Autor: Horst Schulte | abgelegt in Gesellschaft | am 22-03-2008
Das ist nicht einfach. Auch deshalb, weil es mehr ältere als jüngere Leute gibt. Und das wird sich in Zukunft, wie wir wissen, noch sehr verstärken. Außerdem haben familiäre Bindungen weniger Bedeutung als früher. Viele Leute sind schon allein aus beruflichen Gründen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen und damit beispielsweise auch ihre Eltern. Die sind allein, was im Idealfall, zumindest dann, wenn sie einmal alt sind, nicht der Fall sein sollte. Aber der Idealfall wird eben leider immer seltener.
So lese ich heute in meiner Tageszeitung, dass eine 97-Jährige in einem Essener Mehrfamilienhaus tot aufgefunden wurde. Natürlich hätte dieses Faktum allein nichts Ungewöhnliches. Nur – die Frau lag schon 3 Monate tot in ihrer Wohnung bevor man sie jetzt fand. Aufgefallen ist dieser Todesfall deshalb, weil der Fernseher noch lief und sich ein Nachbar darüber gewundert hatte, dass das Gerät Tag und Nacht durchlief.
Es ist ja durchaus vorstellbar, dass einem etwas so trauriges auch selbst einmal passieren könnte.
Autor: Horst Schulte | abgelegt in Unsortiert | am 22-03-2008
Zunächst ist das mal eine provokante Unterstellung meinerseits. Wenn aber (nur) ca. 45% der Deutschen englische Sprachkenntnisse besitzen, ist es dann eigentlich sinnvoll, dass beispielsweise in der Werbung die englische Sprache so dominiert? Ich weiß, dass ist keine neue Frage und angeblich soll sich da in letzter Zeit etwas getan haben. Erkennen kann ich das bisher persönlich nicht.
Es gibt Unternehmen in unserem Land, keine amerikanischen oder überhaupt ausländischen, nein deutsche Unternehmen, die Englisch als Firmensprache festgeschrieben haben. Andere Firmen, die sich dazu noch nicht durchringen konnten, setzen ERP – Software ein, die ausschließlich über englischsprachige Benutzeroberflächen bedient wird. Nun ist die Einführung einer ERP – Software ja bekanntlich ohnehin nicht ganz unproblematisch. Aber wie soll eine solche Einführung und spätere Upgrades eigentlich reibungslos vonstatten gehen (wenn das überhaupt geht ), wenn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einem (deutschen) Unternehmen durch ihre eigenen vielleicht doch nur mittelmäßigen Englischkenntnisse überfordert werden?
Ich halte viel davon, wenn von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern viel verlangt wird. Aber einfach vorauszusetzen, dass ein solch komplexer Vorgang angesichts der von mir unterstellten unzureichenden Englischkenntnisse problemlos über die Bühne gehen könnte, ist in meinen Augen, gelinde gesagt, leichtsinnig.
Autor: Horst Schulte | abgelegt in Gesellschaft | am 21-03-2008
Ende der 70er Jahre habe ich den Film „Fleisch“ von Rainer Erler gesehen. Hauptrolle: Jutta Speidel und Herbert Herrmann.
Ein Auszug aus der Handlung:
Das frischvermählte Paar Mike, ein Amerikaner, und Monica, eine Deutsche, die gemeinsam in Princeton studieren, machen während ihrer Flitterwochen in Las Cruces (New Mexico) in einem billigen Motel Rast. Nach dem Schäferstündchen wird Mike von Sanitätern überwältigt und in einem Rettungswagen entführt, Monica kann dürftig bekleidet gerade noch fliehen und wird von dem Rettungswagen durch die Steppe verfolgt. Sie springt fast einem Truck vor die Kühlerhaube, dessen Fahrer Bill sie mitnimmt, ihr den Vorfall erst allmählich glaubt, ihr dann aber bei der Aufklärung hilft. Bei der Suche nach Mike kommen sie einem internationalen Syndikat auf die Spur, das in großem Rahmen Organhandel betreibt. In einer Spezialklinik in Roswell (New Mexico) werden Organe von entführten, betäubten Touristen ungefragt entnommen und von Dr. Jackson und ihrem Assistenten für viel Geld über Organbanken an zahlungskräftige Patienten mit Organdefekten verkauft…
Mich hat der Film schwer beeindruckt. Das wird bestimmt nicht nur mir so gegangen sein. Meine Nichte ist gerade für ein 1/2 Jahr als Aupair in der Schweiz. Eben habe ich mit ihr geskypt und auch über den verlinkten Beitrag von Joachim Dethlefs diskutiert. Dort, also in der Schweiz, ist es wohl so geregelt, dass man nicht einen solchen Ausweis bei sich tragen muss, sondern man muss eine Erklärung dabei haben, die ausdrücklich besagt, dass man seine Organe nicht spenden will. Ansonsten würden sie – im Falle eines Falles – „einfach“ genommen. Keine berückende Vorstellung – oder?
