Installieren was geht - du Schaf
Die Woche erhielt ich eine E-Mail von Sergej Müller, Autor von WP-SEO. Das Plugin hatte ich vor längerer Zeit einmal ausprobieren wollen und installiert. Nach dem Update auf Wordpress 2.5 habe ich mit einiger Verzögerung auch eine neue Version dieses Plugins installiert und es dann nach längerer Zeit erst vor kurzer Zeit wieder aktiviert. Es schlummerte davor einige Zeit ungenutzt auf meinem Server. Einen Nutzen habe ich weder vorher noch in den letzten Tagen nicht erkennen können.
Herr Müller schrieb mir:
Guten Abend Herr Schulte.
Einer meiner Agents hat mich darauf hingewiesen, dass auf Seiten Ihrer Website die neueste, für kommerzielle Projekte lizenzpflichtige, Version des wpSEO-Plugins im Einsatz ist.
Sind Sie soweit zufrieden mit wpSEO? Ich möchte Sie freundlich bitten, das Plugin zu lizensieren. Mehr Infos und Bestellmöglichkeiten unter www.wpseo.de/license/
Vielen Dank für das Feedback und schöne Grüße,
Sergej Müller
Ich habe also ein kommerzielles Projekt! Nach einer Definition auf Herrn Müllers Website jedenfalls.
Für nichtkommerzielle Zwecke darf das Plugin kostenlos genutzt werden. Wird wpSEO im kommerziellen Projekt zum Einsatz kommen, so ist ab der Plugin-Version 2.5 eine einmalige Lizenzgebühr fällig. Mehr Informationen & Bestellung
Kommerziell ist meine Seite deshalb, weil ich Google Adsense nutze. Mit den paar Dollars, die ich alle paar Monate mal überwiesen kriege, kann ich gerade meinen Webspace zahlen. Herr Müller sieht es offenbar so wie der Bundestag. Dort wurde in der Entscheidung über Urheberrechtsverletzungen jede Website, in der Adsense verwendet wird, ebenfalls als kommerzieller Webauftritt gewertet. Damit, und ich teile die Meinung der Kommentatoren, ist die vielleicht irgendwann einmal beabsichtigte Deckelung der Abmahngebühren im Grunde wieder aufgehoben worden. Mich würde wieder eine Abmahnung im gehabten Kostenumfang treffen, weil ich Adsense nutze. Viele andere tun genau das auch. Aber was soll’s.
Das Plugin von Herrn Müller habe ich nun restlos vom Server gelöscht. Natürlich werde ich es auch künftig nicht mehr nutzen. Einen Nutzen für mein Projekt sehe ich nicht, und ich finde es auf gut deutsch ziemliche Scheiß, dass einerseits sogar ein automatisches Update der unter Wordpress (2.5) installierten Plugins möglich ist und in der Description des Plugins (nach der Installation in Wordpress) kein Wort darüber zu lesen ist, dass es sich unter diesen Umständen um ein kostenpflichtiges Tool handelt.
Gute Arbeit soll anständig bezahlt werden. Und möglicherweise ist das Plugin von Herrn Müller jeden Euro wert. Ich habe keinen Effekt bemerkt (wie schon gesagt). Aber mit diesem Prozedere tut sich Herr Müller in meinen Augen keinen Gefallen.
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16 Meinungen! Sag was oder setz einen Trackback
Steffino
na da hab ich ja glück, dass mein weblog nichtkommerziell ist
Freitag, 16.05.2008 um 23:41
Horst Schulte
Herr Müller hat mir auf meine Rückantwort per Mail eine nette Antwort geschrieben. Gut, er stuft also meine Seite als kommerziell ein. Vielleicht sollte ich die paar Kröten erübrigen können und die Adsense - Sachen löschen?
