Beim schwersten Anschlag seit 2001 sind heute in Kabul über 40 Menschen gestorben. In der Tagesschau wurde darüber berichtet. Es kann sein, dass ich nicht richtig aufgepasst habe, aber ich glaube, im ZDF Heute-Journal kam nicht mal ein Hinweis auf dieses Ereignis. Aber vielleicht habe ich es wirklich nicht mitbekommen. Jedenfalls ist die Nachricht auf den Nachrichtenseiten beider Sender ziemlich gut versteckt.
In der 100sec Zusammenfassung von Heute fehlt jedenfalls der Hinweis auf das Attentat. Dafür wird über den abgerissenen Kopf Hitlers lang und breit berichtet. Die deutschen Prioritäten liegen also doch nicht am Hindukusch.
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Keine Meinung zu "Die deutschen Prioritäten liegen wohl doch nicht am Hindukusch"
Wir schicken also mehr Soldaten nach Afghanistan. Bin ich nicht dafür. Die amerikanische Armee berichtete gerade, dass die Zahl der Angriffe auf Nato-Truppen im Osten des Landes um 40 % gestiegen sei. 40 Soldaten der Allianz sind seit Anfang April getötet worden.
Militärs fordern für Afghanistan mehr Soldaten. Mehr als die 1000 Männer und Frauen, die nun von Bundesverteidigungsminister Jung dorthin geschickt werden. Vielleicht wird das demnächst auch noch erforderlich werden.
Im Irak wird es also angeblich besser. Die Zahl der Anschläge geht zurück. Von Normalität kann dort allerdings noch lange nicht die Rede sein. In Afghanistan hingegen verschlimmert sich die Lage. Wer den Afghanistan-Bericht von Peter Scholl-Latour bei 3Sat letzte Woche gesehen hat wird wohl zu dem Schluss kommen, dass unser Engagement, das unter diesen Voraussetzungen ein höchst gefährliches ist, sich am Ende nicht “auszahlen” wird. Bei den Menschen vor Ort sind die ausländischen Kräfte im Lande inzwischen auch nicht mehr so beliebt wie am Anfang. Aber hiervon lassen sich Politiker nicht beirren. Bush schon gar nicht.
Beim Lesen dieses Artikels in der “Zeit” fällt mir ein Satz von Volker Pispers ein, der nicht verstehen wollte, weshalb in Deutschland von einem unterschwelligen Antiamerikanismus gesprochen werde. Bei ihm sei dieser Antiamerikanismus gar nicht so unterschwellig…
Die Freunde Amerikas werden sich schwer und schwerer tun, je mehr bekannt wird, welche Methoden bei den “Verfahren” gegen echte oder vermeintliche Terroristen auch weiterhin angewendet werden. Wenn es einmal so etwas wie ein Grundvertrauen in die Werte der amerikanischen Nation gegeben hat, so wurde dieses durch die Bush-Regierung so grandios zerstört, das wir uns diesbezüglich keine Illusionen machen können. Dass solche Dinge während eines Krieges nun einmal vorkommen kann man als Argument ins Feld führen. Für meinen Teil muss ich feststellen, dass es nicht überzeugt. Unsere Ansprüche sind höher. Die Differenz zwischen diesem Anspruch und der Wirklichkeit ist durch nichts mehr zu überbrücken.
Und angesichts solcher Erfahrungen sollen wir uns doch tatsächlich an diesem “heiligen Krieg” stärker als bisher beteiligen? Na, schönen Dank auch.
2006 Friedensplakette der Münchner Konferenz für Sicherheitspolitik
Silver Star
Bronze Star
Distinguished Flying Cross
Legion of Merit
Purple Heart
Allein sein letztes Statement zum Irak-Krieg, den er um jeden Preis gewinnen will, wäre für mich der entscheidende Grund, ihm meine Stimme zu verweigern! McCain vertritt die Meinung, die Amerikaner müssten, falls erforderlich, die nächsten 100 Jahre im Irak bleiben.
