, Politik

55% für Angela Merkel

29.12.2007 um 15:22 Uhr [0]

Ich weiß nicht, was sich Autor Markus Decker vom Kölner Stadt-Anzeiger dabei gedacht hat, als er Angela Merkel mit Rosemund Pilcher verglichen hat. Vielleicht brachte ihn die Überlegenheit Merkels in der Gunst des Volkes (gegenüber Kurt Beck, 18%) darauf. Die Einschaltquoten von Pilcher sind ja wohl ähnlich gut. :shock: Tja, wer entscheidet denn, was am Sonntag Abend in der Glotze geguckt wird?

Merkel wird gerne bescheinigt, dass sie gute Außenpolitik aber eine miserable Innenpolitik macht. Der Vorwurf ist nachvollziehbar. Allerdings sollten wir nicht vergessen, dass sie einer Große Koalition “vorsteht”. Sie muss zuallererst einmal dafür Sorgen, dass sie hält. Und sie wird das vielleicht nicht nur deshalb tun, um an der Macht zu bleiben. Vielleicht können sich ein paar Leute noch daran erinnern, für wie wichtig es gehalten wurde, dass diese Koalition nicht scheitert. Sogar ein Schaden für die Demokratie in Deutschland wurde für möglich gehalten, wenn dies geschehen würde. Heute tun wir so, als sei diese Große Koalition bereits Schaden genug für unser Land. Ich glaube schon, dass die damals formulierte Sorge auch heute noch berechtigt ist. » mehr lesen

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Gesellschaft

Alte Menschen haben viel Kraft

26.12.2007 um 10:06 Uhr [4]

Wie steht es um eine Gesellschaft, in der sich das Staatsoberhaupt "genötigt" sieht, in der Weihnachtsansprache dazu aufzufordern, die Potenziale älterer Menschen zu nutzen? Wenn er davon redet, dass immer noch zu viele Menschen aufs Altenteil abgeschoben würden, dann sind damit nicht nur die Familien gemeint, die das mit ihren Müttern, Vätern und Verwandten tun.

Gemeint sind bestimmt auch die Unternehmen in unserem Land, die immer noch nicht begriffen haben, was sie der Leistungskraft ihrer Unternehmen durch das "Aussieben" von älteren Arbeitnehmern angetan haben. Köhler ging eingehend auf die Einsatzgebiete ein, die ältere Menschen im Dienste der Allgemeinheit besetzen könnten. Kein Wort über die Betriebe, die diesen "Ausschuss" produzieren. Das deprimiert jeden, der in der noch in dieser Berufswelt unterwegs ist und die Verhältnisse im ganzen Land wohl oder übel auf sich zu übertragen weiß.

Ältere Arbeitnehmer sind in vielen Betrieben eine echte Mangelware. Die Belegschaften sind verjüngt, dynamisch und leistungsfähig, vor allem aber billig! Dafür fehlen diesen ein paar Eigenschaften, die offenbar nicht einmal vermisst werden. Soviel Phantasie hat jeder, dass ich diese hier nicht ebenfalls aufzuzählen brauche.

Schade, dass unser Bundespräsident nur einen Teil eines sehr großen gesellschaftlichen Problems angesprochen hat.

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    Hier wird seit 2004 gebloggt bis die Heide wackelt. Unterbrochen wurde die Euphorie, die mich gepackt hat, durch zwei Abmahnungen + eine Einstweilige Verfügung wegen Urheberechtsverletzungen. Eine schmerzhafte und teure Erfahrung. Gekostet hat das meine Frau und mich ca. 3.500 Euro und eine echte Menge Nerven.



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