Gesellschaft, Wirtschaft · Dienstag, 18.März 2008 12:49 · 4 Kommentare
Hartz IV – Niveau trotz 60 Wochenstunden
Sozial ist, was Arbeit schafft
Dieser blöde Spruch ärgert mich immer mehr. Und es gibt immer mehr Beispiele, die man mit Recht gegen ihn ins Feld führen kann.
Die Tatsache, dass ich über die Woche nicht zu Hause bin hat manchmal auch ihre Vorteile. In meinem Hotel schalte ich meinen Fernseher ein und werfe zwischendurch ein Auge auf das ARD – Morgenmagazin. Demnach kommt heute Abend in der „PLUS-MINUS“-Sendung ein weiterer hochinteressanter Beitrag zum Thema Dumpinglohn-Land Bundesrepublik Deutschland.
Ich erinnere an die hier häufig kritisierte Behauptung, dass nur die DAX-Unternehmen sich in dieser Beziehung (radikaler Personalabbau inbegriffen) hervortun würden. Dass das „Verfahren“ in Wahrheit aber längst ganze Branchen erfasst hat, kann man auch an diesem Beispiel wiederum erkennen. Außerdem wird berichtet, dass viele Fahrer zwei Schichten hintereinander fahren müssen. Dass dies nicht zur Verkehrssicherheit, insbesondere auf unseren Straßen führt, dürfte auch bereits erwiesen sein. Außerdem gibt es für das Personal im Krankheitsfall keine Lohnfortzahlung. Das ist in meinen Augen einfach nur unglaublich. Aber all das wird von den Unternehmen begründet mit Wettbewerbsdruck.
Unter diesen Umständen können wir uns wohl nur gegenseitig zurufen: Der Letzte macht bitte das Licht aus.
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Gelesen: 367 · heute: 2 · zuletzt: 24. July 2008 | Drucken | Trackback-Link | Rivva
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Es geht noch schlimmer: Hartz IV für Staatsdiener…
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[…] Markus Söder hatte sich dafür ausgesprochen, den Abstand zwischen Hartz-IV-Empfängern und Berufstätigen zu vergrößern.Söder plädierte dafür, insbesondere die […]
Das eigentlich unsoziale an der Angelegenheit ist, dass der Staat die Schwachen hier im Regen stehen lässt. Die Arbeitgeber verstoßen gegen geltendes Recht und/oder geltende Verträge, aber Einklagen muss der betroffene Arbeitnehmer das persönlich. Neben den Kosten für Anwalt und Gericht, die auf Hartz-IV-Niveau wohl kaum zu erbringen sind und die erste, vom Staat aufgerichtete wirksame Barriere gegen ein Wehren gegen solche Praktiken darstellen, wäre das Auftreten vor Gericht wohl gleichzeitig das Ende der Beschäftigung.
Soziale Unterstützung durch den Staat wäre in meinen Augen, dass die Arbeitgeber staatlicherseits zur Einhaltung der Verträge gezwungen würden (z.B. nach Anzeige durch Betroffene), ohne dass der Arbeitnehmer hierfür Geld aufwenden oder seine Identität als Kläger offenlegen muss. Dann würde man nach einiger Zeit sehen, ob es sich wirklich um Wettbewerbsdruck handelt (wenn nämlich der Betrieb nachgerade Pleite geht).
Sag es: Jetzt, hier und heute :-)
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„Sozial ist, was Arbeit schafft!“
Mich ärgert der Spruch auch häufig. Deswegen ist die hypersoziale SPD ja auch für den Mindestlohn – weil der Arbeitsplätze schafft! Schon klar – und ich werde Kanzlerkandidat der SPD. Wobei: so unwarscheinlich ist das bei der derzeitgen Lage der SPD gar nicht!
Aber um wieder ernshaft zu werden – eigentlich müsste der Grundsatz heißen: „Sozial ist, was niemand benachteiligt.“ Um dann wieder zum Mindestlohn zurückzukommen – da der Mindestlohn bei genauerer Betrachtung viele benachteiligt (nämlich die, die dadurch wohlmöglich ihren Arbeitsplatz verlieren werden) ist er nicht sozial und dürfte damit auch nicht im Sinne der SPD sein. Oder?
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