Für die einen mag das konsequent und richtig klingen, für mich klingt es danach, als wolle John McCain nicht begreifen, was eigentlich seit dem Einmarsch der Alliierten im Irak passiert ist. Diesen Krieg wird niemand gewinnen. Schon gar nicht die Menschen, die in diesem Land leben. Es wird weiter viele Opfer geben. Und ich finde nicht, dass die Amerikaner daran schuldlos sind.
An dieser Stelle folgt nun die Frage des wahren USA-Freundes, welche Alternativen denn zum Einmarsch bestanden hätten. Ganz einfach. Hätte die amerikanische Regierung die Öffentlichkeit nicht so dreist und unverschämt angelogen, wäre den Menschen dort viel Kummer und Elend erspart worden und Al Kaida wäre kein Areal für ihre schreckliche “Mission” quasi erschlossen worden.
Das passt ja absolut super zur aktuellen Diskussion um den Einsatz der Bundeswehr im Süden Afghanistans. Angeblich will Al Kaida mit der Drohung, in Deutschland Anschläge zu verüben, unsere Bereitschaft (die es ja wohl nie gab und bestimmt auch nicht geben wird) unterminieren, uns am Hindukusch verstärkt zu engagieren. Als ob es eines solchen “Hinweises” überhaupt bedurft hätte.
Kein Mensch weiß, was die Terroristen wirklich vor haben. Nur, ist es auszuschließen, dass interessierte Kreise solche Nachrichten lancieren, um unseren “Widerstand” zu provozieren?
Wir stellen in Afghanistan im Rahmen des ISAF - Einsatzes das 3. stärkste Truppenkontingent. Ca. 3.000 deutsche Soldaten sind dort. Mit mehr Leuten sind nur die Amis und die Engländer vertreten.
Bis Juli 2006 stellte die Bundesrepublik Deutschland mit rund 3000 deutschen Soldaten das größte Truppenkontingent der ISAF. Bei einer Sondersitzung am 28. September 2005 beschlossen Bundestag und Kabinett mit großer Mehrheit die Ausweitung des Mandats, wodurch die Anzahl auf 3000 Soldatinnen und Soldaten erhöht sowie die Einsatzdauer um ein Jahr bis zum 13. Oktober 2006 verlängert wurde. Am 28. September 2006 stimmte der Bundestag einem Antrag der Bundesregierung auf Verlängerung um ein weiteres Jahr zu. Das Mandat ermöglicht deutschen Soldaten gleichfalls die Bewegung in Gesamt-Afghanistan, wenn dies für den Auftrag im Rahmen der ISAF-Operation notwendig ist. Am 9. März 2007 stimmte der Deutsche Bundestag dem Antrag der Bundesregierung zu, sechs Aufklärungsflugzeuge vom Typ Tornado zur Unterstützung der Friedensmission in Afghanistan zu entsenden. (Wikipedia)
Die Franzosen haben deutlich weniger Leute im Einsatz. Sie werden seltsamerweise aber nicht, zumindest jedoch deutlich zurückhaltender kritisiert. Aber alle Welt redet über Deutschland. Und hier sind sich (oh Wunder) die Regierung und die Bürgerinnen und Bürger einig in ihrer Haltung zum Kriegseinsatz. An dieser Stimmung könnte sich etwas ändern, würde es wirklich zu einem Al Kaida Terroranschlag im Lande kommen. Auch wenn nix passiert, kann es ja nicht schaden, wenn der Eindruck vermittelt wird, als würde die Bedrohungslage eine neue Qualität erreicht haben. Vielleicht ändert sich dadurch ja bereits das Stimmungsbild in der Bevölkerung und man (wer wohl?) hätte es am Ende leichter, doch noch gewisse Zugeständnisse an die Alliierten zu machen.
Klingt nach Verschwörungstheorie? Ich halte nichts mehr für unmöglich.
Nun werden die Alliierten nochmals an ihre Pflichten erinnert. Die Diskussion ist natürlich nicht neu, aber wenn der amerikanische Außenminister in Berlin, wie jetzt geschehen, Putz macht, ist das allerdings etwas, was unsere politischen Führer scheinbar doch arg in Verlegenheit bringt. Ich will ehrlich sein: Ich möchte mit keinem der Verantwortlichen tauschen.