Einerseits bin ich der Meinung, dass es richtig und nobel (wer hatte das zuletzt noch gesagt?) wäre, im Falle des eigenen Todes anderen Menschen mit brauchbaren Organen zu helfen. Andererseits weiß ich auch, welch grotesker, ja schrecklicher Missbrauch, in manchen Ländern im Zusammenhang mit Organhandel stattfindet. Wer kann mir versichern, dass ich mir diesbezüglich keine Sorgen machen muss? Im positiven Fall würde ich den Ausweis wahrscheinlich downloaden und auch ausfüllen.
Autor: Horst Schulte | abgelegt in Gesellschaft | am 21-03-2008
Ein solches Foto passt ins Bild. Jedenfalls in das selbe, das sich manche Leute gern zurechtschneiden. Der wilde, der menschenverachtende Unmensch. Und diese Meldung scheint das Bild zu bestätigen: Die Mehrheit der Palästinenser sind für den Terror. Allerdings vermutlich doch auch „nur“ solange, bis sie oder ihre Familie persönlich von solchem Wahnsinn betroffen werden. Dann sehen wir dort ein ganz anderes Bild: Anrührende Trauer um sinnlose Opfer. Weitere Opfer. Und die Gewaltspirale scheint in dieser Region einfach niemand durchbrechen zu können. Einige haben es probiert und sind daran gescheitert, ja sogar gestorben.
Meinungsforscher konstatieren eine besorgniserregende Tendenz: «Noch nie befürworteten so viele Befragte Terror gegen Israel.»
Sage und schreibe 84 Prozent der Befragten sagten laut New York Times, sie seien mit dem Attentat auf eine jüdische Religionsschule in Jerusalem vor zwei Wochen einverstanden.[…]
64 Prozent, also fast zwei Drittel, der 1270 befragten Palästinenser befürworten die Raketenangriffe aus dem Gazastreifen auf israelische Städte.
Bei den letzten Militäraktionen Israels im Gazastreifen wurden 130 Palästinenser (auch Zivilisten) getötet. Eine Zunahme von Selbstmordattentaten auf israelischem Gebiet wird also wahrscheinlicher. So kann diese Spirale nicht durchbrochen werden. Hilfreich sind Fotos, wie das, das ich weiter oben verlinkt habe, ganz sicher nicht. Mich erinnert diese Art von vermutlich sogar bewusster Manipulation der Öffentlichkeit an die Zeit der Kolonialisierung, als man ganze Völker zu Wilden abgestempelt hat und damit eine Art von Legitimation für die darauf folgende „Behandlung“ abgeleitet wurde.
Autor: Horst Schulte | abgelegt in Medien, Politik | am 21-03-2008
Was Zettel da über Bushs Rede bzw. über die Berichterstattung in deutschen Medien schreibt, ist so nicht richtig. Erst vorgestern habe ich im Heute-Journal Ulrich Tilgner gehört. Der beschrieb, zwar vorsichtig aber doch bestimmt, dass sich die Lage im Irak nachhaltig verbessert habe und dass die Bevölkerung etwas hoffnungsvoller in die Zukunft sehen könne. Ich habe das sehr wohl vernommen – vermutlich nicht nur ich. Es ist übrigens auch nicht das erste Mal, das deutsche Mainstreammedien über diese Entwicklung berichten. Auch im Auslandsjournal vom 18.03. (Teil 2) gab es vorsichtige Aussagen (und die sind wohl auch angebracht) von Tilgner zum Thema.
Es scheint mir also doch keine Domäne der Linken zu sein, Behauptungen aufzustellen, die sich nicht aufrecht erhalten lassen. Jedenfalls wird über die Entwicklungen, die Zettel beschreibt, seit längerer Zeit auch vom deutschen Fernsehen berichtet. Dass dabei Zweifel bleiben und diese auch erwähnt werden, sollte auch denjenigen, die Bushs Politik immer noch ihre Zustimmung geben, keinen Vorwand liefern, mit falschen Behauptungen zu agitieren!
