Autor: Horst Schulte | abgelegt in Gesellschaft | am 07-04-2008
Für mich ist es eindeutig der Ruf nach Gerechtigkeit. Es geht nicht um „die Sehnsucht nach Gleichheit“. Tabellen dieser Art machen mich nicht heiß. Von mir aus können Manager verdienen, soviel die Aktie oder der Eigentümer hergibt. Solange sie dafür gut arbeiten und bereit sind, für ihr Tun auch Verantwortung zu tragen, ist für mich alles ok.
Man hört, meist an populärer Stelle, also im TV publikumswirksam in Szene gesetzte, ärgerliche Bürgerinnen und Bürger, die die Höhe der Managergehälter kritisieren. Das macht sich gut, drängt aber den anderen, viel wichtigeren Punkt, in den Hintergrund. Auch wird gern überhört, dass die Kritiker der Managergehält ihren Unmut durchaus differenziert begründen. Es geht ihnen nämlich, wie mir, nicht um die reine Höhe der Bezüge, sondern es geht vielmehr um die Leistungen mancher Manager. Zu diesen Leistungen zählen oft Personalabbau, die Ausweitung der Wochenarbeitszeit und -im Gleichschritt- die Senkung der Löhne und Gehälter. Lobbyisten und mancher Politiker legen Wert darauf, dass Firmen, auf die dies alles zutrifft, in Deutschland die Ausnahme seien. Genau diesen Eindruck haben viele Leute jedoch nicht. Darüber habe ich mich hier schon häufiger ausgelassen. Wenn es wirklich so wäre, wie da behauptet wird, weshalb sind dann deutschlandweit die Löhne und Gehälter trotz der guten Konjunktur nicht auf einem besseren Niveau? Weiterlesen »
Autor: Horst Schulte | abgelegt in Wirtschaft | am 04-04-2008
Oft genug mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass die Börse positiv darauf reagiert, wenn Menschen ihre Jobs verlieren. Die in diesen Fällen handelnden Manager werden, so scheint es, dafür belohnt, dass sie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um ihre Existenz bringen. Die postwendend einsetzenden Kursgewinne belohnen schließlich auch den Manager persönlich. Der wird nämlich, wie es oft genug der Fall ist, ganz unabhängig davon, ob die Maßnahme wirklich zu einem wirtschaftlichen Erfolg führt, zumindest kurzfristig über die Kursgewinne seiner Gesellschaft Zusatzeinkommen generieren. Liegt in dem Fall nicht eigentlich so etwas wie ein „Insidergeschäft“ vor?
In Amerika haben die Börsen nun auch mal negativ reagiert, weil Arbeitsplätze verloren gingen. Die Arbeitslosenquote stieg in den USA auf knapp über 5%. Die Börsenkurse fielen deshalb. Allein im März verloren 80.000 Menschen in den USA ihre Jobs. Eine Rezession bahnt sich an.
Autor: Horst Schulte | abgelegt in Gesellschaft, Wirtschaft | am 22-02-2008
Ob offene Worte der Unternehmensleitung wohl den Schmerz über den Verlust des Arbeitsplatzes mildern könnten?
- Unternehmen sollten immer mit offenen Karten spielen und deutlich und klar sagen, worum es bei der Entlassung geht und was den Mitarbeitern droht.
- Sie sollten durch Zahlen belegen, warum die Entlassungen notwendig sind.
- Sie müssen mit einer klaren Vision und überzeugenden Strategien deutlich machen, wie das Unternehmen in Zukunft erfolgreich sein will.
- Sie sollten den Betroffenen helfen, möglichst schnell wieder einen Job zu bekommen – durch Bewerbertrainings, Weiterbildungskurse und Jobvermittlungen.
- Alle, die dableiben, brauchen eine intensive Betreuung. Sie dürfen nicht das Gefühl haben, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis auch sie dran sind und gehen müssen. Sie sollten die Wertschätzung, die sie weiterhin haben, auch deutlich spüren.