Egal, wie entschieden wird. Immer wird es lautstarke Kritik an der Entscheidung geben. Verteidigungsminister Jung bezieht sich, wie die meisten seiner Kollegen, auf den Bundestagsbeschluss zum Afghanistaneinsatz der Bundeswehr. Wundern darf man sich allerdings über die “verschnupfte” Haltung der Amerikaner nicht. Eine ganze Reihe von Nationen, die nach dem 11. September uneingeschränkte Solidarität bekundet haben, wollen heute, angesichts der Probleme, die in diesem Land herrschen, nicht mehr viel von ihrer Verpflichtung wissen. Insgesamt sind 38 Länder an dem ISAF-Einsatz beteiligt. Sie stellen ca. 40000 Soldaten. Deutschland stellt 3200, Frankreich nur 1600. Großbritannien hat 7700 Soldaten in Afghanistan. Die Amerikaner fordern insgesamt weitere 3200 Soldaten von den Europäern. Die halten sich zurück. » mehr lesen
Condoleezza Rice sagte das in einem Interview mit der “Zeit”. So wird die Geschichte das vermutlich irgendwann einmal beschreiben. Ich habe von den Aktivitäten der Amerikaner einen anderen Eindruck. Der will so überhaupt nicht zu dem passen, was Frau Rice uns hier erzählt.
wer führt, ist nicht unbedingt populär
Nee, das ist wohl war. Aber wer führen will, der sollte sich auch ein wenig mehr um die eigene Legitimierung kümmern. Macht alleine reicht jedenfalls dafür wohl nicht aus. Und sie wird es wohl auch nie tun — hoffe ich.
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1 Meinung zu "Wir haben 50 Millionen Menschen befreit"
Über Entscheidungen des Bundestages kann man sich aufregen, den Kopf schütteln, man kann sie aber auch einfach nicht zur Kenntnis nehmen. Ich fürchte, letzteres spiegelt den Trend dieser Zeit wider. Aber heute stimmen unsere Abgeordneten über die selbstverordnete Diätenerhöhung in namentlicher Abstimmung ab. Da wird es danach in der deutschen Öffentlichkeit bestimmt wieder hoch hergehen. Das ist was für unsere Stammtische und für die Internet-Foren.
Im Zusammenhang mit “unserem” Engagement in Afghanisatan wird häufig vom “relativ ruhigen Norden” gesprochen. Was das eigentlich in der Praxis bedeutet, macht Thomas Wiegold in einem Focus-Blogeintrag deutlich:
Von Juli bis Oktober gab es, aufgeteilt nach Regionen, folgende Zwischenfälle:
Süden: 1.200
Osten: 1.100 Norden: 70 (!)
Der Anstieg der Vorfälle im Norden, allein der verlustreiche Anschlag vom Dienstag mit ca. 75 Toten, gibt zur Besorgnis Anlass. Aber das Zahlenverhältnis begründet, weshalb sich unsere Regierung nicht auf die Ausweitung unseres Engagements auf andere Teile Afghanistans einlassen möchte.
Hier wird seit 2004 gebloggt bis die Heide wackelt. Unterbrochen wurde die Euphorie, die mich gepackt hat, durch zwei Abmahnungen + eine Einstweilige Verfügung wegen Urheberechtsverletzungen. Eine schmerzhafte und teure Erfahrung. Gekostet hat das meine Frau und mich ca. 3.500 Euro und eine echte Menge Nerven.
Horst Schulte: Die werden es bestimmt auch noch lernen. Ich bin mir da ziemlich sicher. Ein paar Monate weiter sehen wir es bestimmt schon. 20. 11. 2008 · 11:38
Robert: Zur Anreise nach Washington nutzten die Autoindustriemogule ihre Privatjets. Geschätzter Preis pro Passagier für den Flug: 20.000 USD. Augenmaß schaut anders... 20. 11. 2008 · 09:53
Horst Schulte: @Ulysses: Auch dir vielen Dank. Hat alles gut geklappt. Bin gerade nach Hause gekommen. Es ist jetzt 16:30 Uhr. Im Krankenhaus war ich um 7:15 Uhr,... 18. 11. 2008 · 16:41
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