Da frage ich mich auch, ob es
einen wichtigen strategischen Sieg in dem umfassenderen Krieg gegen den Terror (Bush)
überhaupt erfordert hätte, wenn die Amis nicht mit Lug und Trug den Irak-Krieg angezettelt hätten. Die El Kaida war nämlich vorher im Irak gar überhaupt nicht vertreten. Erst die Amerikaner mit ihrem Scheißkrieg haben die Terroristen auf den Plan gerufen. Darunter leidet das Land noch heute. Es gab hunderttausende von Toten. Aber das ficht diejenigen scheinbar nicht an, die immer noch (aus welchen Gründen auch immer) die Poltik dieses amerikanischen Präsidenten verteidigen müssen.
Autor: Horst Schulte | abgelegt in Allgemein | am 21-03-2008
Bestimmt hat das schon mal einer geschrieben. Aber mir fällt auch auf, dass sich die Blogsphäre doch im Wesentlichen um sich selbst dreht. Ich meine das daran zu merken, dass, meistens dann, wenn ich nicht über politische, wirtschaftliche oder gesellschaftliche Themen sondern über eher „technische Dinge“ (Themes, PHP, CSS o.ä.) schreibe, viel eher eine Reaktion in Form von Kommentaren erfolgt. Das betrübt mich etwas. Außerdem ist das wohl eher kein gutes Zeichen für die Entwicklung des Bloggens insgesamt.
Autor: Horst Schulte | abgelegt in Gesellschaft | am 21-03-2008
Wer glaubt, die geänderten Ladenöffnungszeiten bescherten ihm die Möglichkeit, auch am Ostersonntag Brötchen oder frische Blumen zu kaufen, der sei gewarnt. Bäckereien und Blumengeschäften ist es (zumindest in NRW) verboten, ihre Angebote auch am Ostersonntag an den Mann und die Frau zu bringen. Was für ein Quatsch. Am Ostermontag dürfen sie dann aber wieder. Der gleiche Ärger also, wie im vergangenen Jahr.
Denkt also dran. Ihr könntet natürlich zur Tankstelle fahren. Da und an Bahnhöfen werdet ihr Glück haben…
Autor: Horst Schulte | abgelegt in Allgemein | am 21-03-2008
Dem SPD-Abgeordneten Franz Josef Zebisch, empfahl Wehner, sich in „Genosse Arschloch“ umzubenennen. Warum?
1. Zebisch hatte sich über die alphabetische Sitzverteilung beklagt.
2. Der Abgeordnete hatte Wehner in den Fraktionssitzungen ständig unterbrochen.
3. Zebisch hatte Wehners Kleidungsstil kritisiert.
Autor: Horst Schulte | abgelegt in Kritisch | am 21-03-2008
Vielleicht sollte Herr Schäuble sich um diese „Sicherheitslücke“ mal kümmern. Schließlich geht es nicht „nur“ im einen materiellen Verlust, sondern diese Dinger haben ja vermutlich auch eine Menge sensibler Daten an Board.
Autor: Horst Schulte | abgelegt in Musik | am 21-03-2008
Mit solchen Gefühlen, stelle ich mir vor, ist Pop-Feuilleton-Schreiber Eric Pfeil von der FAZ zur Köln-Arena gereist, um seine fiebrigen Tagträume wenig später in die Tat umzusetzen. Hier ein paar Auszüge seiner Kritik des James Blunt – Konzertes in Kölle:
Triefäugig und penetrant
Was soll man sagen? Es ist gleich alles da: die triefäugige Art, der Gefühligkeit vortäuschende, penetrant eingesetzte Kopfstimmen-Gesang und dieser bedrohlich schlichte Poprock, gegen den Musiker wie Coldplay, Keane oder Travis, ja sogar die gruselige Ranschmeiß-Band Reamonn wie avantgardistische Klangskulpteure anmuten. „Me and my guitar play my way / It makes them frown“, singt Blunt, und man wünscht sich, er würde es einem nicht so einfach machen, ihn kläglich zu finden.
Das Genöle geht genau in diesem Stil weiter. Auch die Zuschauer kriegen ihr Fett weg:
[…]Schließlich wollte man doch daheim im Kreise seiner distinktionssüchtigen Bekannten ein differenzierteres Bild des sensiblen Songwriters zeichnen, statt weiter auf ein einfaches Opfer einzuprügeln. Vielleicht einfach mal warten, bis er sich freigespielt hat. […]
Die Kölnarena, sonst ein Ort, an dem sich vor dem Konzert kollektiv in Stimmung geklatscht wird
Schon länger habe ich einen so bösartigen Verriss über ein Konzert nicht mehr gelesen. Das mag aber auch daran liegen, dass ich Kritiken generell eher meide. Ein ausgesprochener Freud der Musik James Blunts bin ich nicht. Aber natürlich keine ich eine Reihe seiner Stücke. Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass das Konzert wirklich so schlecht gewesen sein soll.
