Autor Horst Schulte · 05-01-2008 · Tags: Deutschland, Integration, Jugend, Jugendkriminalität, Politik
Die jeweilige Seite darf sich ihre Wahrheiten selbst zusammenstellen. Das ist beim Klima so und in der aktuellen Diskussion um Jugendkriminalität und deren Entwicklung über die letzten Jahre nicht anders.
Ein Fakt ist, dass um die 80% der Straftaten von deutschen Jugendlichen begangen werden. Sollte es nicht eigentlich so sein, dass Menschen mit Handlungsdruck (in diesem Fall also die Politiker) sich zunächst einmal um den Kern des Problemes und nicht um
den bedeutend kleineren Teil hiervon kümmern sollten? Das jedoch wäre weitaus schwieriger und außerdem auch deutlich weniger publicitywirksam.
Statt darüber nachzudenken, welche Hintergründe es für Entwicklungen, die vermutlich in verschiedenen Regionen Deutschlands auch sehr unterschiedlich wahrgenommen werden, gibt und welche Maßnahmen wirklich wirkungsvoll sind, haut man drauf. Ganz allein aus Eigeninteresse. Es geht nicht nicht um Lösungen, für die Politiker vom Bürger bezahlt werden, es geht um die eigene Wiederwahl.
Und hat man, wie Koch, das getan hat, die Geister gerufen, die sich solcher Plattheiten nur allzu gern annehmen, wird man sie so leicht nicht wieder los. Aber auch das interessiert einen Wahlkämpfer nicht, vor allem dann, wenn sein Name Koch ist.
Warum ist es beispielsweise so, dass gerade Jugendliche aus der so genannten 2. oder 3. Generation besonders häufig durch ihr aggressives Verhalten auffallen? Eigentlich sollte ihre Integration so weit vorangekommen sein, dass dieses Phänomen überhaupt nicht existieren würde.
«Das Erlebnis fehlender Akzeptanz und Gleichbehandlung mit Deutschen wird als Diskriminierung erlebt und erzeugt Konflikthaltungen» meint dazu der Sicherheitsbericht der Bundesregierung.
Und dann schließe ich noch die Frage an, was machen die deutschen Gefängnisse aus den Jugendlichen, die dort eingesperrt werden – egal, ob es Deutsche oder ausländische Jugendliche wären? Wir wissen doch im Grund alle, dass das nichts bringt – außer der „Produktion“ von Schwerkriminalität. Also müssen andere Lösungen her. Nur darüber müsste man Nachdenken und, was vielleicht noch „unangenehmer“ sein wird, es kostet am Ende unseren Staat auch noch Geld. Da kommt eine Einsicht in die Logik Kochs und Becksteins auf, die fordern, dass in jedem der Fälle, in denen es irgendwie möglich ist, auch die Ausweisung des Delinquenten vorzusehen sei. Verantwortungsvolle Politik stelle ich mir genauso vor. Solche Leute kriegen nie im Leben meine Stimme!
Und am Ende nur zur Abrundung meiner Gedanken: Ich trete nicht für die Täter ein, sondern ich bin auch dafür, dass diese bestraft werden. In der Form, wie es unsere Gesetze vorgeben. Warum das in der Praxis so aber nicht umgesetzt wird, das wäre auch eine Frage, die man an die Politiker weiterreichen könnte, die sich nun mit ihrem Law and Order – Prinzip soweit aus dem Fenster gelegt haben.















Die Deutsche Leitkultur braucht wieder eine Lektion.
Diesen Beitrag zitieren