Hartz IV: Kein Geld für den Kindergarten aber …
Autor Horst Schulte · 01-01-2008 · Tags: Deutschland, Geld, Gesellschaft, Hartz IV, Kinder, Kindergartengeld, Sozialhilfe
In irgendeinem dieser Alltagsmagazine des Privatfernsehens sah ich Anfang oder Mitte Dezember den Beitrag über einen 3jährigen, der aufgrund der wirtschaftlichen Lage seiner Eltern (beide Hartz IV-Empfänger) den Kindergarten nicht mehr besuchen konnte. Dafür war kein Geld da. Das spricht einen an, gerade in der Weihnachtszeit. Solche Storys werden für die Quote der Sendung gesucht und natürlich gefunden.
Eine Sammelaktion war erfolgreich gestartet worden und nun wurde vorgeführt, wie das Kind fröhlich den Kindergarten besuchte. Auch nur bis zum Mittag, weil soviel auch wieder nicht zusammengekommen war. So ähnlich habe ich die Gesichte jedenfalls im Kopf. Was ich aber besser behalten habe, waren folgende Details, die im Bericht ebenfalls „gewürdigt“ wurden: Hartz IV, beide Raucher, neues Plasma-Fernsehen, Spielkonsole und ein paar andere Kleinigkeiten, die nicht so richtig ins Bild zu passen schienen.
Als ich gestern den Beitrag im Bestatterblog las, fiel mir dieser TV-Beitrag natürlich direkt wieder ein und als ich dann die Polemik bei FIXMBR las, wollte ich auch was darüber schreiben.
Wie kommen die Reflexe eigentlich zustande, die ich persönlich wirklich nur zu gut kenne, und die sobald ein kritisches Wort über Hartz IV-Bezieher fällt, ausgelöst werden? Sind es gern attestierte gutmenschlichen Gene oder liegt es den „Linken“ einfach im Blut, sich für vermeintlich sozial Benachteiligten einzusetzen? Und wie weit geht meine Empörung über das verbale Ereifern denn hinaus? Sind Vorbehalte, wie sie zumindest scheinbar (also auch solche Geschichten, wie die im Bestatterblog) öffentlich werden, nicht bloß die andere Seite derselben „Medaille“? Es gibt schließlich Missbrauch. Es gibt Menschen, die einfach nur dumm sind und die deshalb diesen Missbrauch betreiben. Es gibt auch Leute, die sich mit Sozialtransfers eingerichtet haben. Noch weitere Begründungen wird es geben, um sich kritisch mit diesem Thema und mit manchen Empfängern von Hartz IV- Leistungen auseinander zu setzen. Das sollte nicht zu einem gesellschaftlichen Tabu gemacht werden, aber man sollte es mit Bedacht tun und nach Möglichkeit keine Vorurteile schüren oder Klischees bedienen.















>Es gibt Menschen, die einfach nur dumm sind und die deshalb diesen Missbrauch betreiben.
Es gibt auch Menschen die sich mit derlei Dingen auskennen, auch aus persönlicher Erfahrung mit Betroffenen heraus, und simple Tiraden von Realität zu unterscheiden wissen. Polemik ist da in dem Text kaum zu lesen von Chris, bei der zugrunde liegenden Quelle ist jedoch Unwissen herauszulessen, die mit einer blühenden Fantasie ausgeschmückt wurde.
>Sind es gern attestierte gutmenschlichen Gene oder liegt es den “Linken” einfach im Blut, sich für vermeintlich sozial Benachteiligten einzusetzen? Und wie weit geht meine Empörung über das verbale Ereifern denn hinaus?
Stichwort: Menschlichkeit. Ich bezeichne mich als Mensch und lebe dies auch, andere suchen nach Schubladen. Und wie weit es über das verbale Ereifern hinausgeht? Nun das wird sich vielen nur schreibenden Verbalakrobaten nie erschließen, aber da draußen gibts es auch eine Welt in der viele „Linke“ aktiv sind, politisch, gesellschaftlich. Tut mir leid wenn ich da jetzt eine Schublade mit brachialer Gewalt in Stücke hieb.