Der Mann hatte einfach keinen Bock, sich dieses Konzert reinzuziehen und seine Rache war fürchterlich. Dass sowas auch FAZ – Feuilletonisten passiert… Tststs.
Autor: Horst Schulte | abgelegt in Wordpress | am 21-03-2008
Sehen solche im Spam-Filter hängengebliebenen Kommentare nicht ein wenig furchterregend aus?
< AND 1=0) UNION SELECT 1 FROM wp_users WHERE user_login=’admin’ and substring(reverse(lpad(conv(substring(user_pass,1,1), 16, 2),4,’0′)),1,1)=’1′ /* | >
oder < AND 1=0) UNION SELECT 1 FROM wp_users WHERE user_login=’admin’ /* >
Autor: Horst Schulte | abgelegt in Gesellschaft | am 21-03-2008
Hoffentlich wird er das nicht bereuen. Er könnte einfach wegbleiben. Urlaub kann man (in der Zukunft) doch auch woanders machen. Jedenfalls müsste er nicht mehr dorthin zurück.
Es stellt sich ja überhaupt die Frage, ob die Türkei oder besser gesagt die türkische Justiz einen solchen Vertrauensvorschuss überhaupt verdient hat. Nach dem bisherigen Verlauf des Prozesses würde ich das jedenfalls eher verneinen.
Hut ab, vor dem Mut und dem Charakter des jugendlichen Marco Weiss. Hoffen wir, dass er weiß, was er tut und alles alles gut gehen wird.
Je mehr er über Rasse sprechen muss, umso schwärzer wird er in der Vorstellung der Öffentlichkeit.
sagte Harvard Professor Randall Kennedy, der übrigens ein Anhänger Obamas ist.
Den Satz las ich in einem Kommentar der NZZ über die negative Veränderung der Umfragewerte gegen Obama und für Clinton bzw. McCain. Ich denke, dass er genau das widerspiegelt, was Obama in seiner viel beachteten Rassismus-Rede, die ihm als Ausflucht aus der Debatte um die Äußerungen „seines“ Pfarrers Jeremiah Wright ausgelegt wurde, sehr ehrlich und überzeugend dargelegt hat.
Für die Weißen bedeutet dieser Weg anzuerkennen, dass das, was der afroamerikanischen Gemeinschaft Schmerzen bereitet, nicht nur in den Köpfen der Schwarzen besteht; dass das Erbe der Diskriminierung real ist – genauso wie aktuelle, weniger offensichtliche Fälle von Diskriminierung. (Barack Obama)
Wer diesen simplen Zusammenhang dieser gesellschaftlichen Frage nicht erkennen will, dem ist in meinen Augen einfach nicht zu helfen. Ich bin überzeugt davon, dass die allermeisten Menschen das tun und dass trotz des richtigen Hinweises von Randall Kennedy am Ende eben doch dieser Barack Obama auch gegen den Republikaner McCain siegen wird. Er, Obama, hat mit seiner Rede vielleicht wirklich etwas Neues und Gutes in den USA ausgelöst. Er vertrat einen überzeugenden Standpunkt mit klaren und ehrlichen Worten und er hat -hoffe ich jedenfalls- für viele Menschen glaubhaft machen können, dass er eben nicht der Dünnbrettbohrer ist, für den ihn nicht nur Teile der amerikanischen Öffentlichkeit halten.
Hoffentlich schafft er es! Wir brauchen keinen Nachfolger von Bush. Wir brauche etwas ganz anderes (also keinen McCain und keine Clinton), etwas, das auch uns wieder in die Lage versetzt, der führenden Nation der westlichen Welt etwas anderes entgegenzubringen als Misstrauen, Unverständnis und bisweilen puren Hass. Ich glaube, dass dieser Mann dazu das Zeug hat.
