Es gibt sie noch: Die Guten
Autor Horst Schulte · 10-11-2007 · Tags: Gehälter, Gesellschaft, Kapitalismus, Kritisch, Manager, Wirtschaft
Löscher, Siemens, ist nur noch interessiert „an sauberen Geschäften – immer und überall“. Vermutlich deshalb müssen ein paar tausend Mitarbeiter bald gehen. Sonst sind die selbstgesteckten Renditeziele nicht mehr erreichbar. Soviel zu dem, was ich von der Aussage zu künftigen „sauberen“ Geschäften halte bzw. wie ich den Hintergrund bewerte. Natürlich weiß ich, dass Löscher persönlich mit den Schmiergeldern nichts zu tun gehabt hat. Aber muss es als vertrauensbildende Maßnahme durchgehen, wenn so kurz nach seinem Antritt als Vorstandschef gleich wieder von massivem Personalabbau die Rede ist?
Da lese ich schon lieber von KPM (Klaus-Peter Müller), dem Chef der Commerzbank. Der überlässt das Ruder nun einem 44jährigen Nachfolger und wechselt (was üblich ist, was ich aber auch nicht gerade toll finde) an die Spitze des Aufsichtsrats der Bank. Seinen Nachfolger hat er protegiert, woraus zu schließen ist, dass deutsche Manager immer noch nicht verstehen wollen, dass solche Konstellationen Interessenkonflikte massivster Art heraufbeschwören können. Gut finde ich aber, dass Müller 2 Jahre vor dem eigentlichen Vertragsende in den Aufsichtsrat wechselt und auf das ihm dafür zustehende Gehalt von ca. 7 Millionen Euro verzichtet. Ok. Sein Gehalt als Aufsichtsratchef wird ja auch nicht gerade klein sein. Aber der Vorgang ist vielleicht doch erwähnenswert.
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