Gesellschaft, Wirtschaft - Autor: Horst Schulte von Sonntag, Mai 11, 2008 12:20 - 0 Kommentare
Prinz Philip: Es gibt zu viele Menschen
Der so genannte gesunde Menschenverstand kann ganz schön provozieren. Nicht für alles, was auf dieser immer komplizierter werdenden Welt geschieht, muss man Studien beauftragen, um einen simplen Zusammenhang zu begreifen. Aber es macht natürlich einen wesentlichen Unterschied, wer da platte Wahrheiten ausspricht. Der britische Prinzgemahl hat in der Vergangenheit gern mal mit kurzen und sinnigen Statements seine Umwelt tranzeniert.
Als der Club of Rome 1972 sein Mammut-Werk “Die Grenzen des Wachstums” veröffentlichte und hierin gewissermaßen die bevorstehende Apokalypse verkündete, waren ein paar Leute erschrocken. Passiert ist aber natürlich nichts. Unbequemer Weise hätte das ja bedeutet, wir hätten uns von vielen lieben Gewohnheiten verabschieden müssen.
Die Preise gehen hoch, und jeder denkt, es hat damit zu tun, dass es nicht genug Nahrung gibt. In Wirklichkeit aber ist die Nachfrage zu groß, gibt es zu viele Menschen (Prinz Philip)
Dass wir immer noch da sind, bringt nicht wenige dazu, sich über die Aussagen des Buches auch heute noch verächtlich zu machen. Natürlich sind das in erster Linie diejenigen, die glauben, dass wir allen Problemen dieses Planeten mit einer ordentlichen Portion wirtschaftlichem Wachstum schon beikommen werden. Auf gleicher Linie liegen diejenigen, wenn es aktuell darum geht, den Klimawandel und die daraus abzuleitenden Maßnahmen zu hinterfragen. Man findet wissenschaftliche Belege für die eine, wie für die andere Sichtweise. Na — dann kann doch eigentlich nichts passieren. Die Presse kriegt sich irgendwann wieder ein und weiter geht’s.
Generell (unbegrenztes Wachstum, Klimaveränderungen durch die Ausbeutung vorhandener Ressourcen etc.) muss man feststellen, dass wir alle einfach nicht zu Kenntnis wollen, dass wir an unsere Grenzen stoßen. Immer schneller (professioneller) und immer rücksichtsloser beuten wir den Planeten aus. Dass der grassierende Turbokapitalismus Menschen weltweit in diesem Sinne übrigens ebenfalls als Rohstoff (Humankapital) mit der allergrößten Selbstverständlichkeit ausbeutet, sollte man nicht vergessen.
Wir diskutieren so viel über Globalisierung. Egal, unter welchen Aspekten man diesen Prozess auch immer betrachten mag: Sicher ist, dass die Suche nach einem “richtigen Weg” immer schwieriger wird. Zu viele unterschiedliche Interessen sind vorhanden. Für sich genommen sind sie alle verständlich und/oder zumindest nachvollziehbar. Aber diese banale Erkenntnis wird uns nicht vor den Folgen bewahren, die die weitere rücksichtslose Ausbeutung der Ressourcen für die gesamte Menschheit mit sich bringen wird.
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Update: Mai 17, 2008
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