Die New York Times würdigte Obamas Rede als den vielleicht wichtigsten Beitrag zur Rassenfrage in Jahrzehnten. Denn Obama sei es geglückt, trotz aller Kritik „hoffnungsvoll, patriotisch und damit durch und durch amerikanisch“ zu bleiben, indem er daran erinnerte, dass nur in den USA eine Karriere wie seine, als Sohn einer Weißen und eines Afrikaners, möglich sei. Obama sprach dabei nicht nur von den Schwierigkeiten schwarzer US-Bürger, sondern ebenso von den beständigen Frustrationen weißer Arbeiter und Geringverdiener, die trotz harter Arbeit ihre Jobs und Häuser verlieren. (TAZ)
Autor: Horst Schulte | abgelegt in Gesellschaft | am 21-03-2008
Hat der Dalai Lama im Vorfeld der Olympischen Spiele eine Kampagne initiiert? Eine Kampagne, die nun vielleicht zwangsläufig zu dem führt, was er doch immer so ausdrücklich ablehnt – zu gewalttätigen Demonstrationen mit vielen Toten?
Sicher hat er provoziert. Und trotzdem verlangt er Gewaltlosigkeit und rät andererseits davon ab, die Spiele zu boykottieren. Gleichzeitig aber nutzt er die Öffentlichkeit durch den günstigen Zeitpunkt. Autonomie für Tibet. Die Chinesen begreifen seine Kampagne jedenfalls als Provokation.
Nun geht es nicht um die Frage, wer recht hat. Sollten wir Partei für den Daila Lama ergreifen und damit etwa die Wiedereinführung eines feudalistischen Systems in Tibet, das bis zu seiner Flucht bestanden hat, unterstützen? Das vielleicht nicht, aber die Menschen in Tibet, die von der chinesischen Regierung mit Gewalt in die Schranken verwiesen werden, ganz sicher. Ich unterstütze einen Olympia Boykott! Meine Frau nicht! Sie findet, dass am Ende doch nur das chinesische Volk darunter leiden würde und natürlich die Sportler, die sich auf dieses Event jahrelang vorbereitet hätten.
Viele dieser Leute tun dies allerdings wohl nicht ausschließlich aus humanen Motiven. Die finanziellen Optionen werden, wovon ich persönlich fest überzeugt bin, nie außer acht zu lassen. Da werden ethische Grundsätze über Bord geworfen. Vielleicht ist es das wert. Ich komme auch angesichts solcher, ganz bestimmt ermutigender Berichte, die aus Sicht vieler Patienten und deren Angehöriger nur für die Intensivierung dieser Methoden sprechen, einfach zu keinem Ergebnis. Dabei ist es natürlich richtig, dass ich, wäre jemand aus meiner Familie oder vielleicht auch ich selbst betroffen, bestimmt ganz anders darüber denken würde.
Eigentlich haben weder YouTube noch Google schuld an der Feststellung, dass sehr viele Menschen (nicht nur in Deutschland?) aus mir unerfindlichen Gründen „Spaß“ an Rassenhass und Antisemitismus haben.
Vielmehr sind es deren Konsumenten, die durch ihre „Vorlieben“ zu belegen scheinen, dass es einen Bedarf gibt. Schlimm genug. Der Zentralrat der Juden hat nicht nur damit ein Problem, sondern auch damit, dass YouTube oder Google solche Angebote über ihre Dienst zur Verfügung stellen und will nun über ein Hamburger Gericht eine einstweilige Verfügung gegen YouTube und Google durchsetzen.
Wir wissen, dass beispielsweise YouTube bereits häufiger aufgefordert wurde, rechtsradikale Inhalte zu löschen. Dies ist teilweise gar nicht oder mit sehr großer Verzögerung geschehen. Dass die gemeinten Inhalte nicht durch die Meinungsfreiheit abgedeckt sind ist klar. Andererseits ist die Vorstellung des Zentralrates, dass die betreffenden Unternehmen solche durch personellen Mehraufwand ausschließen könnten, bestimmt naiv und illusorisch. Solange Menschen jeden Dreck konsumieren und sich (vielleicht) danach auch noch gut fühlen, wird es gerade über das Internet möglich bleiben, solche ungewollten Inhalte massenhaft zu verbreiten. Die marktwirtschaftliche Gesetzmäßigkeit von Angebot und Nachfrage wirkt auch, wenn es eher unerwünscht ist. Und die Gerichte werden davor vermutlich auch keinen wirksamen Schutz entwickeln können.
Gilbert: Da stimme ich dir zu, wobei man es sich aber offensichtlich gerade bei der Ökologie immer noch leisten kann, jede Menge handwerkliche Fehler zu begehen, ohne... 9. 10. 2008 · 08:51
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