Nee, Merkel, so nicht!
Autor Horst Schulte · 04-01-2008 · Tags: CDU, Deutschland, Gesellschaft, Gesetze, Jugend, Jugendkriminalität, Medien, Merkel, Politik, Strafvollzug
In Bayern (und vermutlich nicht nur dort) ist wieder was passiert und Merkel springt auf Kochs fahrenden Zug auf. Sie weiß, was ihrem wahlkämpfenden CDU-MP schuldig ist. Dennoch bin ich ehrlich gesagt, von ihrem Vorstoß einigermaßen überrascht. Negativ. Sehr negativ sogar. Ich bin, wie ja nicht wenig andere Leute der Meinung, dass unsere Gesetze durchaus ausreichen, um gewalttätige jugendliche Straftäter zur Raison zu bringen. Dass aber scheint einigen Politikern nicht spektakulär genug. Sie müssen mit „Warnschuss-Arrest“ und Erziehungslager in die Diskussion eintreten. Vielleicht war Ronald Pofallas Schulterschluss mit Koch deutlich besser mit der Kanzlerin abgestimmt, als ich das zunächst für möglich gehalten hatte.
Das hilft bestimmt, die Arschlöcher, die sich nun auf der Nase der durch die Diskussionen geschaffenen Öffentlichkeit tanzen und unschuldige Menschen traktieren, und natürlich müssen diese Leute bestraft werden. Aber ganz unschuldig sind unsere Politiker an dieser Entwicklung in meinen Augen nicht. Sie schaffen durch ihr Gezeter das Forum, auf das diese Pestbeulen fliegen.
[Quelle]














Ich habe zuerst meinen Ohren nicht getraut: Merkel vertritt eine eindeutige Meinung? Das war es, was mich eigentlich überrascht hat. Was mich weniger überrascht hat: es ist zwar parteipolitisch die richtige, doch aus objektiver (und moralischer Sicht) die falsche Entscheidung.
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Dann werd‘ doch mal konkret und sag‘, wie die angewendet werden sollen. Fakt ist
a) niemand kümmert sich (politisch) um die Jugendlichen,
b) man lässt ihnen alles, aber auch wirklich alles durchgehen,
c) der derzeitige Strafvollzug ist eher ein Trainingslager für weitere Straftaten
Für Prävention wäre dingend eine Änderung von a) notwendig, d.h. sich um die Jugend kümmern, die Probleme ernst nehmen und ihnen eine Zukunft aufzeigen. Leider kommen da zu „kümmern“ und „ernst nehmen“ nur Aktionen aus dem Lager NPD/DVU, und über die Zukunftsaussichten muss man wohl derzeit kein Wort verlieren.
Und selbst wenn sich hier was tut, wie bekommt man die, die vom System schon verdorben sind, wieder da raus? Mit den derzeitigen Mitteln nicht, zumindest nicht so, wie sie angewandt werden, denn Gewalt und Kriminalität nehmen laufend zu (tauchen aber aufgrund ähnlicher Fälschungen wie auf dem Arbeitsmarkt nicht in vollem Umfang in den Statistiken auf). Also wie dann?
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