Man kann ja über alles diskutieren
Autor Horst Schulte · 13-01-2008 · Tags: Ausländerfeindlichkeit, Ausländerkriminalität, Deutschland, Gesellschaft, Gewalt, Jugend, Jugendkriminalität, Medien, NZZ, Spiegel, Toleranz
Diese Sorge merkt man auch in der aktuellen Debatte. Nicht nur die Berliner «taz», sondern auch Kommentatoren der «Süddeutschen Zeitung» und der «Zeit» sind sehr viel engagierter darin, das Verhalten der Jugendlichen mit den sozialen Verhältnissen, in denen sie leben, zu erklären, als mit Hinweisen auf ethnokulturelle Kontexte. In einer sehr einfältigen Form von materialistischem Determinismus erscheinen die jungen Schläger selber als Opfer der Verhältnisse, die die Mehrheitsgesellschaft für sie geschaffen hat. Die Vorstellung, ethnische Herkunft und religiös-kulturelle Prägungen könnten eine ebenso wichtige Rolle spielen, gilt als reaktionär. Eine solche Überzeugung spiegelt aber vielleicht mehr das Selbstverständnis aufgeklärter, postmoderner Medienarbeiter als das mentale Inventar der Menschen, deren Verhalten erklärt werden soll. Die aktuelle Debatte bietet die Chance, bei der Selbstaufklärung über solche unbefragt befolgte Gewissheiten ein Stück weiterzukommen. (NZZ)
Hervorhebungen von mir
Brilliant formuliert enthält dieser Artikel im Kern auch an anderer Stelle schon vorgetragene und in meinen Augen eben doch reaktionäre Behauptung: Der Moslem an sich ist böse. Zumindest ist er nicht kompatibel mit den Menschen in unserer ach so aufgeklärten Gesellschaft. Soll so etwas eine Botschaft sein oder etwa der Kern der intellektuellen Auseinandersetzung mit der Realität? Was so schlimm daran wäre, die Wahrheit auszusprechen? Ganz einfach. Wir kennen die Wahrheit nicht. Wir wissen, dass wir ein Problem mit gewalttätigen Jugendlichen haben (z.B. 80% der 650 so genannten jugendlichen Intensivtäter, die in Berlin aktenkundig sind, sind entweder Ausländer oder Migranten). Verdammt spät denken wir darüber nach, was getan werden muss. Öffentlich. Jeder liest quasi mit und alle haben eine Meinung. Könnte nicht auch da nicht ein Problem liegen?
Viele finden, wir müssten endlich die bestehenden Probleme offen ansprechen und zur Kenntnis nehmen. Das ist verständlich aber es führt uns am Ende auch nicht zwangsläufig ans Ziel. Wobei man zunächst einmal danach fragen müsste, was eigentlich das Ziel ist. Weniger Kriminalität, weniger Gewalt, weniger Migranten, weniger Ausländer?
Ganz bestimmt führt die Art der Auseinandersetzung aber dazu, dass unsere Gesellschaft weiter gespalten wird. Die Wirkung, die diese Diskussion auf die Menschen hat, die sich angesprochen fühlen, wird vermutlich keine konstruktive sein. Welche Alternativen haben wir eigentlich, um mit diesen Problemen fertig zu werden? Viele sind sich darin einige, dass Strafverschärfungen allein überhaupt keine Besserung bringen werden. Eher ist das Gegenteil der Fall. Sagen uns die Experten jedenfalls. Andere finden, dass mehr Bildung her muss, damit bessere Perspektiven für die betreffenden Kinder und Jugendlichen geschaffen werden. Wieder andere sind dafür, dass beides getan wird. Und nun kommen wir zu der Frage, welche Rückschlüsse wir aus den „Erkenntnissen“ ziehen, die uns der NZZ-Autor vermittelt. Heißt das, wir müssen miteinander reden, um zunächst „das mentale Inventar“ der Minderheiten, über die wir die ganze Zeit reden, überhaupt zu begreifen? Die Leute, die solche Aspekte nur zu gerne als Bestätigung für ihre Haltung aufnehmen, werden ihre Schlüsse gezogen haben oder noch ziehen.
Sind das die Eskalationsphasen, auf die es hinauslaufen könnte?
- Multikulti ist gescheitert
- Den Gutmenschen gehört was in die Fresse
- Toleranz ist Teufelszeug
- Ausländer raus
Offengestanden, ich durchschaue das „mentale Inventar der Menschen“ nicht.














Hm, das ist nicht „brillant“, das ist geschwurbelter Soziologenjargon ohne Kenntnis möglicher rechtlicher Verhältnisse von Menschen zu Menschen – gleich Ihrer Herkunft, Sozialisierung, usw.
In einem Kommentar auf A‘team behaupte ich, meine 2cent dazu gesagt zu haben
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Aber gut formuliert ist es schon, nicht wahr? :razz:
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