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Autor: Horst Schulte | abgelegt in Gesellschaft, Wirtschaft | am 27-01-2008

Diese kleine Meldung las ich heute in der Zeitung. Wir müssen wohl davon ausgehen, dass die Nokia-Nachrichten bald auf dieses „Normalmaß“ zusammengeschrumpft sein werden. Dafür sprechen alle Erfahrungen.
Wie wir auch lesen konnten, steht in den Nokia – Leitsätzen etwas, was wir aus vielen anderen Unternehmensleitbildern ebenfalls gut kennen: «Der Mensch steht im Mittelpunkt» Das hört sich gut an, stimmt aber so eigentlich nur selten. Man sollte diesen Satz ergänzen: „… und damit jedem im Weg“. Das würde vermutlich besser passen. Weiterlesen »
Autor: Horst Schulte | abgelegt in Gesellschaft, Wirtschaft | am 17-01-2008
Subventionen für den Strukturwandel im Ruhrgebiet werden wohl viele Menschen in Deutschland richtig gefunden haben. Deshalb ist es auch verständlich, weshalb nicht nur Ministerpräsident Rüttgers Nokia nun massiv kritisiert, weil kurz nach Ablauf der vereinbarten Schutzfristen die Arbeitsplätze nach Rumänien verlagert werden. Allein das Land NRW war im Falle Nokia mit ca. 60 Mio. Euro dabei. Der Bund soll weitere ca. 20 Mio. Euro beigesteuert haben. Aus heutiger Sicht war das wohl ein ganz schlechtes Geschäft.
Und genau dieses, also ein Geschäft, ist diese Vereinbarung wohl auch nie gewesen. Das Unternehmen hat die Gelder abgegrast. Da finde ich es schon zulässig, wenn man Nokia deshalb als „Subventionsheuschrecke“ bezeichnet. Wenn man dazu noch hört, dass bereits im Jahr 2002 Verhandlungen mit der Gemeinde in Rumänien über die dort zu schaffende Infrastruktur geführt worden sind, kommt ein böser Verdacht auf. Nokia belegt gemeinsam mit den Zulieferfirmen etwa 50 % des danach neu geschaffenen Industrieparks. Wenn man dann noch hört, dass die EU zwar keine direkten Gelder an das Unternehmen gezahlt hätte, sich aber sehr wohl an den Infrastrukturkosten beteiligt hätte, wird das Bild ziemlich rund. Weiterlesen »
Autor: Horst Schulte | abgelegt in Gesellschaft, Wirtschaft | am 12-12-2007
Da war doch was…
Wenn ich mir diesen Mann bei „Hart aber fair“ anhöre, kann ich einfach nicht ruhig bleiben. Er propagiert ein System, das einen wesentlichen Wert unserer Verfassung schlicht übersieht: Die Menschenwürde.
Wie müssen sich eigentlich die Leute an den Fernsehgeräten fühlen, von denen er da in der ihm eigenen Überheblichkeit redet?
Die Botschaft, die er so brutal präsentiert ist einfach die, dass der, der nichts oder wenig gelernt hat, in der weiteren Zukunft staatlich alimentiert werden muss. Alternativen hierzu sieht er im Moment nicht. Sinn nannte sogar einen Prozentsatz, der Menschen, die betroffen wären. So wollen wir also die Gesellschaft auf ihre Zukunft vorbereiten. Nur Intellektuelle denken so oder die Menschen, die sich irgendwie auf der sicheren Seite des Lebens wähnen.
Autor: Horst Schulte | abgelegt in Politik | am 13-11-2007
Stolz berichteten die Politiker über diesen Teilerfolg ihrer Verhandlungsrunde, die bis tief in die Nacht hinein dauerte.
Dies, so hört man, soll „kostenlos für die Bundesagentur für Arbeit“ erfolgen. Wenn es nach der CDU gegangen wäre, so hätte die Verlängerung der ALG I-Zahlung zu Lasten der jüngeren Arbeitnehmer erfolgen sollen. Die SPD war, wie ich fand, aus guten Gründen dagegen. Scheinbar hat sie sich nun in dieser Frage durchgesetzt.
Prima. Jetzt zahlt keiner. Nicht die jüngeren Arbeitnehmer, nicht die BA. So lieben wir das.