Freitag, 16.05.2008 um 23:45
Steffino
naja, ich denke, jeder mensch ist käuflich - es kommt nur auf die summe an
bei mir war es einfach so, dass “die paar kröten” wirklich nicht ausgereicht haben, um mich zu
prostituierenan die werbeindustrie zu verkaufen…Samstag, 17.05.2008 um 00:02
Horst Schulte
Steffino, das weiß doch wirklich jeder. Ich habe mich schließlich auch kaufen lassen. Heute habe ich 1,25 Dollar auf dem Zähler. Das ist der beste Wert im ganzen Monat Mai. Das warst sicher du. Quasi als Trost für deine harschen Worte.
Samstag, 17.05.2008 um 01:05
Boris
Ich sehe das als den typischen Grenzfall an, wo sich die Geister scheiden, was kommerziell ist und was nicht. Ich neige prinzipiell zur Ansicht des Plugin-Autors, dass eine Website in dem Moment kommerziell wird, in dem damit monetäre Einnahmen welcher Art auch immer erwirtschaftet werden. Und es ist ja auch ein wirtschaftlicher Aspekt, Kosten gedeckt zu bekommen.
Was passiert in dem Fall, wenn man bei 8,99 Euro Webspace-Kosten plötzlich 27,99 Euro Adsense-Einnahmen pro Monat einstreicht? Rein finanztechnisch wäre das doch Gewinn, oder? Es sei denn, man wollte jetzt noch die Zeit, die das Artikelschreiben braucht, als Arbeitszeit, sprich Kosten, berechnen. Aber dann wäre man sowieso ganz hart auf der kommerziellen Seite und natürlich weit von Profitabilität entfernt.
Wenn ich also in den Krümeln suche, bleibt Adsense genau dann nicht-kommerziell, wenn’s nicht reicht, um den Webspace “zu deckeln”?
Und nutzen Leute Adsense, um die 8,99 Euro einzufahren, oder nicht doch viel lieber wegen der erhofften 27,99 Euro?
Das heißt letzten Endes auch für einen Gesetzgeber, die Grenzlinie zu ziehen, ab der eine Gewinnerzielungsabsicht erkennbar ist. Noch schwieriger freilich wäre die Ermittlung kommerzieller Absicht anhand der Inhalte einer Website oder eines Blogs.
Ich denke, Werbeangebote (!) auf der Basis von Adsense o.ä. spielen geradezu mit dem Gedanken, dass das alles für den “kleinen” privaten Site-Betreiber nur ein kleines privates Zubrot ist, dass man ungerne als kommerziell ansehen mag. Mir war so etwas von Anfang an eher suspekt, weswegen ich bis heute die Finger davon lasse und solchen Misslichkeiten aus dem Weg gehe.
Mir reicht schon der juristische Blödsinn, dass mein privates Blog gesetzmäßig als “geschäftsmäßige” im Sinne von redaktioneller Tätigkeit verstanden wird und somit impressumpflichtig ist.
Samstag, 17.05.2008 um 08:07
Steffino
da muss ich dich leider enttäuschen, horst - ich hab adblock plus und seh von der werbung eh nix *g*
Samstag, 17.05.2008 um 08:27
Mario H.
Ich kann es - aus den von Boris genannten Gründen - nachvollziehen, dass dein Blog als kommerziell angesehen wird. Ich würd’s einfach an dem sperrigen Begriff “Gewinnerzielungsabsicht” fest machen. Ob du einen Gewinn erzielst oder nicht, ist in diesem Falle zweitrangig. (Freilich würde es schon reichen, die Kosten wieder rein zu kriegen…)
Aber “einfach so” ein freies Plugin in ein “nicht-freies” umzuwandeln, widerspricht m.E. guten Geschäftsgebarens. Deshalb habe ich das Ding jetzt auch mal deaktiviert. Mal schauen, ob ich davon was merke…
Samstag, 17.05.2008 um 09:52
Horst Schulte
@Boris und Mario:
Das wäre ja prima. Ich meine das Verhältnis, das du, Boris, da nennst ist schon realistisch. In meinem Fall sind aber die Webspace-Kosten höher (das liegt aber an meinen Ansprüchen :blink_tb: ) Und natürlich wäre jeder positive Saldo so gesehen auch ein Gewinn. Einen Aspekt hast du aber gar nicht beleuchtet. Ich habe nämlich mehrere Seiten, auf denen ich Adsens einsetze. Die dortigen Einnahmen stellen einen höheren Anteil, als der, der über meinen Blog kommt. Wobei das Wort “höheren” einen übertriebenen Begriff darstellt.
