Autor Horst Schulte · 27-04-2008 · Tags: Deutschland, Gehälter, Gesellschaft, Manager, SPD
Ich denke, das wäre eine vertretbare Headline. Es ist normal, dass Leute, die viel verdienen, auch viel Steuern bezahlen. Dass dies durch verschiedene Umstände in der Realität nun einmal anders ist, überrascht uns nicht wirklich. Schon lange nicht mehr. Wir haben nicht erst seit Liechtenstein und Klaus Zumwinkel geahnt, dass Leute, die viel Geld haben, auch eine gewisse Energie entwickeln, wenn es darum geht, möglichst viel Steuern am Fiskus vorbeizuschleusen. Auch wurde fairerweise ab und an die Frage gestellt, wie wir es denn im Alltag so halten. Ist es nicht die Regel, dass wir, allem Anschein zum Trotz, Gesetzesübertretungen begehen, die einen gewaltigen volkswirtschaftlichen Schaden anrichten? Ich denke natürlich insbesondere an die Schwarzarbeit, von der millionenfach profitiert wird. Scheinbar ist auch dies ein Kavaliersdelikt.
Die Empörung über die Praktiken von prächtig verdienenden Managern ist nur deshalb so deutlich hörbar, weil a) die Medien sogleich zur Stelle waren und b) die Zeit einfach danach war und der Tatbestand sich sodann ganz hervorragend zur Skandalisierung eignete.
Ich kann mir vorstellen, dass es vielen Leuten auf den Wecker geht, wenn sie lesen, dass Herr Ackermann sein Einkommen für 2008 auf 14 Millionen Euro steigern konnte, sie selbst allerdings außer der Sorge um ihren Arbeitsplatz nichts konkretes in Händen halten.
Andererseits bin ich mir ziemlich sicher, dass die bescheuerte Idee der SPD, Managergehälter begrenzen zu wollen, ebenso wenig Sympathie finden wird. Ich würde als SPD-Mitglied dafür plädieren, mal einige Zeit in Klausur zu gehen und dann die Glocke zu läutern, wenn man ein einigermaßen gescheites Konzept erarbeitet hat. Ein Konzept, das dem Rechnung trägt, was viele Menschen in Deutschland von der SPD gerade in diesen Zeiten erwarten.
Ein bisschen Glaubwürdigkeit wäre schön, aber präsentiert uns doch bitte nicht diesen billigen Scheißdreck! Den sollen sie bitteschön unter Verschluss halten, wenn er denn überhaupt in irgendwelchen Gremien Gnade gefunden hat. Vielleicht ist es ja nur einmal wieder die Schnapsidee von ein paar wenigen Leuten innerhalb der Partei, die es an jedem Sinn für die kleinste Utopie fehlen lassen. Helmut Schmidt hat so etwas doch gar nicht gemeint, als er vor Jahrzehnten einmal sagte, dass derjenige zum Arzt gehen solle, der Visionen habe.
Tagesschau: SPD will Manager-Gehälter durchs Steuerrecht begrenzen















Hmm. Du meinst das mit den höheren Steuern für die Manager wäre eine Idee gewesen. Ich hätte eher auf Gehirnblähungen getippt.
Aber so ist die SPD. Sie hat für den Bürger immer noch ein Tüchlein mehr um ihm die Augen zu verbinden. Warum können wir die Menschen und juristischen Personen nicht endlich gleich behandeln. Alle zahlen den gleichen Steuer und Sozialabgabenanteil auf ihr EBITDA, damit haben wir die Steuergerechtigkeit.
Unanständigkeit an sich, wie auch unanständige Managergehälter kann man nicht durch Gesetze sondern nur durch Erziehung ändern. Ich frage mich überhaupt was an den Managergehältern unanständig ist. Der fehlenede Erfolgsbezug. Ja sicher. Aber wie sollten wir dann Politiker bezahlen. Die müssten ja noch Geld mitbringen.
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Hallo Horst,
seit langem mal wieder ein Blick in Dein Blog geworfen. Erster Artikel: Volltreffer. Ohne parteigebundene Schadenfreude sage ich, treffende Analyse.
Grüße
don
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