Irak: Wer Ohren hat zum Hören
Autor Horst Schulte · 21-03-2008 · Tags: Auslandsjournal, Irak, Mainstream-Medien, Medien, Politik, ZDF
Was Zettel da über Bushs Rede bzw. über die Berichterstattung in deutschen Medien schreibt, ist so nicht richtig. Erst vorgestern habe ich im Heute-Journal Ulrich Tilgner gehört. Der beschrieb, zwar vorsichtig aber doch bestimmt, dass sich die Lage im Irak nachhaltig verbessert habe und dass die Bevölkerung etwas hoffnungsvoller in die Zukunft sehen könne. Ich habe das sehr wohl vernommen – vermutlich nicht nur ich. Es ist übrigens auch nicht das erste Mal, das deutsche Mainstreammedien über diese Entwicklung berichten. Auch im Auslandsjournal vom 18.03. (Teil 2) gab es vorsichtige Aussagen (und die sind wohl auch angebracht) von Tilgner zum Thema.
Es scheint mir also doch keine Domäne der Linken zu sein, Behauptungen aufzustellen, die sich nicht aufrecht erhalten lassen. Jedenfalls wird über die Entwicklungen, die Zettel beschreibt, seit längerer Zeit auch vom deutschen Fernsehen berichtet. Dass dabei Zweifel bleiben und diese auch erwähnt werden, sollte auch denjenigen, die Bushs Politik immer noch ihre Zustimmung geben, keinen Vorwand liefern, mit falschen Behauptungen zu agitieren!
Da frage ich mich auch, ob es
einen wichtigen strategischen Sieg in dem umfassenderen Krieg gegen den Terror (Bush)
überhaupt erfordert hätte, wenn die Amis nicht mit Lug und Trug den Irak-Krieg angezettelt hätten. Die El Kaida war nämlich vorher im Irak gar überhaupt nicht vertreten. Erst die Amerikaner mit ihrem Scheißkrieg haben die Terroristen auf den Plan gerufen. Darunter leidet das Land noch heute. Es gab hunderttausende von Toten. Aber das ficht diejenigen scheinbar nicht an, die immer noch (aus welchen Gründen auch immer) die Poltik dieses amerikanischen Präsidenten verteidigen müssen.














Lieber Horst Schulte,
meine Antwort finden Sie hier.
Herzlich, Zettel
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Natürlich antworte ich auch gern dort.
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Ich finde ja, dass der gute Zettel sich etwas zu einseitig auf die Seite der Bush-Krieger (hach, was war der SPIEGEL da lustig!) stellt. Aber was ich an dem Mann wirklich mag: Er nimmt jede Kritik auf, egal von wem sie kommt, bleibt immer höflich, stellt sich immer der Diskussion. Und selbst, wenn man seine Meinung nachher immer noch verabscheut, respektiert man den Mann, der sie von sich gegeben hat.
Macht das wohl einen „Elder Scientist“ aus?
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Zettel lese ich ganz regelmäßig und finde toll, wie er schreibt. Was er schreibt liegt, wie ich nicht erwähnen muss, nicht immer auf meiner Wellenlänge. Aber er eröffnet, wie viele andere, die ganz anderer Meinung sind als ich, neue Denkanstösse. Das halte ich für sehr wertvoll.
Und, da hast du auch Recht, er bleibt in der „Auseinandersetzung“ immer betont höflich. Obwohl er mir mal vor längerer Zeit (2004 oder 2005) in mein Blog (Finger.Zeig) einen Satz geschrieben hat, der ungefähr so ging: „Mit euch Linken ist es immer dasselbe. Mit euch kann man nicht sachlich diskutieren.“ Vielleicht ist da ja was dran. Nur gilt das bei sehr vielen Diskutanten eben anders herum auch sehr häufig. Einschlägige Erfahrungen habe ich diesbezüglich jedenfalls gemacht.
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Lieber Horst Schulte,
das kann erst 2006 gewesen sein; denn vor Juni 2006 kannte ich die Welt der Blogs gar nicht. Leider.
Ich erinnere mich nicht – aber ich halte es für gut möglich, daß ich das geschrieben habe. Denn ich habe in der Tat diese Erfahrung gemacht, über die Jahrzehnte im RL: Viele – nicht alle – Linke neigen dazu, im Andersdenkenden nicht nur jemanden mit einer anderen Auffassung zu sehen, sondern jemanden, der eine – Lieblingswort der ganz Linken – „falsche“ Position hat. Jemanden, der auf der moralisch falschen Seite steht. Dem man gar einen schlechteren Charakter zuschreiben darf als einem Linken.
Dahinter steckt natürlich der Marxismus mit dieser Wahnvorstellung, daß das, was Menschen denken, nur die Ausgeburt ihrer ökonomischen Situation sei.
Wer also nicht so denkt wie Linke, der steht nach dieser Auffassung eben auf der Seite der Ausbeuter; er hat sich nicht aufgrund rationaler Erwägungen für eine Meinung entschieden, sondern weil es seine Interessen ihm gebieten.
Das ist eine Haltung, die jeden Diskurs zerstört; schon im Ansatz. Es ist auch eine ungewöhnlich dumme Haltung; so wie ja Marx überhauot ungewöhnlich dumme Unwahrheiten verbreitet hat.
Dies als Kommentar zu Ihrer Erinnerung aus vergangenen Tagen, lieber Horst Schulte. Und einen aktuellen Kommentar zu Ihrem letzten Beitrag im kleinen Zimmer habe ich eben hier gepostet.
Ein schönes Weißes Osterfest wünscht
herzlich, Zettel
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Hallo Zettel,
das mit der Zeitbestimmung ist gut möglich. Ich blogge seit Sommer 2004 und die Zeit verfliegt nur so…
„Falsche Position“. Muss ich mir merken. Das habe ich, glaube ich, noch nie gesagt. Macht sich aber bestimmt ganz prima.
Ich gebe mir Mühe, nicht so zu sein, wie der gemeine Linke. Und hoffentlich habe ich ja auch ein wenig dazu gelernt.
Schöne Ostergrüße
Horst Schulte
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[…] nicht langer Zeit, las man hier und da, wie gut sich die Lage im Irak entwickeln würde. Ich schrieb auch etwas darüber. Nun häufen sich aber die schlechten Nachrichten. Und das nicht zu […]
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