Schon ist es wieder Wochen her, als Anne Will ihre "neue" Talkshow startete. Meine Erwartungen waren hoch. Schon deshalb, weil ich Sabine Christiansen einfach nicht mehr sehen und hören mochte.
Diese für Fernsehzuschauer (auch der ör Sender) nicht ungewöhnliche Gefühlslage erinnerte mich an einen Leitartikel, den Michael Naumann im Jahr 2003 in der "ZEIT" geschrieben hatte. Titel: "Die große Katastrophen-Show". Der Begriff "Fragepopulismus", den er seinerzeit im Zusammenhang mit Christiansens Talkrunde benutzt hatte, brachte mir die Charakterisierung dieser verlängerten Werkbank des "Parlaments" wunderbar auf den Punkt.
Inzwischen würde ich meinen, unterscheidet sich Anne Will in der Art und Weise, wie sie ihre Sendung gestaltet, nicht mehr so sehr von Sabine Christiansen.
Unsere Erwartungen waren hoch. Vielleicht auch ihre eigenen. Nur, mit einem hübscheren Ambiente des Studios ist es nicht getan. Von einer politischen Talkshow sollte man einfach mehr erwarten als das, was Will bisher anbietet. Die Sendung ist allerdings auch nicht schlechter als Christiansen es gewesen ist.
Es gibt, meiner Meinung nach, auch Positives zu vermelden. Dazu gehört es in meinen Augen, dass Will in der Lage ist, die Gedanken und Meinungen ihrer Gäste miteinander zu verknüpfen und damit mehr direkte Reflektion in die Sendung einzubringen. Aber das reicht mir noch nicht.



10. 10. 2008 · 21:21
Die soll’s ja geben… 9. 10. 2008 · 23:37








