Rekordgewinne sichern keine Jobs!!
Autor Horst Schulte · 24-01-2008 · Tags: Deutschland, Gesellschaft, Gewinne, Kapitalismus, Manager, Nokia, Wirtschaft
Das ist erst einmal festzustellen. Nokia kannte das heute veröffentlichte Ergebnis des Konzern natürlich längst, als die Entlassung der deutschen Mitarbeiter vor wenigen Wochen verkündet wurde. Die Aktie geht durch die Decke (ok, ist etwas übertrieben). 40 % Marktanteil, 34 % Umsatzsteigerung und der Reingewinn (um den geht es wohl in diesem Spiel) steigt um 44% (7,2 Milliarden Euro).
Der Standort Deutschland ist zu teuer. Aber wir wissen, dass auch dort profitabel gearbeitet wurde. Darauf haben wir (als Betroffene) den Fokus zu richten. Keiner sollte an dieser Stelle das Argument „fressen“, der deutsche Standort sei gegenüber anderen Standorten an diesem Traumergebnis nicht beteiligt. Denn diese Aussage wird, wenn sie nicht längst in dieser Form irgendwann und irgendwo getroffen sein sollte, von diesen Bonzen kommen. Soviel ist natürlich sicher. Auch deutsche Dax-Unternehmen erzählen uns ja gern, dass die Gewinne nicht in Deutschland, sondern irgendwo im Ausland gemacht werden. Willkür herrscht in den Zentralen internationaler Konzerne. Davon bin ich überzeugt!
Heute hörte ich im Radio einen Unternehmensberater, der insbesondere Unternehmen zur Seite steht, die nach Osteuropa (auch Rumänien) „emigrieren“ wollen. Er erzählte von einigen Firmen, die ihr „Engagement“ schon nach kurzer Zeit beendet haben und nach Deutschland zurückgekehrt sind. Auch im Falle Nokia äußerte er sich skeptisch.
Das Unternehmen könnte sein Engagement in Rumänien aus verschiedenen Gründen in der Zukunft durchaus bedauern. Dabei stand an erster Stelle das Problem, im näheren Umfeld des neuen Werks (die nächstgrößere Stadt ist ca. 20 km entfernt) ausreichend qualifiziertes Personal zu finden. 4 Mio. Rumänen sind aus wirtschaftlichen Gründen ins Ausland gegangen, um dort ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Vielfach sind das sehr qualifizierte Arbeitnehmer. In dem Ort, bei dem sich der Industriepark mit dem neuen Nokia-Werk befindet, wohnen gerade einmal einige tausend Leute. Zudem grassiert in Rumänien die Korruption, es gibt keine funktionierende Verwaltung. Dafür aber sind die Steuern und natürlich die Löhne niedriger.
Ich wünsche den Entscheidern bei Nokia die Pest an den Hals! Davon wird es für die Leute in Bochum nicht besser, leider bin ich kein Voodoo-Priester. Eines ist aber sicher: Mein Handy wird künftig nicht von Nokia sein. Ich habe echt Freude, wenn ich lese, dass über 50 % der Deutschen genauso denken. Zuerst habe ich nicht daran geglaubt, damit irgend etwas zu bewirken. Jetzt tue ich es.














Aber Rekordgewinne KÖNNTEN Jobs hier sichern, wenn die Manager mal an die Menschen denken würden und nicht daran, immer mehr Gewinn zu machen!
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Genauso sehe ich das auch. Aber die Damen und Herren argumentieren ja bekanntlich sofort damit, dass diese Gewinne nicht in Deutschland, sondern irgendwo anders auf der Welt gemacht wurden. Wir wissen zwar, dass Nokia Deutschland schwarze Zahlen schreibt, leider aber nicht, welche Gewinnmargen dort erzielt werden bzw. ob diese dem gestern veröffentlichten Niveau standhalten. Und wenn es das nicht ist, dann finden sie andere Erklärungen. Z.B., dass sie das Unternehmen zukunftssicher machen wollen. Dass es in Wahrheit um andere Dinge geht, geben diese Technokraten nicht zu. Warum sollten sie auch. Moralisch fühlen sie sich offenbar nur ihren Aktionären gegenüber verpflichtet. So sehr wir uns auch darüber aufregen: So werden wir auf die Auswirkungen der Globalisierung nie Einfluss gewinnen. Wir brauchen kluge Vereinbarungen, die diese marodierenden Banden von Kapitalisten bremsen.
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