Zudem sollte man sich von einem Gedanken trennen, kennt man keine Betroffenen und verläßt sich auf die tatsächliche Polemik, ob der Quote, in den Medien (z.B eine TV-Sendung pro oder kontra) hat man auch schon verloren. Das ist nicht schlimm dieses Unwissen, nur dann redet man auch keine schlechten Dinge über andere oder gibt sich hahnebüchenen Verallgemeinerungen hin!
>Es gibt Menschen, die einfach nur dumm sind und die deshalb diesen Missbrauch betreiben.
Es gibt einfach Mißbrauch immer Mißbrauch und des Deutschen erste Tugend ist es wieder und wieder von Einzelfällen auf die Allgemeinheit zu schließen bzw. Einzelfälle mehr zu gewichten, als die massiven Mißstände der Majorität. Damals, heute, wird auch zukünftig so sein und wie immer gilt die Ausrede „ich kenne da einen, du der treibts ganz schön bunt …“.
„Glaubwürdig“ sind derlei Dinge nur, wenn man sich mittels Gerüchten fortbildet.
Prosit Neujahr,
Oliver
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nun, den Plasmafernseher kann man sich ja durchaus vor dem Bezug von HarzV angeschafft haben, auch kann man schon vorher Raucher gewesen sein!
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Als ich mein Blog unter Deinem Link „Vorurteile schüren“ wiederfand, keimte in mir der Verdacht, ich könnte falsch verstanden worden sein.
Ich möchte daher kurz richtig stellen, dass ich nicht etwa die Auffassung vertrete, sozial Schwächere, wie sie der Bestatter in seinem Beitrag skizziert, seien „Arschlöcher“. Mitnichten. Vielmehr vertrete ich seit Jahren den Standpunkt, dass nicht die Sozialleistungen zu hoch, sondern die Löhne zu niedrig sind. Mit anderen Worten: Beziehern von Sozialleistungen stehe ich grundsätzlich nicht vorurteilsvoll oder kritisch gegenüber.
Die Charakterisierung „Arschloch“ wählte ich lediglich, um den Mob zu charakterisieren, der den Bestatter wegen dieser Geschichte verbal vor sich hertrieb. Ich habe keinen Anlass, dem Bestatter seine Geschichte nicht zu glauben. Ich war nicht dabei.
Andere brauchen offenbar nicht dabei gewesen zu sein und wissen dennoch, was tatsächlich geschah. Jedenfalls nicht das, was der Bestatter beschrieb. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf?
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@SuMu: Schlimm genug, dass man auf solche simplen Dinge überhaupt hinweisen muss. Auch in den Kommentaren vom Bestatterblog findet man einige solcher aufklärenden Hinweise. Aber so funktioniert das eben. Und darauf wollte ich mit meinem Beitrag hinweisen.
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Tja, vermutlich sollte man sich über solche Dinge nur äussern, wenn man diese selber erlebt hat! Gerüchte und Vermutungen/Unterstellungen zu verbreiten, sollte man einfach nur unterlassen.
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@SuMu: Muss ich das als Anschiss verstehen?
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Nein, meine Überlegung ging dahin, das wenn man es selber erlebt hat, genaue Infos vorhanden sind und nicht nur Vermutungen …
HartzV ist leider extrem negativ, für den Bezieher und auch für die, die darüber hören oder lesen.
Ich vermute mal und denke positiv, dass es heute immer weniger Menschen gibt, die HartzV ausnutzen, eben weil es nur eine sehr geringe Summe ist.
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Kann Dir da nur zustimmen. Was meiner Meinung nach völlig zu kurz kommt bei der Diskussion um Kinder von Hartz-IV-Empfängern sind die Eltern. Die sind hauptverantwortlich für die Situation, weil sie Kinder in die Welt setzen, ohne ihnen eine finanziell gesicherte Situation bieten zu können. Gegen verantwortungslose Eltern kann der Staat wenig machen.
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was ist denn, wenn die Eltern zuerst einen Job hatten und sich dann Kinder angeschafft haben?! Was ist denn heute noch sicher? Dann sollten besser nur Beamte Kinder haben?
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[…] ich eine verantwortungslose Mutter bin, das hat ein bisschen weh getan, als ich das las. Den Fernseher noch vom Papa, den habe auf […]
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