Aber sei es drum: Ich habe das Plugin gelöscht, weil es mir keinen erkennbaren Nutzen gebracht hat. So ein kleines Blog wird vielleicht ohnehin von solchen Tools nicht wirklich profitieren können.
Samstag, 17.05.2008 um 10:09
StoiBär
Das Plugin telefoniert also nach Hause. Was überträgt es dabei noch alles? Ohne das Teil jetzt genauer zu kennen, würde ich sowieso sagen, Finger weg davon!!!
Samstag, 17.05.2008 um 16:51
Horst Schulte
Wir leben in einem Überwachungsstaat. Damit habe ich mich ja schon abgefunden. Ich habe es aus den besagten Gründen ja schon deinstalliert und gelöscht. :blush_tb:
Samstag, 17.05.2008 um 19:03
Thommy
Diese Ignoranz ist kaum auszuhalten!
Erst installieren Sie ein Plugin, mit dem sie offensichtlich nicht umzugehen verstehen, ignorieren dabei die Nutzungsvereinbarungen und beschweren sich dann auch noch, wenn der Autor sich freundlich bei Ihnen meldet.
Obendrein haben Sie auch noch Chuzpe diesen Vorgang beifallheischend und anklagend (unter dem in keiner Weise angebrachten Tag: Abmahnung) in Ihrem Blog zu veröffentlichen.
Ich hoffe, dass Ihr Produkt ‘Weblog’ stets völlig unbedeutend bleibt- Ihnen fehlt jegliche kritische Distanz für den verantwortungsvollen Umgang mit Medien.
Freitag, 23.05.2008 um 01:13
Horst Schulte
@Thommy: Ich verstehe Ihre Meinung. Ich habe jedoch die Nutzungsvereinbarung nicht einfach ignoriert, wie Sie behaupten. Ich habe nicht gesehen, dass die Bedingungen geändert wurden. Genau an dieser Stelle setzte auch meine Kritik ein. Man hätte den Hinweis in die Beschreibung aufnehmen können, die in Wordpress zu lesen ist. Das hatte ich auch dem Autor geschrieben. Ich hatte es überhaupt nicht installiert, wäre dieser Hinweis deutlich geworden. Im Übrigen halte ich ihre Vorhaltungen und Schlussfolgerungen für absolut überzogen.
Ich erwidere Ihre guten Wünsche.
Freitag, 23.05.2008 um 10:15
Markus
Ich habe diese Mail auch bekommen und mir Gedanken darüber gemacht, ob ich das Plugin wirklich benötige. Ich bin zu dem Schluss gekommen: Nein!
Die Meta-Keywords lasse ich von Simple Tags generieren, und der Seiten-Titel wird vom Theme selber schon SEO-freundlich generiert. Einzig die Meta-Description fehlt dann, sehe ich aber auch nicht als so wichtig an.
Ergo habe ich das Plugin aus 3 Blogs entfernt. Soll der Herr Müller sich andere doofe Privatanwender suchen, die Ãhm das bezahlen.
Sonntag, 08.06.2008 um 12:16
Horst Schulte
@Markus: Hast du auch meine Reaktion auf Thommys Schimpfkanonade gelesen? Darauf hat dann niemand mehr reagiert. Aber ich bin auch der Meinung, dass man dieses Plugin nicht braucht. Jedenfalls hatte ich, wie schon ausgeführt, keine Vorteile erkennen können. Du ja offenbar ebenfalls nicht. Gruß Horst
Sonntag, 08.06.2008 um 13:52
Markus
Hab ich gelesen, Horst. Angriffe solcher Art bekommen von mit nur ein PLONK. Es sei denn, die finden sich in meinem Blog, dann muss ich ja reagieren.
Sonntag, 08.06.2008 um 16:23
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