Gesellschaft · Mittwoch, 23.Januar 2008 12:55 · 7 Kommentare

Jugendgewalt: Persönliche Betroffenheit


Am Montag wurde meine Schwiegermutter (84) von zwei jungen Männern überfallen und beraubt. Gott sei Dank wurde sie nicht angegriffen und daher auch nicht verletzt. Aber ihre Handtasche ist weg. Glücklicherweise war der Raub kein besonderer Erfolg. Aber der Schreck war umso größer. Der Überfall geschah in der Mittagszeit, direkt vor der Haustür meiner Schwiegermutter. Sie hatte die beiden Männer hinter ihr bemerkt. Sie fragte die beiden, ob sie etwas suchen und ob sie helfen könnte. Eine Antwort erhielt sie nicht. Statt dessen entrissen sie ihr die Tasche und flohen. Meine Frau hat nachher die Gegend abgesucht. Es hätte ja gut sein können, dass sich die Täter der Tasche danach schnell entledigt hätten. Dumm, dass ausgerechnet an diesem Tag die Mülltonnen vor den Häusern standen. Vielleicht lag sie in einer dieser Tonnen.

Egal. Hauptsache, ihr ist nichts geschehen. Aber einen gehörigen Schrecken trug sie davon. Und sie hat sofort die Polizei angerufen. Die kam kurze Zeit später zu ihr, um die Tat vor Ort aufzunehmen.

Zwei Anmerkungen von meiner Seite zu diesem Vorfall: Da muss ein Mensch 84 Jahre alt werden, um in diesem Alter von zwei elenden Feiglingen ausgeraubt zu werden. Unsere gesamte Familie ist empört. Welche Emotionen dies auch im Hinblick auf die gerade so heftig diskutierend Jugendkriminalität erzeugt, brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen. Die Häufung von Überfällen, nicht nur auf ältere Leute, ist auch in unserer Region evident. Keine Ahnung, wie das weitergehen soll.

Nur in einer Beziehung bin ich sicher: Kochs Vorschläge favorisiere ich nicht!



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7 Kommentare

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SuMu
Jan 23, 2008 14:43

1

So wie es momentan aussieht, sollte man sich als älterer, schwacher Mensch nicht mehr alleine auf die Strasse wagen…

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ulysses
Jan 23, 2008 17:40

2

Meine Mutter (80) wurde letztes Jahr im Weihnachtsrummel vor der Edeka-Käsetheke umgerempelt. Ergebnis: Schulterbruch.

Es muss gar keine Kriminalität im Spiel sein, Rücksichtslosigkeit reicht auch.

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romanmoeller
Jan 23, 2008 21:03

3

Zunächst einmal spreche ich deiner Mutter und dir meine persönliche Betroffenheit aus.

Ich kann gut verstehen, das ihr sehr wütend und aufgebracht seid. Umso bemerkenswerter ist es, das du deinen Beitrag mit den Worten „Nur in einer Beziehung bin ich sicher: Kochs Vorschläge favorisiere ich nicht!“ beendest, anstatt persönlich betroffen auf seinen biligen Populismus hereinzufallen. Aber eigentlich auch ganz logisch – als Opfer ist es deiner Mutter vermutlich total egal, aus welchem Land die Täter geboren wurden! Veilleicht sollte Roland Koch das auch mal aus dieser Sichtweise betrachten, ohne natürlich das ich es im wünsche, das er Opfer einer solchen Attacke wird. Es reicht ja auch, sich in die Lage hereinzuversetzen.

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Thomas Matterne
Jan 24, 2008 13:46

4

Erst einmal alles Gute an deine Schwiegermutter, ich hoffe sie hat es gut überstanden, auch psychisch, da kann ein Überfall ja auch lange nachwirken.

Und was das Beharren auf deiner Meinung betrifft, lässt mich das für mich persönlich zwei Dinge hoffen. Nie einer ähnlichen Situation zu begegnen, wenn aber doch, dann genauso zu reagieren.

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Schulte
Jan 24, 2008 21:52

5

@all: Danke für die guten Wünsche. Sie hat das wirklich erstaunlich gut weggesteckt – finde ich jedenfalls. Die Handtasche ist bisher nicht gefunden. Aber meine Schwiegermutter hat es „damit“ sogar in die Tageszeitung geschafft. Eine kleine Notiz schilderte den Hergang. Leider fehlt von den Tätern jede Spur. Aber das hatten wir nicht anders erwartet. Es muss etwas geschehen.

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Zieten
Jan 25, 2008 11:07

6

Mein Mitgefühl hast du sicher!
Auch ich erfuhr die Tage Gewalt in der Familie.
Mein zugegebenermaßen nicht gerade kleiner, 22 Jahre alter Sohn, hat sich in seinem Haus über zu laute Hip Hop Musik beschwert, die meinen 2 Jahren alten Enkel am einschlafen hinderte.
Als Ergebnis wurde er dann mit einer Axt, aus einer Gruppe von 10 Hip Hoppern (das sind diejenigen, die beständig Ehre und Respekt lauthals verkünden!)heraus, mit einer Axt angegriffen!
Ich bin glücklich das bis auf eine Platzwunde nähen und dicken Schwellungen nichts weiter an Verletzungen auftrat.

Die Polizei ermittelt, Waffe gefunden, Täter unbekannt. -Purste Ironie-

Nun muss ich alter Wolf das wieder auf meine Art klären!
Meine Familie greift keiner an, jede Wette!
Das einzige was der „Staat“ dabei tun sollte ist, sich heraushalten!

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Schulte
Jan 25, 2008 21:06

7

Solche Erfahrungen sind einfach nur schlimm. Sehr beunruhigend ist für meine Begriffe die Häufung solcher Gewalttaten. Vielleicht trägt dazu auch die Berichterstattung bei.

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